Bruchmeisteramt für Menschen aller Geschlechter Verwaltungsrat der Schützenstiftung öffnet das Bruchmeisteramt

HANNOVER (PM). Hannover öffnet das Bruchmeisteramt für Kandidat*innen aller Geschlechter. Der Verwaltungsrat der Schützenstiftung hat diesem Vorstoß des Oberbürgermeisters Belit Onay in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Öffnung des Amtes setzt ein wichtiges Zeichen für eine gelebte und bewegliche Schützentradition in Hannover.

„Hannover ist zu Recht stolz auf sein Schützenfest! Es ist ein wichtiger Teil unserer regionalen Identität und ich freue mich schon sehr darauf, in diesem Sommer zusammen mit den Hannoveraner*innen zu feiern. Das Bruchmeisteramt für alle Geschlechter zu öffnen, ist ein weiterer wichtiger Schritt auf Hannovers Weg zu einer diskriminierungsfreien Stadt. Wir wollen die Attraktivität des Schützenwesens und auch des Schützenfestes stärken, wir wollen Traditionen wahren, aber sie auch zukunftsfähig gestalten. Traditionen leben davon, dass sie Bewahrenswertes schützen und neue Entwicklungen aufgreifen. Ich freue mich auf die erste Bruchmeister*in“, betont Belit Onay.

Die Bedeutung der Schützentradition in Hannover macht der Präsident des Verbandes Hannoverscher Schützenvereine e. V. (VHS) Paul-Eric Stolle noch einmal deutlich: „Die Schützentradition ist nicht nur das Schützenfest. Sie vereint so vieles in sich: Vereinswesen, Gemeinschaftaft und vor allem den Schützensport. Die Schütz*innen haben im Laufe der Geschichte immer wieder auf Veränderungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert. Die Schützenvereine stehen heute allen Menschen offen – unabhängig von religiösem Bekenntnis, sexueller Orientierung oder Herkunft. Die Öffnung des Bruchmeisteramtes für Menschen aller Geschlechter ist also ein konsequenter Schritt, den wir nun gehen – und zwar alle gemeinsam.“

So sieht es auch der Oberbürgermeister: „Die Auswahl geeigneter Kandidat*innen ist ein Prozess, den wir als Stadt in einem intensiven Dialog mit dem Verband Hannoverscher Schützenvereine e. V., dem Verein Hannoversches Schützenfest e.V. und dem Collegium ehemaliger Bruchmeister e. V. angehen werden“.

„Wir sind uns mit dem Oberbürgermeister einig, dass das Bruchmeisteramt Menschen aller Geschlechter offenstehen muss“, erklärt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Kerstin Klebe-Politze nach konstruktiven Gesprächen mit Belit Onay. „Allerdings – und auch darin sind wir uns einig – bedarf die Öffnung einer solch langen Tradition des Dialogs.“ Den habe man den Schützenvereinen, dem Collegium der ehemaligen Bruchmeister und insbesondere auch den Schütz*innen bereits angeboten. „Wir wollen gemeinsam mit den Vereinen und dem Collegium auch darüber sprechen, wie Schützenschwestern motiviert werden können, für das Bruchmeisteramt zu kandidieren“, ergänzt Kerstin Klebe-Politze, „ein traditionelles Männeramt zu übernehmen bedarf der Ermutigung Menschen aller Geschlechter.“

Der Verwaltungsrat besteht aus acht Mitgliedern, die die Bezeichnung Deputierte führen. Vier Deputierte werden aus dem Verband Hannoverscher Schützenvereine e. V. berufen und die übrigen vier sind Mitglieder der Ratsfraktionen der Landeshauptstadt Hannover (LHH). Den Vorsitz, der aus den Deputierten der LHH gewählt wird, übernimmt ab jetzt Kerstin Klebe-Politze (SPD). Auch das ist ein neuer Schritt, denn traditionsgemäß hatte der Oberbürgermeister dieses Amt inne. Der stellvertretende Vorsitzende ist automatisch der Präsident des VHS.