Kinderimpfung

COVID-Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren starten in dieser Woche Kommunale Impfteams und Kinderkliniken ergänzen Impfangebote der niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzte

HANNOVER (PM/red). Im Laufe dieser Woche starten in Niedersachsen die COVID-Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Der speziell für diese Altersgruppe zugelassene Impfstoff des Herstellers BioNTech wird seit Montag über den Arzneimittelgroßhandel und die Apotheken an alle Impfstellen verteilt, die bis zum 7. Dezember entsprechende Bestellungen aufgegeben hatten. Insgesamt stehen für das gesamte Bundesgebiet nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst 2,2 Millionen Dosen des Impfstoffs für Kinder bereit.

Da die Verteilung über den Großhandel auf Grundlage des Einwohnerschlüssels erfolgen soll, werden für die Impfstellen in Niedersachsen rund 220.000 Impfdosen erwartet, was in einem ersten Schritt die Impfung von rund 110.000 Kindern ermöglicht. Insgesamt leben in Niedersachsen rund 500.000 Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Die nächste Lieferung des Impfstoffs für Kinder ist vom Bund für die erste Januarwoche 2022 angekündigt.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte die COVID-Schutzimpfung am vergangenen Donnerstag insbesondere für Kinder mit Vorerkrankungen sowie für Kinder empfohlen, die mit Personen Kontakt haben, die ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf tragen, weil sie selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können. Die Impfungen sollen aber auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern und nach ärztlicher Aufklärung auch für Kinder ohne Vorerkrankungen möglich sein.

Für Eltern, die ihre Kinder gegen COVID-19 impfen lassen möchten, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte die ersten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Neben den pädiatrischen Praxen und den Hausärztinnen und Hausärzten beteiligen sich auch viele Landkreise und kreisfreie Städte mit ihren Impfteams an der Impfkampagne für Kinder. Darüber hinaus hat das Land Vereinbarungen mit aktuell 19 Kinderkliniken getroffen, die sich ebenfalls grundsätzlich bereiterklärt haben, Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren anzubieten. Sowohl die Kommunen als auch die Kinderkliniken organisieren die Impfangebote für Kinder in eigener Zuständigkeit und veröffentlichen die jeweiligen Termine selbstständig.

Das Land bietet Eltern zudem über die Impfhotline unter 0800/9988665 sowie unter der Internetadresse www.impfen-schuetzen-testen.de die Möglichkeit, sich zu den Impfangeboten für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zu informieren. Alle vorliegenden Informationen aus den Landkreisen und den kreisfreien Städten sowie den teilnehmenden Kinderkliniken werden dort zusammengetragen und fortlaufend aktualisiert.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens erklärt zum Start der Impfungen für Kinder: „Es ist eine gute Nachricht, dass wir nun auch die Möglichkeit haben, Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit einer Impfung vor COVID-19-Erkrankungen zu schützen. Zwar sind schwere Verläufe der Krankheit in dieser Altersgruppe nach heutigem Stand ausgesprochen selten, aber viele Eltern haben nachvollziehbarerweise den Wunsch, mit einer Impfung auf Nummer sicher zu gehen. Leider hat die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung zu den Kinderimpfungen erst nach Ablauf der Bestellfrist für den Impfstoff und auch nur eingeschränkt ausgesprochen. Ich bin mir aber sicher, dass sich in den kommenden Wochen immer mehr Kinderärztinnen und Kinderärzte an den Impfungen beteiligen werden. Uns ist es wichtig, dass auch die Kommunen und Kinderkliniken Impfangebote für diese besonders sensible Altersgruppe machen, damit auch die Familien eine Chance auf eine Impfung für ihre Kinder erhalten, deren Kinderärztinnen und Kinderärzte derzeit noch keine Impfungen anbieten.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen äußerte sich wie folgt zu diesem Thema:

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hält die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten gegen Corona impfen zu lassen, für nachvollziehbar. Die Empfehlung ist eine gute Leitlinie, an der sich Ärztinnen und Ärzte orientieren können.

„Die Kinderimpfung ist für viele Eltern ein sensibles Thema, deshalb werden Kinder- und Jugendärzte sowie Hausärzte die Eltern angemessen beraten“, sagte Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN).

„Erfahrungen mit Impfungen bei Fünf- bis Elfjährigen haben vor allem Kinder- und Jugendärzte sowie Hausärzte, die sonst auch Kinder versorgen“, so der KVN Vorsitzende.

„Der Impfstoff wird ab heute ausgeliefert. Die meisten Praxen machen erst dann Termine, wenn sie wissen, wie viel Impfstoff sie tatsächlich erhalten haben. Würden sie vorab Termine vergeben, müssten sie womöglich eine Flut von Absagen erteilen. Niedersachsen soll zunächst rund 240.000 Dosen des speziellen Impfstoffs für Kinder erhalten. Weitere Lieferungen erfolgen im Laufe des Januars 2022“, sagte Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorsitzender der KVN. Seine Forderung: „Die Impfstofflieferungen müssen deshalb verlässlich erfolgen.“

„Die Ärztinnen und Ärzte freuen sich, dass sie jetzt einen zugelassenen und empfohlenen Impfstoff für Kinder von fünf bis elf Jahren zur Verfügung haben. Wir gehen aber davon aus, dass der Bund dafür sorgt, dass genügend Impfstoff für die Impfserie der Kinder zeitgerecht zur Verfügung stehen wird. Die Kinder- und Jugendärzte sowie Hausärzte können individuell am besten beurteilen, welche Kinder zuerst an der Reihe sind“, so Dr. Berling.