Ein etwas stillerer Gruppenabend beim DRK-Region Hannover e.V. Einsatzkräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) informieren sich über den Ablauf in einem Krematorium

HANNOVER (bg). Wer Leben rettet oder Betroffenen in den ersten schweren Stunden nach dem Verlust eines geliebten Menschen psychosoziale Unterstützung geben möchte, der muss sich auch zwangsläufig mit dem Tod auseinandersetzen.

Peter Schlote aus der Bereitschaft Mitte des DRK-Region Hannover e.V., selbst Mitglied in der PSNV, hatte gemeinsam mit Nils Herrschaft von der Betriebsstätte Hildesheim der Feuerbestattung Celle GmbH einen ganz speziellen Termin vereinbart. Mit sechzehn ehrenamtlichen Einsatzkräften aus Helferinnen und Helfern der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) sowie aus anderen Fachdiensten konnten sie einen Blick hinter die Kulissen eines großen Krematoriums unter fachgerechter Führung von Nils Herrschaft machen.

Jeder der Teilnehmenden hatte sicherlich seine eigene Vorstellung von einem Krematorium, in dem, anders als bei einer Erdbestattung, die Verstorbenen für die Bestattung in einer Urne zur Beisetzung vorbereitet werden.

Umso erstaunter waren viele dann, als sie mit einem sehr pietätvollen und genausten geplanten Ablauf konfrontiert wurden. So haben Angehörige nicht nur die Möglichkeit, vor Ort den Verstorbenen bis zur Übergabe ans Feuer zu begleiten, sondern es sind auch vielfältige Möglichkeiten bis hin zu Trauerfeiern in einem speziellen Raum möglich. Nils Herrschaft betonte hierbei die religionsoffene Ausgestaltung der Räume und die Flexibilität ganz nach Wünschen der Angehörigen.

Ein großer Raum steht speziell für Trauerfeiern den Angehörigen zur Verfügung. © Bernd Günther / BG-PRESS.de

Besonders beeindruckend für die Helferinnen und Helfer war im Anschluss die Möglichkeit, sich die Technik eines Krematoriums und die Abläufe dahinter anzusehen. Die meisten von ihnen hätten diese Dimensionen absolut nicht vermutet. Bei der hochmodernen vollautomatisch gesteuerten Anlage hat vor allem der Umweltschutz des Krematoriums in Giesen ein besonderes Augenmerk. Die erzeugte Abwärme wird an einen Betrieb in unmittelbarer Nähe abgegeben und dort weiter genutzt.

So konnten sich die Ehrenamtlichen über einen Bereich informieren, den man so nicht häufig zu Gesicht bekommt. Viele Fragen wurden gestellt und Nils Herrschaft beantwortete sie gerne. Eine Besichtigung des Krematoriums ist auch nach Anmeldung für die Allgemeinheit möglich.

Sechzehn Ehrenamtliche des DRK-Region Hannover e.V. ließen sich von Nils Herrschaft (re.) durch die Räume und technischen Anlagen führen. © Bernd Günther / BG-PRESS.de

Die Psychosoziale Notfallversorgung ist für die Einsatznachsorge bei Einsatzkräfte als auch für die Krisenintervention bei Betroffenen heute ein wichtiger Baustein im Katastrophenschutz. Ihre Ehrenamtlichen haben alle eine spezielle Fachschulung und ständige Weiterbildungen. Durch ein Nachsorgegespräch nach schweren Einsätzen können so Belastungen sichtbar gemacht und frühzeitig gelindert oder sogar abgebaut werden. Auch eine Übergabe an professionelle Unterstützung kann erforderlich werden.

Die PSNV wird auf Anforderung durch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) angefordert. Sie unterstützt die Einsatzkräfte oder den Katastrophenschutz bei akuter Hilfe für betroffene Bevölkerungsgruppen. Das Personal rekrutiert sich aus einer überregionalen Gruppe der vielen DRK-Bereitschaften in der Region Hannover. Geleitet wird die PSNV-Gruppe der DRK-Region Hannover e.V. von Sabine Scherreiks aus dem Abschnitte Mitte des DRK-Region Hannover e.V.. Derzeit besteht die Einheit aus acht ausgebildeten Einsatzkräften und sechs Ehrenamtlichen, die sich in Ausbildung befinden.

Die PSNV-Gruppe war unter anderem in Ahrweiler im Hochwassergebiet mit drei Kräften im Einsatz und wird regelmäßig bei Kampfmittelevakuierungen und Großveranstaltungen präventiv eingesetzt.