Zahl der Ertrunkenen beunruhigend hoch DLRG und Polizei trainieren das richtige Verhalten in Notsituationen im Wasser

HANNOVER (PM/red.). Zahl der Ertrunkenen beunruhigend hoch. Vor diesem Hintergrund trainierten DLRG und Polizei am Nordufer des Maschsee heute das richtige Verhalten bei Notsituationen im Wasser. Erst vor Kurzem waren Polizeibeamte die ersten vor Ort bei Wassernotfällen im Bereich Hannover, die sofort in kompletter Dienstbekleidung zur Menschenrettung ins Wasser sprangen.

Die aktuellen Zahlen sind alarmierend: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind in Deutschland mindestens 192 Menschen in Badeseen und anderen Gewässern ertrunken, davon 24 allein in Niedersachsen. Das sind fünf weniger als im Vorjahr. Dennoch belegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich nach Bayern (35) und Nordrhein-Westfalen (26) den traurigen dritten Platz. Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Statistik der DLRG, die Anfang August veröffentlicht wurde.

Nach Einschätzung der Ehrenamtsorganisation ist, verstärkt durch die anhaltende Corona-Situation, für den Rest des Jahres noch mit deutlich höheren Zahlen zu rechnen. Der Grund: Kommunale Schwimmbäder müssen diesen Sommer aufgrund notwendiger Hygienekonzepte im Zusammenhang mit dem Corona-Virus den Zugang für Badegäste deutlich beschränken. Die Folge: Zunehmend mehr Menschen baden und schwimmen in unbeaufsichtigten Badeseen, Flüssen oder Kanälen.

Droht dort ein Mensch zu ertrinken, dann zählt für Retterinnen und Retter jede Sekunde – auch für Polizistinnen und Polizisten, die regelmäßig als erste vor Ort sind. Helfenden bleibt wenig Zeit, Uniformteile und Ausrüstungsgegenstände wie Waffe, Funkgerät und Schutzweste abzulegen. „Nicht nur im Einsatz zählen körperliche Fitness und richtiges Verhalten, sondern gerade in Notsituationen“, sagt Polizeipräsidentin Christiana Berg und ergänzt: „Genau deswegen über wir auch die sichere Rettung im Wasser!“ Die Fäden dazu laufen im Bereich „Sport in der Polizei“ zusammen. Ein Team koordiniert dort die sportliche Aus- und Fortbildung für die Polizei Niedersachsen.

Unter realistischen Bedingungen trainieren heute rund 20 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte der 2. Bereitschaftspolizeihundertschaft aus Hannover am Nordufer des Maschsees gemeinsam mit zwölf ehrenamtlichen Rettungskräften der DLRG das schnelle und professionelle Retten aus Gewässern und testen dabei gleichzeitig ihre persönliche Rettungsfähigkeit im Freiwasser.

„Gerade in Gefahrensituationen auch im und am Wasser darf die Bevölkerung zu Recht von ihrer Polizei erwarten, dass wir alles tun, um Menschenleben retten. Daher ist die Rettungsfähigkeit von Polizeibeamtinnen und -beamten regelmäßig ein Aspekt im Aus- und Fortbildungsprogramm“, betont Polizeioberkommissar Ulf Maier, verantwortlicher Ausbilder im Team „Sport in der Polizei“.



Insbesondere die DLRG klärt auf und warnt regelmäßig: „Gehen Sie nicht in unbeaufsichtigten Gewässern schwimmen oder baden! Schwimmerinnen und Schwimmer überschätzen oft ihre Kräfte und Fähigkeiten“, so Torsten Heuer, Bezirksleiter der DLRG Hannover-Stadt in einem dringenden Appell an die Bevölkerung.

Auch Kinder kommen im Wasser immer wieder zu Tode – zuletzt am vergangenen Wochenende ein sechsjähriges Kind im Saterland. „Lassen Sie Ihr Kind beim Baden oder Spielen im oder am Wasser nicht eine einzige Sekunde aus den Augen! In dieser Sekunde kann viel passieren – mit schlimmsten Folgen!“, warnt Torsten Heuer./tr

Zum Bereich „Sport in der Polizei“:

Die Organisationseinheit der ZPD ist sowohl mit landesweiten als auch mit behördeninternen Aufgaben betraut. Die Mitarbeitenden dort beraten und unterstützen den Polizeisportbeauftragten sowie die Sportsachbearbeiterinnen und -sachbearbeiter der Polizeidirektionen in allen Fragen des Dienst- und Wettkampfsportes sowie des Gesundheits- und Präventionssportes.

  • Bereitschaftspolizei und DLRG üben gemeinsam Wasserrettung am Nordufer des Maschsee © Bernd Günther
  • Bereitschaftspolizei und DLRG üben gemeinsam Wasserrettung am Nordufer des Maschsee © Bernd Günther
  • Besprechung vor der Übung mit Polizist*innen der Bereitschaftspolizei © Bernd Günther
  • Der verantwortliche Ausbilder Polizeioberkommisar Ulf Maier (2. v.l.) und Torsten Heuer (3. v.l.), Bezirksleiter der DLRG Hannover-Stadt, erläutern die Übung © Bernd Günther
  • Ein Schlauchboot der Bereitschaftspolizei beteiligte sich an der Übung © Bernd Günther
  • Zwei Polizeibeamtinnen bei der Vorbereitung für den Übungseinsatz © Bernd Günther
  • Ein Rettungsboot der DLRG warten auf den ersten Übungseinsatz © Bernd Günther
  • Vier Rettungsschwimmer*innen der DLRG stellen die Ertrinkenden dar © Bernd Günther
  • Zeitüberbrückung bis zum Start. Ein Rettungsschwimmer der DLRG sorgt gleich für Abfallbeseitigung vom Maschseegrund © Bernd Günther
  • Kurze Besprechung zwischen der "Ertrinkenden" und den beiden "Rettern" der Polizei nach der Übung © Bernd Günther
  • Ein Surfer droht zu "ertrinken". Bereitschaftspolizei und DLRG üben gemeinsam Wasserrettung am Nordufer des Maschsee © Bernd Günther
  • Zwei Polizeibeamte stürzen sich zur Rettung eines "Ertrinkenden" ins Wasser des Maschsee © Bernd Günther
  • Zwei Polizeibeamte stürzen sich zur Rettung eines "Ertrinkenden" ins Wasser des Maschsee © Bernd Günther
  • Nach der Rettung wird der "Verunglückte" am Nordufer von Polizeikräften versorgt © Bernd Günther
  • Nach der Rettung wird der "Verunglückte" am Nordufer von Polizeikräften versorgt © Bernd Günther
  • Nach der Rettung wird der "Verunglückte" am Nordufer von Polizeikräften versorgt © Bernd Günther
  • Nach der Rettung wird der "Verunglückte" am Nordufer von Polizeikräften versorgt © Bernd Günther
  • Nach der Rettung wird der "Verunglückte" am Nordufer von Polizeikräften versorgt © Bernd Günther
  • Während am Ufer noch eine gerettet Person versorgt wird, sind schon die nächsten zwei Polizeibeamten im Wasser © Bernd Günther
  • Die Bootsführerin des DLRG-Rettungsbootes wartet auf die nächste Übungssequenz © Bernd Günther
  • Eine Polizeibeamtin ist "versehentlich" über Bord gegangen und wird von ihren Kollegen wieder ins Boot gezogen © Bernd Günther
  • Eine Polizeibeamtin ist "versehentlich" über Bord gegangen und wird von ihren Kollegen wieder ins Boot gezogen © Bernd Günther
  • Bei der Wärme üben die Bereitschaftspolizist*innen gleich gerne noch ein zweites Mal © Bernd Günther
  • Zwei Bereitschaftspolizisten warten auf ihren Einsatz zur Wasserrettung einer Person © Bernd Günther
  • Mit einem Spezialnetz wird ein Verunglückter an ein DLRG-Rettungsboot übergeben, wenn dieses keine Bugklappe zur Aufnahme hat © Bernd Günther