Startup-Gründerinnen in Niedersachsen sichtbarer machen – Studie #femalestartupsnds Wirtschaftsminister Bernd Althusmann: „Niedersachsen als Gründungsland braucht mehr weibliche Startups"

HANNOVER. Gründerinnen wie Rima Rifai setzen mit neuronalen Düften aus ihrer Duftmanufaktur auf ein besonderes Werbekonzept für Firmen und Kirsten Büchler beschäftigt sich mit ihrem Gründungsteam bei FORMHAND mit der Entwicklung und dem Vertrieb von hochanpassungsfähigen Greifern für die Produktion und Logistik.

Was Innovationsgründerinnen brauchen, um sichtbarer zu werden, was sie inspiriert und was sie ausbremst, das zeigt die Studie #femalestartupsnds. Sie wurde sowohl vom Niedersächsischen Sozialministerium als auch vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium sowie mit EU-Mitteln finanziert. Dazu hat die Beratungsstelle GründerinnenConsult des Trägers hannoverimpuls gemeinsam mit der Juniorprofessur Female Entrepreneurship der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg erstmals 30 Startup-Unternehmerinnen aus Niedersachsen befragt. Die Ergebnisse sind von Viktoria Vorwachs, Gründerinnen-Consult, in konkreten Handlungsempfehlungen für verschiedene Akteurinnen und Akteure des Startup-Ökosystems zusammengefasst.

Niedersachsens Gleichstellungsministerin Carola Reimann betont: „Die Studie ist ein wichtiger Schritt zu mehr ‚Female Empowerment‘, sprich mehr Emanzipation, Durchsetzungskraft und schlussendlich Gleichberechtigung. Junge Frauen glänzen oft mit exzellenten Studienabschlüssen und kreativem Potential. Auf der Bühne stehen am Ende aber meistens die Männer.“ Dies solle sich ändern. Das Forschungsprojekt zeige auf, dass Frauen durchaus erfolgreich Unternehmen gründen und etwas bewegen können. „Gute Beispiele und gute Rahmenbedingungen tragen schon jetzt dazu bei, dass junge Frauen in der Startup-Szene sichtbarer werden. All diese Ideen brauchen wir für ein wirtschaftlich erfolgreiches und sozial fortschrittliches Niedersachsen“, unterstreicht Dr. Carola Reimann.

Der Niedersächsische Wirtschaftsminister, Dr. Bernd Althusmann, sagt:  „Wir begrüßen die vorgelegte Studie sehr. Sie zeigt uns, dass Niedersachsen bei den Gründerinnen als Bundesland mit einem positiven Gründungsklima wahrgenommen wird. Mit unserer Startup-Initiative und den darin enthaltenen Bausteinen zur Förderung von Startup-Zentren, den Förderprogrammen NSeed, Gründungsstipendium und MikroSTARTer sowie der sich immer weiterentwickelnden Internetseite startup.niedersachsen.de arbeiten wir seit Jahren an einer nachhaltigen und guten Gründungsinfrastruktur. Gleichzeitig zeigt die Studie ein breites Handlungsspektrum auf, wie das Gründungsverhalten von Frauen noch besser unterstützt und ausgebaut werden kann. Wenn wir Niedersachsen als Gründungsland weiter nach vorne bringen wollen, dann brauchen wir noch mehr weibliche Gründungen. Die Ergebnisse der Studie werden uns dabei helfen.“

Fakt ist: Die Innovationskraft niedersächsischer Startup-Unternehmen ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unverzichtbar. Nach wie vor werden jedoch nur 15 Prozent der deutschen Startups von Frauen gegründet. Dabei geben neue digitale Lösungen und Geschäftsmodelle wichtige Impulse für traditionelle Unternehmen und erhöhen die Wertschöpfung in Niedersachsen.

Doris Petersen, Geschäftsführerin der hannoverimpuls GmbH, betont: „Die Studie gibt uns konkrete Hinweise darauf, wie wir als Wirtschaftsförderung mit neuen Formaten „Female Startups“ besser unterstützen können. Sie gibt darüber hinaus ein klares Signal, dass viele Rahmenbedingungen noch immer nicht passend sind für die weibliche Gründungsethik. Wir wünschen uns, dass die Studie Veränderungsprozesse bei allen Akteurinnen und Akteuren des Startup-Ökosystems anregt.“

Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten fasst Professorin Dr. Stephanie Birkner, die gemeinsam mit Lisa Heinrichs und Juliane Friedrich für das Studiendesign und deren Durchführung verantwortlich war, wie folgt zusammen: „Erste wichtige Schritte sind getan, um Genderstereotypen in der Start-up Szene aufzubrechen. Die Gründungswelt ist jedoch weiterhin noch sehr stark männlich geprägt. Um auf die vielfältigen Bedarfe und Bedürfnisse der Gesellschaft reagieren zu können, braucht es jedoch auch eine vielfältige Gründungsgemeinschaft. Das Sensibilisieren für und das Überwinden von (unbewussten) Vorurteilen ist hier ebenso wichtig wie die Erweiterung des Repertoires an Rollenvorbildern. Vor allem braucht es aber auch Rahmenbedingungen und Förderungen, die bedarfsorientiert angelegt sind und die zukünftigen Unternehmerinnen und Unternehmer in ihrer aktuellen Welt abholen und auf ihren Gründungswegen flexibel und individuell begleiten.“

Darüber hinaus schätzen Startup-Unternehmerinnen den Austausch mit Gleichgesinnten, wünschen sich aber auch mehr Kontakt zu Expertinnen und Experten in Sachen Vermarktung und Finanzierung. Dabei sei auffällig, dass Frauen eine nachhaltige und sinnhafte Gründung besonders wichtig sei. Es gehe ihnen selten nur um schnelles Geld. Vielmehr solle ihre Idee für Menschen oder Firmen konkrete Verbesserungen bringen; ökologische Verträglichkeit und ein sozialer Mehrwert spielen eine wichtige Rolle. Frauen gründeten zudem auch gerne in gemischten Teams – sehr männlich geprägte Netzwerke und Wettbewerbe blieben ihnen oft fremd.

Die Studie können Sie gern hier einsehen: female-startups-nds.de