Premierenvisite in Hannover – Der RobLW Ein "RobLW" ist eine der Attraktionen der INTERSCHUTZ Community Days am 19. und 20. Juni 2021

HANNOVER / MÜNSTER (PM). Ein Einsatzfahrzeug, das es bislang in Deutschland nur ein einziges Mal gibt, gehört zu den Attraktionen der INTERSCHUTZ Community Days am 19. und 20. Juni auf dem hannoverschen Messegelände. Es ist ein Robotik-Leitwagen, den Wissenschaftler des Deutschen Rettungsrobotik Zentrums (DRZ) und Experten der Feuerwehr Dortmund entwickelt haben. Ursprünglich sollte der „RobLW“ – so die interne Bezeichnung – bereits im vergangenen Jahr auf der INTERSCHUTZ seine Premiere feiern, wegen der Verschiebung der Weltleitmesse auf 2022 jedoch musste die Vorführung zunächst abgesagt werden.

“Die Community Days und die gleichzeitig stattfindenden Feuerwehr-Wettkämpfe ‘FireFit-Championships’ sind jetzt aber eine tolle Gelegenheit, das Fahrzeug mit seiner ungewöhnlichen Ausrüstung in Hannover vorzuführen“, sagt Dirk Aschenbrenner. Der Leiter der Dortmunder Feuerwehr ist der Vorstandsvorsitzende des DRZTrägervereins und Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb). Zusammen mit Interschutz-Maskottchen “Timmy” überreicht er nach dem Europa-Wettkampf den von der vfdb gestifteten Wanderpokal.

„Spezialfahrzeuge für Robotereinsätze gehören bislang weder in der Forschung noch bei den Feuerwehren zur üblichen Ausstattung“, betont Aschenbrenner. „Der RobLW bietet sowohl Transportkapazität für das Fachpersonal als auch für Roboter samt Zubehör und jeder Menge Technik.“ Während der Community Days können die Besucher auch einen Blick ins Innere werfen. Von dort aus können die Roboter – ganz gleich, ob am Boden unterwegs oder als Drohnen in der Luft – bedient werden. Dabei werden die gewonnen Daten überwacht und ausgewertet und bei Bedarf verteilt. Zum „Innenleben“ gehören unter anderem leistungsfähige Server zur Erstellung von 3D-Modellen, zwei PC mit 43-Zoll-Bildschirmen, 4-KW-Stromerzeuger, WLAN und umfangreiche funktechnische Ausrüstung für die besonderen Einsatzbedingungen.

Inzwischen hat der Leitwagen neben vielen Übungen auch schon seine ersten Einsätze erfolgreich erledigt. Einer davon führte bis nach Berlin. Von dort hatte das Landeskriminalamt ein Amtshilfeersuchen an die Feuerwehr Dortmund zur Unterstützung mit spezieller Drohnentechnik im Rahmen einer Brandermittlung gerichtet. Eine große Industriehalle war nach einem Brand einsturzgefährdet und nicht mehr begehbar. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Dortmund und der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen stellte das DRZ Personal sowie Drohnen- und Bildtechnik zur Verfügung, um den Außen- und Innenbereich der Industriehalle digital darzustellen. Dazu wurde der Robotik-Leitwagen vor Ort eingesetzt. Mit dessen Technik wurden die Lagebilder von Drohnen in Echtzeit angezeigt, um 3D-Aufnahmen erstellen zu können.

Die Inbetriebnahme des neuen Fahrzeugs kommt nach den Worten von Dirk Aschenbrenner genau zum richtigen Zeitpunkt: „Die Bewältigung der Corona-Pandemie zeigt noch einmal deutlich, wie dringend notwendig die Förderung moderner Technik ist. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass Roboter immer häufiger als technische Helfer dienen können, um Gefahren für Menschen einzudämmen. Im entscheidenden Fall können sie sogar lebensrettend sein.“

Einen Einblick in das Innere des Robotik-Leitwagen © DRZ/vfdb

Alt und neu stehen übrigens während der beiden INTERSCHUTZ Community Days dicht beieinander: Während der RobLW gerade einmal ein Jahr alt ist, bringen es zwei andere Fahrzeuge zusammen auf 118 Jahre – eine alte Drehleiter, Baujahr 1954 und ein Löschfahrzeug LF von 1970.

Die Community Days und die FireFit-Championships sollen einen kleinen Vorgeschmack auf die Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit, die INTERSCHUTZ 2022, bieten, die vom 20. bis 25. Juni 2022 in Hannover stattfindet. Parallel dazu veranstaltet der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) den 19. Deutschen Feuerwehrtag. Das Leitthema der INTERSCHUTZ 2022, die von der Deutschen Messe AG veranstaltet wird und deren langjähriger Träger die vfdb ist, lautet „Teams, Taktik, Technik – Schutz und Rettung vernetzt“.