Novellierung Ausbildung Rettungssanitäter Martin Bühler

Ausbildungsverordnung geändert – Stärkung der Rettungsteams Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen startet mit der Umsetzung der neuen Ausbildungsverordnung für Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter zum 1. Juli 2021

HANNOVER (PM). Die Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen startet zum 1. Juli 2021 an ihren Standorten in Hannover, Oldenburg und Göttingen mit einer generalüberholten Ausbildung zum Rettungssanitäter (RS). Möglich wurde dieser Schritt durch die jetzt in Niedersachsen und weiteren Bundesländern geltende neue Ausbildungsprüfungsverordnung für Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter (APVO-RettSan).

„Wir begrüßen die verabschiedete Verordnung sehr, da wir jetzt unsere Ausbildungsinhalte den aktuellen Anforderungen an Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter im Einsatz anpassen können“, sagt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen. Die neue APVO-RettSan löst den über 40 Jahre alten vom Bund-Länder-Ausschuss „Rettungswesen“ am 20.9.1977 gefassten Beschluss über die „Grundsätze zur Ausbildung des Personals im Rettungsdienst“ (520-Stunden-Programm) ab.

Im Rahmen der Novellierung ist zwar der bestehende Zeitansatz von 520 Stunden Ausbildungszeit nicht verändert worden. Um jedoch eine weitere Verbesserung der Ausbildung zu erzielen, hat sich die Ausbildungsstruktur stark verändert.

Der Zeitrahmen der schulischen Ausbildung wurde um 80 Stunden theoretisch-praktische Ausbildungszeit an der Akademie erhöht und am Lernort Krankenhaus dementsprechend verkürzt. Die Lernorte wie beispielweise die Rettungsschulen und die praxisorientierte Ausbildung an den Lehrrettungswachen haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend als effektiv erwiesen.

„Mit dieser Verschiebung haben wir die Möglichkeit, die für die Notfallrettung relevanten Inhalte besser vermitteln zu können. Darüber hinaus gelingt es uns dadurch, die Ausbildungsinhalte von Notfallsanitätern und Rettungssanitätern wie beispielsweise in den Bereichen Intensivverlegung, Terrorlagen oder Einsatznachsorge besser zu verzahnen. Denn diese beiden Berufsgruppen sind es, die so als gestärktes Rettungsteam in den Einsatz gehen und Menschenleben retten“, sagt Kersten Enke.

Durch die erhöhte handlungsorientierte Ausbildungszeit an der Johanniter-Akademie können zukünftig bestehende Ausbildungsbestandteile vertiefender behandelt und weitere und aktuelle inhaltliche Schwerpunkte mit aufgenommen werden. Der Themenkomplex Infektionsschutz und Hygiene erhält nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie eine tiefergehende Bedeutung. Komplett neu ist der Bereich Kommunikation und Interaktion. Neben der Kommunikation mit Patienten und Patientinnen findet besonders die Teamkommunikation im Rahmen des Crew Ressource Management (CRM) Niederschlag. „Leben retten ist im Rettungsdienst eine Teamleistung. Durch eine gute, eindeutige und schnelle Kommunikation zwischen Notfallsanitäter und Rettungssanitäter kann im Ernstfall Zeit gewonnen werden. Denn am Ende sind es oftmals nur Minuten und Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden“, sagt Enke.

Die Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen bildet pro Jahr rund 300 Teilnehmende zum Rettungssanitäter aus. Dabei sind es 60 Prozent aus der eigenen Organisation und 40 Prozent von anderen Hilfsorganisationen oder von Privatunternehmen.

Weitere Infos zur Rettungssanitäterausbildung an der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen unter: johanniter.de/rettungssani-nb