Spielplatz Pastor Jaeckel Weg

Neuer Spielplatz mit Grünfläche am Pastor-Jaeckel-Weg freigegeben „Flussfahrt auf dem Orinoco“

HANNOVER (PM). Bauzaun entfernt, die Entdeckungsreise kann beginnen: Die Stadt hat den neuen Spielplatz mit dem Titel „Flussfahrt auf dem Orinoco“ und die daran anschließende Grünfläche am Pastor-Jaeckel-Weg (Stadtteil List) heute (13. Dezember) zur Benutzung freigegeben. Neun Monate nach dem Baustart ist auf einer insgesamt rund 6.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Straße Am Listholze und der Günther-Wagner-Allee für rund 460.000 Euro ein vielfältiges Angebot entstanden.

Spielplatz mit „Fischerdorf“ und vielen barrierefreien Angeboten

Der rund 1.800 Quadratmeter große Spielplatz trägt das Motto „Flussfahrt auf dem Orinoco“. Das vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover mit der Planung beauftragte Landschaftsarchitekturbüro chora blau (Hannover) wählte dieses Thema aufgrund der auf der Fläche bereits vorhandenen mit großen Bäumen und Sträuchern umstellten Senke: Ein geschwungener asphaltierter Weg als stilisierter Flusslauf erschließt die Spielplatzfläche nun von Westen nach Osten. Den Weg begleiten die verschiedenen Spielangebote, die sich die Kinder im Rahmen einer Beteiligungsveranstaltung gewünscht hatten. Es gibt eine Vogelnestschaukel und das „Fischerdorf am Orinoco“: mit Spielhütte und einer Kletter- und Spielkombination mit zwei Türmen, Rutsche, Brücken und Netzen. Ein Spielturm ist mit einer flachen Rampe für Rollstühle direkt vom Weg anfahrbar. Ein etwa zwölf Meter langer, geschwungener Holzsteg überbrückt eine Senke im Gelände und verbindet Schaukel und Kletterspiel.

Auch der großzügige Sandspielbereich mit einem überdachten „Backtisch“ lässt sich mit dem Rollstuhl erreichen. Er bietet ein vielfältiges Angebot mit Sandschütten, Kran und Sieben. Bänke mit Arm- und Rückenlehnen sowie eine Bank-Tisch-Kombination komplettieren diesen Bereich. Dahinter lädt eine Wiese zum freien Spielen, Krabbeln und Picknicken ein.

Zwei Holz-Krokodile „lagern“ am „Flusslauf“. Am Kletterspiel „schwimmen“ Piranhas aus dem gleichen Material. Sie wurden von der Künstlerin Ulrike Meinholz (Hannover) aus Bäumen gestaltet, die im hannoverschen Stadtwald aus Sicherheitsgründen gefällt wurden. Die tierischen Gäste im Sandspielbereich sind eine Schildkröte, eine Schlange und ein Frosch aus Holz. Ein Balancierparcours mit Findlingen und Baumstämmen fördert spielerisch den Gleichgewichtssinn und die Geschicklichkeit der Kinder.

Bei der inneren Erschließung des Spielgeländes haben die Planer*innen auf eine barrierefreie Gestaltung Wert gelegt. Ziel ist es, das gemeinsame Spielen, unabhängig von Mobilitäts- oder Wahrnehmungseinschränkungen, zu ermöglichen und zu fördern. Die glatten Bodenbeläge sind gut mit Rollstühlen, Rollern und anderen Kinderfahrzeugen befahrbar und bieten Kindern und Begleitpersonen vielfältige Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen. Alle Sitzgelegenheiten und Spielgeräte sind so angeordnet, dass die Nutzer*innen sie mit Rollstühlen oder Gehhilfen gut erreichen können. Auch die Spielgeräte haben die Gestalter*innen unter der Prämisse ausgewählt, dass mobilitätseingeschränkte Kinder und zugleich Kinder mit breit gefächerten motorischen und sensorischen Fähigkeiten möglichst abwechslungsreiche und motorisch anspruchsvolle Angebote bekommen.

Viele Bäume und Sträucher auf dem Spielplatz

Die vorhandene umlaufende und das Gelände prägende Reihe aus Ahornarten, Birken, Weiden, Pappeln, Hainbuchen und Eichen hat Zuwachs bekommen. Elf neue Bäume ergänzen jetzt das Areal: ein Walnussbaum, vier Feldahorne, ein Spitzahorn, zwei Blumeneschen und drei Hainbuchen. Neun weitere Bäume – drei Feldahorne, drei Hainbuchen, zwei Blumeneschen und ein Spitzahorn – stehen direkt auf der Spielfläche und sollen künftig für Schatten sorgen. An den Böschungen und im Bereich der Baumreihe auf der Nordseite ergänzen Sträucher die vorhandene Bepflanzung. Hier fiel die Wahl auf Flieder, Kornelkirsche, Alpen-Johannisbeere „Schmidt“ und den Schwarzholz-Hartriegel in Gruppen und als Solitärsträucher.

Ein 80 Zentimeter hoher Gittermattenzaun zum Schutz der spielenden Kinder grenzt den Spielplatz nach Westen zur Günter-Wagner-Allee und im Süden zum Pastor-Jaeckel-Weg ab. Am Eingang in Höhe Immengarten stehen vier Fahrradbügel als Parkmöglichkeiten bereit. Alle drei Spielplatzeingänge am Pastor-Jaeckel-Weg werden im Frühjahr 2022 durch farblich auffällige Asphalt-Tattoos mit Fußabdrücken von Menschen und Wildtieren betont. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, die nicht den Spielplatz besuchen möchten, sollen damit auf die Eingänge aufmerksam gemacht werden.

Naturnah gestaltete Grünfläche

Im Bereich der im Westen gelegenen Grünfläche hatte die Stadt den vorhandenen Gehölzbestand aus alten Obstbäumen mit Kirsch-, Walnuss- und Apfelbäumen ein Jahr vor Baubeginn behutsam ausgelichtet. Dies soll einerseits die Pflege vereinfachen und darüber hinaus durch bessere Einsehbarkeit von außen eine soziale Kontrolle ermöglichen. Fichten wurden entfernt, um den wertvollen Obstgehölzen im Bestand bessere Lebensbedingungen zu schaffen.

Der Fachbereich wird das Gelände künftig extensiv pflegen. Das bedeutet insbesondere, dass weniger gemäht wird und somit Pflanzen und Tiere auf den Flächen zusätzliche Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten erhalten. Auf der Fläche abgelegte Stämme von Obstbäumen, die dort vor rund zwei Jahren gefällt wurden, und die Stammabschnitte einer bereits umgestürzten Weide dienen demselben Zweck. Das gilt auch für die neu gepflanzte freistehende Hecke aus Schlehen, Weißdornen und Kornelkirschen und die Pflanzgruppe mit Haselnuss-Solitärpflanzen und einem Walnussbaum.