Feuer- und Rettungswache 1: Kostensteigerung deutlich unter 40 Millionen Euro

HANNOVER (PM). Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt der Feuer- und Rettungswache 1 werden um deutlich weniger als 40 Millionen Euro steigen. Zu dieser Klarstellung sieht sich die Stadtverwaltung wegen mehrerer entsprechender medialer Darstellungen veranlasst.

Für das Bauprojekt am Weidendamm, das im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) errichtet wird und in das nach Fertigstellung im Jahr 2021 auch die Regionsleitstelle einziehen soll, hatte die Verwaltung dem Rat der Landeshauptstadt Hannover eine vertrauliche Drucksache mit geschätzten Gesamtkosten von 71,59 Millionen Euro vorgelegt. Dieser Vorlage hat der Rat im November 2015 mit breiter Mehrheit (eine Gegenstimme) zugestimmt. Die Gesamtkosten des zweiten Bauabschnitts der Feuer- und Rettungswache 1 einschließlich der bauseitigen Leistungen wie zum Beispiel Leitstellentechnik und Einrichtungskosten belaufen sich zum heutigen Zeitpunkt auf circa 75,62 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 4,03 Millionen Euro (5,6 Prozent) und liegt damit im Rahmen eines Großprojektes vergleichbarer Komplexität.

Derzeit in gutachterlicher Klärung ist ein etwaiger Anspruch der Firma Ed. Züblin AG durch geänderte und zusätzliche Bauleistungen. Der Verwaltungsausschuss hat im Dezember 2019 den Rahmen für diese Vorgehensweise mit Züblin beschlossen. Dieser Rahmen sieht im Kern eine zusätzliche Vergütung bis zu einem Höchstbetrag von 12,5 Mio. Euro brutto vor, soweit der tatsächliche Mehraufwand durch das Gutachten eines öffentlich bestellten Sachverständigen bestätigt wird. Käme dieser Maximalbetrag zum Tragen, entspräche dies eine Steigerung der Gesamtkosten von 16,53 Millionen Euro (23,09 Prozent).

Die Höhe des Mehraufwands steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest, weil das erforderliche Gutachten noch nicht erstellt ist und die Forderung der Fa. Züblin auch noch nicht bestätigt ist. Bisher hat die Landeshauptstadt noch keine zusätzliche Vergütung an den Vertragspartner ausgezahlt.

Hintergrundinformationen:

Die mit der im November 2015 beschlossenen Drucksache geschätzten Gesamtkosten von 71,59 Millionen Euro enthielten die mit Stand 2015 vorliegenden Kosten aus dem zuschlagsreifen Angebot des ÖPP-Bieterwettbewerbs sowie die Schätzkosten der voraussichtlichen Endfinanzierung, Kosten der bauseitigen Bau- und Planungsleistungen wie zum Beispiel die Leitstellentechnik, Medientechnik oder Sicherheitstechnik sowie sonstige Ausstattungskosten. Die Kosten für die Leitstellentechnik werden abschließend zwischen der Landeshauptstadt, der Region Hannover und dem Kostenträger des Rettungsdienstes aufgeteilt. Ausgehend von den Werten der Drucksache aus 2015 beträgt der geschätzte Eigenanteil der Landeshauptstadt an den Einrichtungskosten zum Stand 2015 circa 2,1 Millionen Euro brutto. In den Gesamtinvestitionskosten enthalten sind hierbei der Pauschalfestpreis für Abriss, Planungs- und Bauleistungen aller Leistungen außerhalb der bauseitigen Leistungen sowie die Kosten der Bauzwischenfinanzierung.

Die Gesamtkosten von 71,59 Millionen Euro unterteilten sich wie folgt (jeweils Brutto-Beträge):

  • zuschlagsreifes wirtschaftlichstes Angebot des ÖPP-Bieters Firma Ed. Züblin AG als Pauschalfestpreis in Höhe von 45,68 Millionen Euro zuzüglich der Zinsen für die Zwischenfinanzierung des Bieters in Höhe von 0,51 Millionen Euro,
  • Risikozuschlag in Höhe von 2,79 Millionen Euro,
  • im Zuge der Projektvorbereitung und Wettbewerbs entstandenen Vorkosten in Höhe von 5,2 Millionen Euro,
  • die mit Stand 2015 geschätzten Zinsen für die Endfinanzierung in Höhe von 7,18 Millionen Euro brutto,
  • mit Stand 2015 indizierte Wartungskosten für zehn Jahre in Höhe von 1,95 Millionen Euro brutto,
  • Schätzkosten für die Bau- und Planungskosten der Leitstellentechnik inklusive Medientechnik „Stab“ in Höhe von 7,97 Millionen Euro,
  • Schätzkosten der Ausstattung des Rechenzentrums mit Servern und Racks in Höhe von 0,25 Mio. Euro brutto und abschließend
  • Schätzkosten der Ausstattung der Telefoninfozentrale in Höhe von 0,06 Millionen Euro.