Führungsriege der Landeshauptstadt Hannover ist komplett Thomas Vielhaber tritt Dienst als Baudezernent an

HANNOVER (PM). Thomas Vielhaber vervollständigt ab heute (2. November) die Dezernent*innen-Riege der Landeshauptstadt Hannover. Der 59-Jährige hat seine Arbeit als Baudezernent aufgenommen. Er hat die Nachfolge von Uwe Bodemann angetreten. Nachdem zuvor bereits Sylvia Bruns (51) die Leitung des Sozialdezernats sowie Prof. Lars Baumann (49) die Leitung des Personaldezernats übernommen hatten, ist die Stadtspitze nun komplett.

Oberbürgermeister Belit Onay betonte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Thomas Vielhaber. „Er ist ein Gestalter, ein ausgewiesener Experte mit viel Erfahrung und ein Netzwerker.“  In der Stadt Arnsberg, in der als Planungs- und Baudezernent tätig war, sei es Thomas Vielhaber gelungen „starke Akzente zu setzen“, meinte Onay.

Im Baudezernat der Landeshauptstadt sind insgesamt 1250 Menschen beschäftigt.  Das Dezernat verantwortet die Fachbereiche Stadtplanung und -entwicklung, den Tiefbau sowie das Gebäudemanagement.

 „Auch mal Experimente wagen“

Als neuer hannoverscher Baudezernent wirbt Thomas Vielhaber dafür, „einen neuen Blick auf die Stadt zu werfen und manchmal auch experimentelle Wege zu beschreiten“.   Eine zentrale Aufgabe werde es sein, die Rolle der Landeshauptstadt als überregionales Zentrum zu stärken. Dazu brauche es passende Infrastrukturen bei guter Erreichbarkeit.  Einen Schwerpunkt sieht der Diplom-Ingenieur für Raumplanung in der Stabilisierung der Innenstadt. Der Einzelhandel mit seiner Leitfunktion werde durch den wachsenden Online-Handel und verändertes Kaufverhalten auf die Probe gestellt. Corona beschleunige diese Entwicklungen. Aufwerten ließe sich die Innenstadt, indem der „Nutzungsmix“ ausgebaut werde – etwa durch das stärkere Einbringen weiterer Funktionen wie Wohnen und Arbeiten, Kultur, Sport und Freizeit. Der Umbau von Plätzen, Straßen, Wegen und Grünflächen sei begleitendes Instrument, um Aufenthalts- und Lebensqualität zu verbessern. „Stadt ist heute mehr als Einkaufs-, Wohn oder Arbeitsstandort“, stellte Vielhaber fest.

Autofreie Innenstadt und Klimaschutz

Auf dem Weg zur autofreien Innenstadt müssen nach Ansicht Vielhabers die vom motorisierten Individualverkehr ausgehenden Belastungen wie Platzbedarf, Lärm, Abgase und  Unfallgefahr möglichst zügig reduziert werden. Der Raumgewinn werde Radfahrer*innen und Fußgänger*innen zugute kommen. Auch Flächen für Spiel und Sport, für Außengastronomie oder als Ruhezonen seien denkbar.  Der Klimaschutz gewinne an Stellenwert.  Lange Hitze- und Trockenperioden in großflächig versiegelten und schlecht durchlüfteten Städten seien belastend für Mensch und Natur. Vielhaber forderte ein Umdenken auf lokaler Ebene. Der Ausbau dezentraler Versorgungs- und Infrastrukturen sei einer von vielen richtigen Schritten, klimaschonendes Bauen ein weiterer.

Wohnungsmarkt unter Druck

Den Wohnungsmarkt in Hannover sieht Vielhaber „unter Druck“. Aufgrund der Boden- und Baupreise fielen preiswerte Wohnungen oft durchs Raster. Kommunale Wohnbaugesellschaften und Wohnungsgenossenschaften könnten hier erhebliche Beiträge liefern, den Wohnungsmarkt aber nicht allein vom großen Druck befreien. Vielhaber plädiert für gemeinsame Ansätze von Wohnungsunternehmen, Immobilienwirtschaft, Sozialverbänden, Kommune und anderen Institutionen, die unterstützend wirken.

Als „harten Standortfaktor“ bewertet Vielhaber die Baukultur. Sie umfasse auch den Planungs- und Vermittlungsprozess und trage zur Identifikation und Bindung der Bürger*innen an ihr Quartier und ihre Stadt bei. Dabei könnten Entscheidungsprozesse und -ergebnisse zu Fragen der Stadtgestaltung und Architektur vielfach auch öffentlich beraten werden, ohne ihren fachlichen Hintergrund zu verlieren. Eines von mehreren Instrumenten sei der Gestaltungsbeirat, der – extern besetzt – Verwaltung und Politik in schwierigen Fragen fachlich unterstützt.