Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vom DRK-Region Hannover im Schneeeinsatz Geländegängige Fahrzeuge unterstützen Rettungsdienst in schwer zugänglichen Gelände

HANNOVER (red.) Die Witterungslagen mit den starken Schneefällen und den Schneeverwehungen erfordert manchmal auch besondere Unterstützung, wenn es darum geht, verletzte Personen aus unwegsamen oder schwer zugänglichem Gelände zu retten. Gerade im Bereich des Deister kommt es häufiger zu Unfällen, zu denen der Rettungsdienst mit seinen eigentlich für den normalen Straßenverkehr gedachten Rettungswagen nicht wegen des Geländes anfahren kann.

Hier helfen schon seit Jahren die ehrenamtlichen Rettungskräfte des DRK-Region Hannover aus dem Katastrophenschutzzentrum Empelde und auch anderen Standorten mit ihren Bereitschaften mit geländegängigen Krankenwagen aus, um einen Verletzten bis zu einem Übergabepunkt an einer normalen Straße dem Rettungsdienst zu übergeben.

Wir haben heute mit einem von ihnen, Carsten Di Palma (Gruppenführer Sanitätsdienst) vom Standort in Empelde gesprochen. Er schilderte uns die derzeitige Lage und berichtete von der Arbeit der ehrenamtlichen Sanitäterinnen und Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes.

Carsten Di Palma: „Schon an „normalen“ Wintertagen besetzen wir aus der Bereitschaft Empelde regelmäßig bis zu drei allradgetriebene Krankenwagen. Dabei handelt es sich um einen Mercedes-G, einen Sprinter und einen Unimog. Alle Fahrzeuge können bei starken Schneefall mit Schneeketten ausgerüstet werden. So erreicht man oft Einsatzstellen, zu denen Rettungswagen mit normalen Antrieben nicht vordringen können.

Unsere Fahrzeuge sind zum Teil mit speziellen Rettungsgeräten ausgestattet. Zum Beispiel eine sog. Schleifkorbtrage. Diese besteht aus Kunststoff und kann von mehreren Personen getragen werden. Daneben haben wir noch einen Akia. Dies ist eine Art Schlitten bestehend aus einer Metallwanne an die Stangen montiert werden. So kann man diesen dann einfach  über Schnee ziehen. Vorteil: es werden nicht viele Personen zum tragen benötigt. Im inneren liegt eine Vakuummatratze bereit, auf die der Patient gelagert wird. Falls es draußen sehr kalt ist, kann der Patient in einen Wärmesack gelegt werden.

Natürlich beschränken sich Einsätze an jenen Tagen auf die höheren Lagen in der Region (z.B. den Deister bei Barsinghausen). Was uns aber seit gestern Nacht beschäftigt, ist sehr viel schwieriger. Plötzlich sind viele Straßen durch Schneewehen blockiert. Da sind selbst sonst unkomplizierte, kleinere Steigungen für normale Fahrzeuge kaum zu erklimmen.

Deshalb haben wir in der gesamten Region Hannover insgesamt 6 Fahrzeuge des DRK Regionsverbands in Dienst genommen. Sie stehen seit Samstag Abend bereit, um im Notfall schnell für den Bürger da zu sein. Denkbar sind „Zubringer“ Einsätze von Personal und Material, oder als „First Responder“ die Lücke zwischen Notruf und Eintreffen des hauptamtlichen Rettungsdienstes zu überbrücken wenn dieser eine längere Anfahrt hat. Natürlich können wir bei hohem Einsatzaufkommen auch Patienten in Krankenhäuser bringen.

Wir selbst hatten heute bereits einen Einsatz. Es war bei Notruf nicht klar, ob der Rettungswagen die Einsatzstelle schnell erreichen kann. Daher rückten wir nach einer Minute mit einem Fahrzeug ab um möglichst schnell mit einer Erstversorgung beginnen zu können. Nach einer kurzen Versorgung wurde der Patient an den RTW und einen Notarzt übergeben.

In Springe wurde ein Gelände-Krankenwagen bereits zwei mal in den letzten Tagen eingesetzt. Beide Einsatzstellen waren durch den hauptamtlichen RTW nicht erreichbar. Ein Patient wurde von der Wohnung zum bereitstehenden RTW transportiert und übergeben. Der zweite Einsatz konnte abgebrochen werden.

All dies machen die Einsatzkräfte ehrenamtlich, in Ihrer Freizeit. Und das ganze noch bis mindestens morgen früh, eher noch bis morgen Abend. Ich bin immer wieder davon begeistert, dass sie trotz fast einem Jahr Corona-Einsatz ohne zu zögern, ihre Freizeit opfern. Das verdient in meinen Augen besondere Anerkennung.“

  • Ein geländegängiger Krankenwagen übergibt einen Patienten am Deisterrand an den hauptamtlichen Rettungsdienst © Philipp Köhler
  • Tobias Eickmann vom DRK-Region Hannover auf Quad mit Schneeschild © Carsten Di Palma / DRK
  • Geländegängiger Krankenwagen auf Unimog-Basis vom DRK-Region Hannover © Carsten Di Palma / DRK
  • Der geländegängige Krankenwagen fährt den Patienten bis zum Landeplatz des Rettungshubschraubers © Arvid Willinger
  • Die DRK-Region Hannover besitzt in ihrem Katastrophenschutzzentrum gleich mehrere geländegängige Rettungsmittel © Carsten Di Palma / DRK