M Homann Impfaktion

Johanniter organisieren Impf-Termine für Mitarbeiter, Helfer und Klienten Mehr als 200 Menschen wurden dabei gegen Sars-CoV-2 geimpft. Die Erleichterung in den Kitas und der Pflege ist groß

HANNOVER (PM).  Der Weg zur Spritze war gut ausgeschildert. „Impfen“ stand auf dem Poster vor dem Johanniter-Zentrum in Hannover-Vahrenwald, dazu ein großer Pfeil – hier entlang. Am Sonnabend wurde am Kabelkamp das Personal der hannoverschen Johanniter-Kitas geimpft. Zwei unterschiedliche Welten – Erzieher und Rettungsdienstler – trafen bei dieser „Wir für euch“-Aktion aufeinander und verstanden sich auf Anhieb.

Die Prozedur für die Kita-Mitarbeitenden begann mit einem Mund/Rachen-Schnelltest. Nach einer Viertelstunde Wartezeit ging es weiter zur ärztlichen Beratung und Impfung. Dann eine Treppe hoch zum Ausruhen bei Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen in den Lehrsaal. Immer mit Maske, immer mit Abstand. „Wir konnten allen unseren Kita-Mitarbeitenden dieses Impfangebot machen und freuen uns, dass 76 Frauen und Männer es angenommen haben“, sagte Michael Homann von den Johannitern im Regionalverband Niedersachsen Mitte. Diese erste Impfung werde Sorgen nehmen und Entspannung in die Einrichtungen tragen.

Diana Lange und Marzena Lenga, die in der Küche der Kita Börgerstraße arbeiten, gehörten um 9.30 Uhr zu den Ersten auf der Liste, die bis in den Nachmittag hinein abgearbeitet wurde. „Ich hatte, was das Impfen angeht, zunächst Bedenken“, sagte Marzena Lenga, ein Gefühl, das sie mit vielen ihrer Kollegen teilt. Als aber ihr Entschluss für eine Impfung gefallen war, seien die Sorgen großer Erleichterung gewichen: „Jetzt kann man mein glückliches Gesicht hinter der Maske leider nicht sehen.“ Auch bei Erzieherin Annelie Hennecke und Heilpädagogin Birgit Mühlenbrink überwog die Freude: „Bei der Arbeit mit Kindern, gerade mit den Kleinsten in der Krippe, lässt sich einfach kein Abstand einhalten.“ Erzieherin Ramona Gutsche hofft durch das Impfen auf ein bisschen mehr Freiheit auch im Privaten: „Bei meinem Opa und mir war es ein Wettrennen, wer wohl als erstes geimpft wird. Heute bin ich dran, er hat aber schon in der kommenden Woche seinen Termin.“ Für Sozial-Assistentin Mirja Gilica-Ultes war es eine der ersten Begegnungen mit der Johanniter-Welt: „Ich fange erst im April in der Kita Börgerstraße an. Toll, dass es gleich mit einer Impfung startet.“

Für die Aktion hatten zahlreiche Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer sich am Sonnabend Zeit genommen. Benjamin Häselbarth, Bereichsleiter Sondereinsatzdienste und Thomas Bieniek, Bereichsleiter Notfallmanagement, hatten organisiert und vorbereitet. Mitarbeiter aus dem Organ-Transportdienst und Helfer aus dem Ehrenamt übernahmen den Mund/Rachen-Schnelltest, behielten den Überblick bei den nötigen Dokumenten für die Impflinge und die Ablage und beantworteten Fragen aller Art. Liesa Krüger, Einrichtungsleiterin der Kita Weltkinder, blieb nach ihrer eigenen Impfung gleich vor Ort und begleitete ihre Kollegen einzeln von der Impfung bis zum Ausruh-Raum. Aus ihrer Kita waren so gut wie alle Mitarbeitenden der Einladung gefolgt. „Die Impfung wird sich auf unseren Alltag auswirken“, sagte sie. In den kommenden Wochen werde sich das pädagogische Personal im Austausch und Kontakt mit Kindern und Eltern bestimmt sicherer fühlen.

Am Sonntag ging es mit dem Impfen im Johanniter-Ehrenamtszentrum in Hannover-Linden nahtlos weiter. Dort war den ganzen Tag über ungewöhnlich viel los im Erdgeschoss des Gilde Carré, wo sich insgesamt 133 Personen aus verschiedensten Bereichen ihre Impfung abholten. Unter ihnen waren Pflegekräfte, Mitarbeitende und Mieter im Betreuten Wohnen sowie Ehrenamtliche aus den sozialen Diensten. Zu letzteren gehörte Silvia Füssel, die sich ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst engagiert und froh über den Schutz ist. Während sie nach ihrer Impfung eine Viertelstunde wartete, schallte von nebenan Gelächter herüber. Drei Frauen klönten – mit Abstand und Maske – und brachten so gemeinsam die Wartezeit herum. Sie nehmen derzeit am Vorbereitungskurs für Hospizhelfer teil und werden schon bald schwer kranke Menschen begleiten. „Es ist super organisiert hier“, sagten sie. Dafür verantwortlich zeichneten Anke Rohlfs und Jasmin Heinecke vom Ehrenamtszentrum sowie David Felix-Meinholz, Leiter des Betreuten Wohnens der Johanniter in Hannover. Die Impfung selbst übernahmen wieder Kollegen. Ehrenamtliche Helfer aus dem Ortsverband Hannover-Wasserturm maßen Temperatur, berieten ärztlich und impften schließlich.

Sonja Huxolt vom Team des Betreuten Wohnens im Gilde Carré musste bis zum Nachmittag auf ihre Impfung warten. Kein Problem für sie, solange kümmerte sie sich um die Mieter der Wohnanlage, die nach und nach ihre Termine wahrnahmen. „Alle sind aufgeregt, aber freuen sich auch über die Impfung“, sagte sie. „Viele haben große Angst vor einer Infektion und es gibt die Gefahr, dass die Menschen vereinsamen. Die Impfung verschafft etwas Erleichterung und spendet Hoffnung.“ Auch im Ehrenamtszentrum hieß es wie am Vortag bei allen zum Abschied: „Schönes Wochenende noch! In ein paar Wochen sehen wir uns wieder.“