Nein zu geschlechtsbasierter Gewalt Sozialministerin Dr. Carola Reimann unterstützt den Kampf am Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November 2020

HANNOVER (PM). Zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen ruft Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann auf, das Schweigen bei geschlechterbasierter Gewalt zu brechen und konsequent dagegen vorzugehen. Die Ministerin setzt ein Zeichen und beteiligt sich an der Aktion Orange the World der UN Women.

Am Mittwoch, 25. November 2020, werden weltweit Gebäude, darunter auch das Niedersächsische Sozialministerium, in Orange erstrahlen, um das Problembewusstsein zum Thema zu verstärken.

Sozialministerin Reimann: „Gewalt aufgrund des Geschlechts oder der Sexualität findet alltäglich in unterschiedlichen Formen mitten in unserer Gesellschaft statt. Körperliche und psychische Gewalt gehören zum Alltag von Frauen, Lesben, Inter-, Nichtbinären- und Transpersonen.“

Weiter führt sie aus: „Insbesondere das Zuhause, ein vermeintlich sicherer Rückzugsort, birgt große Gefahr: An jedem dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, alle 45 Minuten wird – statistisch gesehen – eine Frau Opfer von Partnergewalt. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich über den polizeibekannten Fällen. In der Zeit der Corona-Pandemie ist nach den Berichten der Beratungs- und Hilfestellen davon auszugehen, dass häusliche Gewalt eher zunimmt.“

Daher ihr Appell: „Diese Gewalt darf nicht geduldet werden. Wir alle sind im Rahmen nachbarschaftlicher Solidarität gefragt Zivilcourage zu zeigen.“

Seit 1991 ist der 25. November offiziell als internationaler Gedenktag für die Opfer von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den Vereinten Nationen anerkannt. Der Gedenktag geht auf den Todestag der drei Schwestern Mirabel im Jahr 1960 zurück, die aufgrund ihres Widerstands gegen Diktator Trujillo in der Dominikanischen Republik ermordet wurden.

Mit zahlreichen Aktionen und Info-Veranstaltungen wird diesem wichtigen Thema jeweils am 25. November besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ziel ist es, die Einhaltung von Menschenrechten zu thematisieren und Gewalt gegen Frauen stärker in das Bewusstsein einer internationalen Öffentlichkeit zu bringen und anzuprangern.

„Der Kampf gegen Gewalt hat in Niedersachsen seit Gründung des bundesweit ersten Frauenministeriums vor 30 Jahren eine lange Tradition“, betont Gleichstellungsministerin Dr. Carola Reimann.

Seit 1990 ist die Gleichstellungspolitik in Niedersachsen fest institutionalisiert. Neben vielfältigen Themen – sei es die Überwindung überholter Rollenklischees, die Verbesserung der Erwerbstätigenquote von Frauen oder ihre gesellschaftliche Teilhabe in allen Bereichen – lag ein Schwerpunkt von Beginn an bei dem Thema Gewalt gegen Frauen. Der damalige Mittelansatz von 2,1 Mio. DM für den Schutz von Frauen und Mädchen wurde seit dem vervielfacht und beträgt heute rund 10,2 Millionen Euro im Jahr. Ein entsprechend breites Angebot für Betroffene konnte damit aufgebaut werden. Frauenhäuser, Mädchenhäuser, ein Netz von Notrufen und Beratungseinrichtungen sowie Anlaufstellen bei sexuellem Missbrauch zeigen deutlich, dass der Schutz vor Gewalt und die Prävention von Gewalthandeln auch 30 Jahre später höchste Priorität haben muss.

Hintergrund:

In Niedersachsen gibt es ein engmaschiges Netz an Hilfen für Betroffene. Die Angebote reichen von Frauenhäusern über Beratungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (BISS) und Gewaltberatungsstellen bis hin zu Notrufen:

https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/frauen_gleichstellung/beratungs_und_serviceangebote/

Das gesamte niedersächsische Gewaltschutzsystem für Frauen steht auch in Zeiten der Corona-Krise weiterhin zur Verfügung. Die 46 Gewaltberatungsstellen sind telefonisch und per E-Mail erreichbar und bieten zum Teil auch Online-Beratung an. 43 Einrichtungen nehmen gewaltbetroffene Frauen auf. Grundsätzlich kann immer im Sinne des Grundsatzes „Wer schlägt, muss gehen!“ der Täter durch polizeiliche Anordnung der Wohnung verwiesen werden.

Eine erste Beratung bietet das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000/116 016 an. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich, kostenlos und wird in 18 Sprachen angeboten (www.hilfetelefon.de).

Das „Netzwerk ProBeweis“ bietet von Gewalt Betroffenen in Niedersachsen flächendeckend in 40 Kliniken die Möglichkeit, Beweise sichern zu lassen – unabhängig von einer eventuellen späteren Strafverfolgung: www.probeweis.de, Tel.: 0511/532 4599.

Das Programm „Worte helfen Frauen“ (www.worte-helfen-frauen.de) wendet sich gezielt an geflüchtete Frauen. Um Sprachbarrieren abzubauen, können alle Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Belangen beraten, mit diesem Projekt den Einsatz von Sprachmittlungen direkt und kostenfrei in Anspruch nehmen.