Zukunft Deutscher Pavillon

Kunst und Kultur im Deutschen Pavillon

HANNOVER (PM). Neues Konzept für ein zentrales Gebäude der EXPO 2000: Der Deutsche Pavillon soll künftig für Kunst und Kultur genutzt werden. Daneben sind Büros und Gastronomie geplant. Das ist das Ergebnis eines Interessenbekundungsverfahrens. Eine Jury, bestehend aus Vertreter*innen des Rates und der Stadtverwaltung, hat sich am Mittwoch (1. September) nach Bewertung der Vorschläge anhand vorab definierter Kriterien einstimmig für das Konzept der Bene-Stiftung entschieden. Wenn die Kaufvertragsverhandlungen abgeschlossen werden, wird die Stadtverwaltung dem Rat voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres eine entsprechende Drucksache zur Zustimmung vorlegen.

„Wir haben in der Bene-Stiftung eine verantwortungsvolle Nachnutzerin für diese einzigartige Immobilie gefunden und freuen uns auf die Renaissance, die der Deutsche Pavillon nun erfahren wird. Kunst verbindet Menschen und kann es schaffen, eine Brücke zwischen dem Flair der EXPO 2000 und der modernen Stadt zu schlagen. Wir erhoffen uns neue und zusätzliche Qualitäten und damit einen entscheidenden Beitrag zur Revitalisierung und Aufwertung des Quartiers“, freut sich Stadtbaurat und Jury-Vorsitzender Thomas Vielhaber. Gleichzeitig stehe der kluge Umgang mit dem Gebäude beispielhaft für eine zeitgemäße Umnutzung von Bestandsbauten.

Die von Dr. Joachim Belbe gegründete, gemeinnützige, firmennahe Stiftung verfügt über eine Sammlung von rund 2.000 Exponaten bedeutender, zeitgenössischer Kunst. Die Glasfassade soll wieder durchsichtig, der Pavillon als „öffentliche Vitrine“ wieder einsehbar werden. In die Haupthalle soll nach dem Haus-in-Haus-Prinzip eine Ausstellungsfläche mit Raumelementen in Form begehbarer Kuben eingebaut werden. Für den August-Everding-Saal sind Konzerte und Kammerstücke geplant.

Die Jury hat sich für dieses Konzept unter anderem deshalb entschieden, weil es den Erhalt des prägnanten Gebäudes mit seinen Besonderheiten wie der konkaven Glasfassade, des August-Everding-Saals und der Blackbox vorsieht. Zudem hat die Öffnung des Pavillons als neuer Anziehungspunkt auf der ExpoPlaza überzeugt. Das Konzept verspricht aus Sicht der Jury eine Belebung des Quartiers durch einen Nutzungsmix von Kunst, Kultur, Ausstellungen, Veranstaltungen, Arbeiten und Gastronomie und sorgt für eine sinnvolle Ergänzung der vorhandenen Nutzungen im Quartier.

Der jetzigen Entscheidung vorausgegangen war ein mehrstufiges Interessenbekundungsverfahren zur Nachnutzung des Deutschen Pavillons, das Ende vergangenen Jahres gestartet wurde. Potenzielle Käufer*innen hatten die Möglichkeit, ihre Ideen und Konzepte für eine künftige Nutzung vorzulegen. In einem ersten Schritt gingen sieben Gebote ein, von denen die besten vier in die engere Auswahl kamen. Während einer viermonatigen sogenannten Anhandgabe hatten die Bieter*innen Zeit, ihre Konzepte zu konkretisieren. Ein Bieter zog sein Angebot zurück.

Der Deutsche Pavillon im Osten des ehemaligen EXPO-Geländes wurde 1999/2000 errichtet und umfasst eine Gesamtfläche von rund 17.000 Quadratmetern. Nach der Weltausstellung war er als Veranstaltungsort etwa für die Ideen-Expo oder das Lumix-Festival von Bedeutung. 2015 hat die Landeshauptstadt Hannover die Immobilie zur Unterbringung von Geflüchteten gekauft und bis 2017 zu diesem Zweck genutzt. Anschließend wurde der Pavillon als Reserve-Notunterkunft vorgehalten. Der Bürotrakt des Deutschen Pavillons ist davon nicht betroffen gewesen und war vermietet.

Eine Skizze der Bene-Stiftung ( © Bene-Stiftung/ siebrechtsmünzesheimerarchitekten ):