Hannover Mit(te) gestalten Startschuss für den Innenstadtdialog

HANNOVER (PM). „Hannover Mit(te)gestalten“: Das Logo für den Innenstadtdialog ist ein Appell an die Menschen in der Stadt: Macht mit. Hannover geht in die Offensive, um die Innenstadt von morgen zu erfinden. Den Startschuss für das ehrgeizige Projekt gaben Oberbürgermeister Belit Onay, die Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette sowie Stadtbaurat Thomas Vielhaber auf einer Pressekonferenz an diesem Freitag. Die Landeshauptstadt will auf der Grundlage eines breit angelegten Dialogs ein Konzept für ein zukunftsfähiges Stadtzentrum erarbeiten. Dazu holt die Stadt alle relevanten Interessengruppen sowie die Bürger*innen ins Boot.

Zum Auftakt des Innenstadtdialogs hat die Landeshauptstadt eine Repräsentativbefragung zu den Wünschen und Vorstellungen der hannoverschen Bevölkerung in Bezug auf die Innenstadt auf den Weg gebracht. Außerdem tritt der Beirat für den Innenstadtdialog, in dem Vertreter*innen unterschiedlichster Institutionen sitzen, an diesem Freitag erstmals zusammen. In den kommenden Wochen und Monaten folgen zahlreiche analoge und digitale Beteiligungsformate.

„Die Innenstadt befindet sich mitten in einem starken Strukturwandel, der durch die Folgen der Corona-Krise noch beschleunigt wird“, sagte Onay. Es bestehe großer Handlungsbedarf.  „Ziel muss es sein, das Stadtzentrum in seiner Gesamtheit aufzuwerten, es nachhaltig attraktiver und damit lebenswerter zu machen.“ Der Innenstadtdialog nimmt den Handel und die Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebote, die Aufenthaltsqualität und Baukultur sowie Wohnen und Arbeiten in den Blick. Ebenso kommen dem Klimaschutz, der Mobilitätswende sowie der Teilhabe aller Menschen an den Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten eine besondere Bedeutung zu.

Öffentlicher Diskurs

Der öffentliche Diskurs bildet die Basis für das zu erarbeitende Innenstadt-Konzept. „Mit diesem Konzept wollen wir die Weichen dafür stellen, dass die Innenstadt auch in Zukunft lebendig sein wird“, erläutert Wirtschafts- und Umweltdezernentin Tegtmeyer-Dette.  Die Stadt möchte mit den unterschiedlichen Interessens- und Nutzer*innengruppen, mit den Menschen, die in der Innenstadt leben, hier arbeiten oder sie besuchen, ins Gespräch kommen. So will die Stadt die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse ermitteln. Die Ergebnisse werden den politischen Gremien vorgelegt und sollen als Grundlage für ein Gesamtkonzept zur Entwicklung der Innenstadt dienen. Die Ergebnisse aus der öffentlichen Diskussion sollen im Herbst 2021 vorliegen und bis Ende 2021 bewertet sein.

„Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Transformation der Innenstadt von immenser Bedeutung“, sagte Tegtmeyer-Dette. „Die Innenstädte stehen unter Druck – bedingt unter anderem durch die Online-Konkurrenz im Handel und ein sich veränderndes Kauf- und Konsumverhalten der Menschen.  Hannovers Zentrum ist keine Ausnahme. Es gilt, jetzt die richtigen Weichen zu stellen, damit die Innenstadt ihre lokale und überregionale Strahlkraft erhalten und bestenfalls ausbauen kann. Dabei werden insbesondere Handel und Gastronomie von mehr Aufenthaltsqualität profitieren.“
Ebenso sollen mit dem Innenstadtdialog Wege aufgezeigt werden, wie deutlich mehr Klimaschutz im Bereich der Innenstadt realisiert werden kann. „Das ist eine große Herausforderung in Zeiten des Klimawandels“. so Tegtmeyer-Dette.

Unterschiedlichste Formate

Die Beteiligungsformate des Dialogs sind breit gefächert: So gibt es beispielsweise digitale Workshops zu neuen Konzepten für Handel, Gastronomie, Veranstaltungswirtschaft und Immobilienwirtschaft, die von Tiefeninterviews mit Branchenvertreter*innen begleitet werden. Ein wichtiger Baustein des Dialogprozesses sind die sogenannten Experimentierräume, die im Sommer und im Frühherbst die angedachte Transformation der Innenstadt für die Menschen greifbarer machen sollen. Sie sollen für eine Zeit lang neu und kreativ genutzt werden – mehr Platz für Grün und Aufenthalt, zum Schlendern und für ein neues Stadterlebnis, für Kultur, Bewegung oder Spiel bieten. In der City werden ab dem Sommer immer wieder auch kulturelle und bewegungsmotivierende Pop-Up-Angebote zu erleben sein.

„Eine der wesentlichen Fragen des Innenstadtdialogs wird es sein, wie wir unsere innerstädtischen Räume künftig anders nutzen können“, erklärte Stadtbaurat Thomas Vielhaber.  Wie das funktionieren kann, solle in den Experimentierräumen auf Zeit erprobt werden. „Wir wollen herausarbeiten, welche Potenziale ein neuer Blick auf die Innenstadt und ein kreativer Umgang mit dem Stadtraum mit sich bringt und wie alle Menschen in der Stadt davon profitieren können. Deshalb rufen wir die Interessierten auf, sich hier  auch mit eigenen Ideen einzubringen.“

Eines der Top-Einkaufsziele im Norden

Die Innenstadt Hannovers hat lokal, regional und überregional eine immense Bedeutung. Sie gehört zu den Top-Einkaufszielen im Norden. Sie ist der zentrale Versorgungsbereich für die Menschen in Hannover und weit über die Region hinaus. Seit jeher hat der Handel in der City eine „Leitfunktion“ inne. Aktuelle Entwicklungen im Handel, ein sich änderndes Kaufverhalten und der wachsende Online-Handel setzen allerdings den Einzelhandel im Zentrum unter Druck. Corona hat die Lage noch verschärft. Einen hohen Stellenwert haben neben dem Handel die Gastronomie, vielfältige Kulturangebote und der Tourismus. Die Innenstadt ist ein lebendiger Arbeits-, Wohn- und Freizeitort. Der Stadtbezirk Mitte zählt mehr als 36.000 Einwohner*innen. Die Innenstadt muss auch vielfältige Konflikte aushalten – wenn es etwa um Drogenhandel oder Prostitution geht.

„Es muss gelingen, die nachhaltige Transformation der Innenstadt zu sichern und den sich ändernden Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden“, skizzierte Oberbürgermeister Onay den Anspruch.

www.innenstadtdialog-hannover.de