Johanniter und KVN ziehen überwiegend positive Corona-Testbilanz am Flughafen Langenhagen Zeitweise starker Andrang von Flugrückkehrern – Online-Terminvergabe funktioniert und wird gut angenommen

HANNOVER (PM). Die Johanniter‐Unfall‐Hilfe und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) haben heute in Hannover‐Langenhagen eine erste, überwiegend positive Zwischenbilanz der Corona‐Testungen am Flughafen Langenhagen gezogen.

Die KVN hatte am 4. August das zunächst von der Region Hannover eingerichtete Testzentrum übernommen und einige Tage später ihr bisheriges Testzentrum in Empelde mit dem in Langenhagen zusammengelegt. Die Region hatte die Testungen in Langenhagen gemeinsam mit den Johannitern organisiert; die KVN hat diese Kooperation fortgesetzt.

Unter den zehn Testzentren, die die KVN derzeit landesweit unterhält, sticht der Standort Langenhagen durch seine hohe Testfrequenz besonders hervor. Hier wurden am vergangenen Samstag mehr als 1.700 Testungen vorgenommen, am Sonntag waren es 1.800 Testungen, am Montag dann 1.400. Diese Zahlen lassen sich darauf zurückführen, dass viele Flugrückkehrer unmittelbar nach dem Eintreffen auf dem Flughafen die Gelegenheit wahrnehmen, sich testen zu lassen, oder sogar zum Test verpflichtet sind.

Am Flughafen Langenhagen werden parallel neben den Flugrückkehrern auch Reisende getestet, die nicht mit dem Flugzeug unterwegs waren und sich online einen Testtermin reserviert hatten. Seit Freitag, 14:00 Uhr hat die KVN ein web‐gestütztes Buchungsportal für alle Testzentren in Niedersachsen eröffnet, auf dem sich Testwillige für einen Testtermin eintragen können. Bis zu 72 Stunden im Voraus lassen sich hier „Zeit‐Slots“ für Testungen reservieren. Die Anmelde‐Plattform läuft bisher ohne technische Probleme.

Bislang reichen die verfügbaren Testkapazitäten noch aus. Am Flughafen Langenhagen kam es aber am Wochenende auch einmal zum Engpass: Als kurz nacheinander drei Flugzeuge mit Mallorca‐Rückkehrern landeten, die allesamt der Testpflicht unterlagen, bildeten sich an den Teststationen lange Schlangen. Manche der Rückkehrer reagierten genervt auf die erhebliche Wartezeit – die Aussicht auf häusliche Quarantäne bis zur Bekanntgabe des Testergebnisses besserte die Stimmung auch nicht gerade.

Um solche Situationen künftig möglichst zu vermeiden, haben KVN und Johanniter sich noch besser abgestimmt. Als „Sofortmaßnahme“ wurde die tägliche Testzeit auf den Zeitraum von 05:00 Uhr morgens bis 02:00 Uhr nachts ausgeweitet. Zudem schließt die KVN jetzt in ihrem Online‐Buchungssystem die Zeit‐Slots für Zeiten, an denen Flugzeuge landen, deren Passagiere generell der Testpflicht unterliegen, um so die gesamten Testkapazitäten für die Flugrückkehrer frei zu halten. „Dennoch kann es immer wieder einmal zu Wartezeiten kommen“, betont Bettina Martin vom Fachbereich Kommunikation der Johanniter‐Unfall‐Hilfe e.V., Regionalverband Niedersachsen Mitte. „Auf den Flugbetrieb haben wir keinen Einfluss. Insbesondere wenn mehrere Flugzeuge aus Risikogebieten fast gleichzeitig eintreffen, ist bei den Ankommenden etwas Geduld gefragt. Unsere Testteams haben viel Routine entwickelt, mit der sie auch einen stärkeren Andrang bewältigen.“ Ständig sind etwa 15 Hilfskräfte der Johanniter im Einsatz; derzeit wird personell aufgestockt.

Dennoch zieht auch Nicole Löhr, als Geschäftsführerin der KVN Bezirksstelle Hannover für den Betrieb des Testzentrums in Langenhagen verantwortlich, eine positive Bilanz des bisherigen Testverlaufs: „Wir haben die steigenden Testzahlen am Flughafen Langenhagen bislang gut auffangen können und dafür einen verlässlichen Partner gefunden. Unser OnlineBuchungssystem wird von der Bevölkerung gut angenommen, die Termine sind weitgehend ausgebucht. Wir warten jetzt ab, ob mit dem Ferienende in Niedersachsen die Testzahlen zurückgehen.“

Seit Einrichtung des Testzentrums am Flughafen wurden dort bis Montagabend 15.261 Testungen vorgenommen, von denen bis zu diesem Zeitpunkt 13.229 ausgewertet wurden. Darunter befanden sich 104 Positivtestungen, das entspricht einer Infektionsrate von 0,79 Prozent.