Stadtmitarbeiter*innen zeigen sich solidarisch mit Oberbürgermeister Belit Onay Hannoverscher Oberbürgermeister erhält Drohmail gegen sich und seine Familie

HANNOVER. Nachdem bekannt wurde, dass der hannoversche Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) vor wenigen Tagen eine Drohmail mit dem Absender „NSU 2.0“ und einer inhaltlichen Morddrohung gegen ihn und seine Familie erhalten hat, versammelten sich heute Mitarbeiter*innen und Personalräte zur Mittagszeit vor dem Rathaus.

Die Bediensteten der Landeshauptstadt Hannover wollten mit dieser spontanen Kundgebung darauf hinweisen, wie entsetzt sie über die Drohmail sind. Symbolisch zeigten sie den Verfassern der Drohmail gegen ihren Chef die Rote Karte. Der ehemalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg war durch Zufall ebenfalls vor Ort und sprach mit Vertretern des Gesamtpersonalrates. Er, wie auch viele Ratspolitiker, verurteilen scharf die Drohungen gegen Belit Onay und seine Familie.

Die Politiker Filiz Polat, niedersächsische Bundestagsabgeordnete der Grünen, sowie ihre Kollegen Anton Hofreiter und Renate Künast aus der Fraktion der Grünen haben ebenfalls Drohmails mit dem gleichen Absender erhalten.

Onay hatte schon nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister im November des letzten Jahres mehrfach Drohbriefe und -mails erhalten. Die Polizei hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen.

In seiner Arbeit als Oberbürgermeister der Stadt Hannover könne und werde er sich durch Drohmails nicht beeinflussen lassen. Das erklärte Belit Onay an diesem Donnerstag. Den Einschüchterungsversuchen dürfe man nicht nachgeben. Hannovers Stadtoberhaupt hatte am späten Dienstagabend eine rechtsextremistische E-Mail mit Morddrohungen erhalten.

In der mit „NSU 2.0“ und „Heil Hitler“ unterschriebenen Mail wurden Onay sowie drei Bundespolitiker*innen der Grünen persönlich angesprochen. Das Schreiben ist an die Polizei weitergeleitet worden.

„Drohungen und Einschüchterungen nehmen ein unerträgliches Ausmaß an“, sagte Onay. Er nehme die Mail sehr ernst. Neu sei, dass eine Drohung auch auf seine Familie Bezug nehme. „Wir müssen alarmiert sein, denn der verbalen Hetze folgen immer wieder Gewalttaten“, betont der Oberbürgermeister. Die Gesellschaft und die Sicherheitsbehörden seien gefordert, sich konsequent in der Bekämpfung des Rechtsextremismus zu engagieren. In die Arbeit der Ermittler*innen habe er volles Vertrauen, erklärte Onay.

Der Oberbürgermeister bedankte sich für spontane Solidaritätsbekundungen, die ihn aus den Ratsfraktionen, der Landespolitik, aus der Stadtgesellschaft und der Belegschaft der Stadtverwaltung erreichten.

  • Mitarbeiter*innen der Stadt Hannover zeigten heute vor dem Rathaus spontan ihre Solidarität mit Oberbürgermeister Belit Onay nach der Drohmail © Bernd Günther
  • Mitarbeiter*innen der Stadt Hannover zeigten heute vor dem Rathaus spontan ihre Solidarität mit Oberbürgermeister Belit Onay nach der Drohmail © Bernd Günther
  • Mitarbeiter*innen der Stadt Hannover zeigten heute vor dem Rathaus spontan ihre Solidarität mit Oberbürgermeister Belit Onay nach der Drohmail © Bernd Günther
  • Auch der ehemalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg war vor Ort und zeigte sich bestürzt über die Drohungen gegen Onay und seine Familie © Bernd Günther
  • Mitarbeiter*innen der Stadt Hannover zeigten heute vor dem Rathaus spontan ihre Solidarität mit Oberbürgermeister Belit Onay nach der Drohmail © Bernd Günther
  • Mitarbeiter*innen der Stadt Hannover zeigten heute vor dem Rathaus spontan ihre Solidarität mit Oberbürgermeister Belit Onay nach der Drohmail © Bernd Günther