Vermeintliche Handgranate löst Polizeieinsatz in der Lister Meile aus

HANNOVER (ots). Am Montag, 16.11.2020, ist es nach einem handfesten Streit zwischen Passanten auf der Lister Meile in der hannoverschen Oststadt zu einem Polizeieinsatz mit einer Festnahme gekommen. Bei der anschließenden Durchsuchung eines 53 Jahre alten Mannes wurde ein Gegenstand gefunden, der wie eine Handgranate aussah. Die Polizei musste die Lister Meile zeitweise sperren.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizeiinspektion Hannover kam es auf der Lister Meile gegen 12:25 Uhr zu einem Streit und anschließend zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Ein 53-Jähriger versuchte dabei auf einen 57 Jahre alten Mann mit einem Teleskopschlagstock einzuschlagen. Zudem bedrohte er mit dem Teleskopschlagstock einen 48 Jahre alten Mann, der seinem Bekannten zur Hilfe eilte. Bei der körperlichen Auseinandersetzung wurde niemand verletzt. Ein Polizeibeamter aus Nordhessen, der sich auf der Lister Meile aufhielt, informierte die Lage- und Führungszentrale.

Die Beamten rückten aus und nahmen den 53-Jährigen vorläufig fest. Bei der Durchsuchung stellten die Polizisten in der Umhängetasche des Mannes einen olivgrünen Gegenstand in Form einer Handgranate mit einem eingesetzten Splint fest. Daraufhin wurde eine Sperrung der Lister Meile zwischen dem Weißekreuzplatz und dem Einmündungsbereich der Sedanstraße veranlasst.

Ein Entschärferteam des Landeskriminalamts Niedersachsen wurde angefordert und klassifizierte den Gegenstand als sogenannte Airsoft-Granate. Dabei handelt es sich um einen realistischen Nachbau einer Eierhandgranate für das taktische Geländespiel „Airsoft“. Bei der Auslösung entsprechender Airsoft-Granaten kommt es zum Ausschleudern von spielspezifischen Markierungskügelchen. Eine Gefährdung für Menschen war zu keiner Zeit gegeben. Die Sperrung wurde nach etwa einer halben Stunde aufgehoben.

Der 53-Jährige wurde in die Polizeiwache für weitere polizeiliche Maßnahmen gebracht. Die Beamten fanden bei ihm weitere Gegenstände, die unter das Führverbot des Waffengesetzes fallen, und beschlagnahmten diese. Nach Ende der polizeilichen Maßnahmen wurde der 53-Jährige entlassen.

Die Polizei leitete mehrere Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Mann ein und ermittelt nun unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung.