Innenstadtdialog „Hannover Mit(te) gestalten“ Zweites Stadtexperiment: Das Kulturdreieck als Begegnungsraum

HANNOVER (PM). Kultur genießen, auf einer Wasserwelle surfen, spontan einem Pop-up-Orchester zuhören, Kreidespuren nachlaufen, mitreden und zuhören oder einfach mal auf den Plätzen verweilen: Das Kulturdreieck Hannover eröffnet überraschende Perspektiven für die Nutzung innerstädtischer Räume.

Mit dem Kulturdreieck schlägt die Stadt ein weiteres Kapitel des Innenstadtdialogs auf und setzt mit einem vielfältigen Programm im Areal rund um Staatsoper, Schauspiel und Künstlerhaus vom 30. August bis zum 12. September interdisziplinäre kulturelle Akzente. „Gemeinsam mit den Menschen wollen wir erproben, wie wir die Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums weiterentwickeln können“, erklärt Oberbürgermeister Belit Onay.  Für ihn geht es darum, eine lebendige Innenstadt, hohe Aufenthaltsqualität und eine gute Erreichbarkeit miteinander in Einklang zu bringen.

Künstlerische Interventionen

Das Kulturdreieck präsentiert sich mit vielen Akteur*innen im Rahmen des Innenstadtdialogs und lädt ein, das gesamte Areal neu zu erleben. Im Dialog mit den Bürger*innen stellen wir die Frage: Welche Rolle haben Kulturinstitutionen für die Innenstadt der Zukunft?

Agoren vor den Kunstinstitutionen, Sitzecken, mehr Grün und Künstler*innen in Aktion werden das Bild im Kulturdreieck bestimmen und das Areal zu einem lebendigen Begegnungsraum machen. Die Kulturhäuser verlegen ihre Foyers nach draußen und bieten ein überraschendes Programm an. In einer gemeinsamen künstlerischen Intervention von Oper, Schauspiel und Künstlerhaus am Donnerstag, 2. September, ab 12.30 Uhr wird die Fläche des Experimentierraums kreativ bespielt – Nachahmung und Mitmachen durch Besucher*innen ist ausdrücklich erwünscht. Musikalische Interventionen sollen überraschen: Sound-Installationen der Staatsoper Hannover, kleine Pop-up-Orchester und Chorgesang laden an allen Tagen ein.

Weitere Beispiele für kulturelle Angebote sind Lesungen am 5. September in der Literaturetage im Künstlerhaus oder die Herbstausstellung des Kunstvereins ab dem 4. September in den Foyers von Oper und Schauspiel und auf dem Opernplatz.

Vorgeschmack auf die Leinewelle

Ein optisches und sportliches Highlight wird die imposante mobile Surfwelle von 16 x 11 Metern auf dem Opernplatz vis-à-vis des enercity KundenCenters sein, die der hannoversche Energiedienstleister gemeinsam mit dem Leinewelle e. V. einrichtet. „Das ist pure Vorfreude auf unsere enercity Leinewelle, die zurzeit ganz in der Nähe am Hohen Ufer entsteht und im kommenden Jahr eröffnet wird“, erzählt Rainer Raddau, Vertriebs- und Marketing-Chef bei enercity. „Mit den enercity Surfdays im Rahmen des zweiten Experimentierraums holen wir jetzt schon ganz viel positive Energie mitten ins Herz von Hannover und setzen einen Impuls, die Innenstadt auch als Freizeitraum zu sehen. Alle, die Lust haben, aufs Brett zu steigen, sind eingeladen – egal, ob Anfänger*innen oder Surfprofis.“

Die enercity Surfdays starten am Donnerstag, 9. September, und sind bis Sonntag, 12. September, von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Neoprenanzüge und Boards können ausgeliehen werden. Die kostenfreien Tickets für den Surfspaß gibt es direkt vor Ort am enercity-Stand.

Einladung zur Beteiligung – Mit(te) machen

Für die gesamte Zeit des Experiments lädt das Kulturdreieck dazu ein, den Dialog zur Zukunft der Innenstadt mit verschiedenen Perspektiven – Kultur, Jugend, Ordnung, Bewegung, Migration, Historie – fortzusetzen. Zu neuen Angeboten kommen bekannte Installationen aus dem ersten Experimentierraum: Sportareale, Info-Stände, Klima-Pavillon, Kinder-Klettergerüst, ein Schilderwald mit kreativen Piktogrammen zum Thema „Leben in der Innenstadt“, ein Stadt(t)raumgarten, eine mobile Bibliothek oder temporär installierte Verweil- und Sitzmöglichkeiten.

Auch die Wissenschaft soll im Kulturdreieck nicht zu kurz kommen: Diskutiert werden soll, welche Erwartungen die Bürger*innen an Wissenschaft haben: Möchten sie sich und Themen selbst einbringen? Und wünschen sie sich einen Ort für das „Erlebnis Wissenschaft“ auch direkt in der Innenstadt?  Die „Leibniz AnsprechBAR“ der Leibniz Universität Hannover tritt in den Dialog mit den Bürger*innen. Die Uni-Mitarbeitenden erklären eigene Formate der Wissenschaftskommunikation und freuen sich auf den Austausch zu Ideen, Wünschen und Anregungen zu Wissenschaft in Hannover.

Starkes Engagement der Kulturinstitutionen

„Das Kulturdreieck knüpft an den vom Rat der Landeshauptstadt Hannover beschlossenen Zukunftsplan Kultur an, der die Projekte der Kulturhauptstadtbewerbung und des Kulturentwicklungsplans 2030 aufnimmt“, betont Belit Onay. „Die zentrale Frage im Kulturdreieck ist die der Rolle von Kulturinstitutionen in den Innenstädten der Zukunft“, so der Oberbürgermeister weiter. „Die Initiative zur Transformation des Kulturdreiecks ging von Staatsoper, Schauspiel und dem Künstlerhaus aus. Im Rahmen des Innenstadtdialogs präsentieren sich die Häuser gemeinsam mit der Landeshauptstadt und weiteren Akteur*innen.“

Schon im Vorfeld dankt der Oberbürgermeister allen, die sich mit Kreativität, Engagement und Begeisterung für ihre Themen in den Innenstadtdialog einbringen.

Verkehr im Experimentierraum neu geordnet

Auf den Straßen im Experimentierraum ordnet die Stadt den Autoverkehr sowie Parkmöglichkeiten neu.  „Das ist Gegenstand des Reallabors. Die Zielsetzung, innerstädtische Räume aufzuwerten, bedeutet auch, Mobilitätskonzepte neu zu denken“, erklärt Stadtbaurat Thomas Vielhaber. Rund um die Oper ist ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich, in dem Tempo 20 gilt. Teile der Prinzenstraße, der Sophienstraße und der Landschaftsstraße sind für den motorisierten Individualverkehr für die Dauer des Experiments nicht mehr durchgängig befahrbar, aber die Erreichbarkeit aller Ziele ist gewährleistet.

Sämtliche Liefer-, Linien- und Anliegerverkehre bleiben jedoch erhalten, ebenso die Behinderten-Parkplätze sowie die Zufahrt zur Tiefgarage. Rettungswege sind selbstverständlich freigehalten.