Impfung mit AstraZeneca in Deutschland ausgesetzt Gesundheitsministerin Daniela Behrens: „Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen geht vor, das ist vollkommen klar“

BERLIN (red/PM). Wie auch in einigen anderen europäischen Länder stoppt nun auch Deutschland die Corona-Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca. Nach einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts hat sich das Bundesgesundheitsministerium dazu entschlossen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn benannte diese Entscheidung eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Das Aussetzen der Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca ist eine Vorsichtsmaßnahme. Das Bundesgesundheitsministerium teilte dieses am Montag mit und berief sich auf eine Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts.

Das Institut wegen aktueller Meldungen eine Untersuchung des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Thrombosen und der Impfung mit AstraZeneca erforderlich. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA muss entscheiden, ob die aktuellen Erkenntnisse sich auf die derzeitige Zulassung von AstraZeneca in der EU auswirken.

Neben Deutschland hatten zuvor auch einige weitere Länder wie Österreich, Irland, Norwegen, Dänemark, Island, Italien und die Niederlande die Impfung mit diesem Impfstoff ausgesetzt.

Hierzu Gesundheitsministerin Daniela Behrens: „Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen geht vor, das ist vollkommen klar. Deswegen ist die Entscheidung des Paul-Ehrlich-Instituts absolut nachvollziehbar und richtig, die Impfungen mit AstraZeneca zunächst auszusetzen. Das wirft uns in der Impfkampagne natürlich wieder ein Stück zurück. Dennoch ist es absolut unerlässlich, dass das PEI den Fällen jetzt akribisch auf den Grund geht und mögliche Zusammenhänge zwischen der Impfung und aufgetretenen Hirnvenen-Thrombosen aufdeckt bzw. ausschließt. Solange wird Niedersachsen die Impfungen mit AstraZeneca aussetzen. Die kommunalen Impfzentren haben wir soeben darüber informiert, dass ab sofort keine weiteren Impfungen mit diesem Wirkstoff vorzunehmen sind.“

Das PEI weist darauf hin, dass sich Personen, die den COVID-19-Impfstoff AstraZeneca erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen z.B. mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen, unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollen. Die Mitteilung des PEIs ist am Ende des Artikels.

Der Impfstopp wird sich leider auf das Vorankommen der Schutzimpfungen in Niedersachsen auswirken. Die Impfungen mit AstraZeneca wurden gestoppt. Alle anderen Impfungen mit Impfstoff der Firmen BioNTech und Moderna laufen weiter. Welche konkreten Folgen, wie etwa der Umgang mit Lagerbeständen oder neue Terminvergaben etc., sich aus der Entscheidung ergeben, wird jetzt analysiert und bewertet. Nach Mitteilung des Bundes wird die Europäische Arzneimittelbehörde EMA entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Stand heute wurden nach Niedersachsen 295.200 Impfdosen AstraZeneca ausgeliefert. 134.549 Dosen wurden verimpft.

Mitteilung des Paul-Ehrlich-Institut: