Hannover setzt sich für den Frieden ein und sichert Flüchtlingen Hilfe zu

HANNOVER (PM). Auf der Ratsversammlung in Hannover an diesem Donnerstag  richtete Oberbürgermeister Belit Onay einen Friedensappell  an den russischen  Präsidenten Wladimir Putin und verurteilte die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine aufs Schärfste.  Er setze auf die Geschlossenheit der demokratischen Welt, betonte der Oberbürgermeister. Sie müsse entschiedene Antworten geben.

Gleichzeitig mahnte er an, dass die diplomatischen Gesprächsfäden nicht abreißen dürften. Für den Konflikt in Osteuropa müsse es politische Lösungen geben. Die Solidarität der  Landeshauptstadt Hannover gehöre den Menschen in der Ukraine. Hannover wird nach den Worten des Stadtoberhaupts jede Initiative unterstützen, um Frieden zu stiften. Sie sei außerdem vorbereitet auf die Aufnahme von Flüchtlingen, bekräftigte Onay.

Der  Appell von Oberbürgermeister Belit Onay im Wortlaut:

„Seit heute Morgen hat sich viel verändert. Die Gewissheit, dass ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Frieden in Europa etwas Selbstverständliches ist, gibt es nicht mehr. Wladimir Putin betreibt einen nationalistischen, machtpolitisch orientierten und menschenverachtenden Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Die Bilder von Kämpfen und Explosionen, die Rhetorik, die Toten, die Flüchtenden: All das macht uns betroffen. All das lässt uns ungläubig zurück. Fassungslos. Traurig. Wütend. 

Es fällt mir schwer, zu sehen, dass dort, wo vor 80 Jahren schlimmste Verbrechen an der Menschlichkeit verübt worden sind, wieder Krieg herrscht, dass wieder Panzer rollen, dass Menschen aufeinander schießen, dass Menschen sterben.

Es gibt keine Grundlage für Putins Krieg gegen die Ukraine. Es gibt auch keine Rechtfertigung. Es gibt nur ein Lügenkonstrukt und einen Völkerrechtsbruch.

Auch wenn es gewiss nicht unsere Stimme sein wird, die Wladimir Putin in seiner menschenverachtenden Entschlossenheit bremst, so appelliere ich doch: Lassen Sie die Waffen ruhen! Ziehen Sie Ihre Truppen zurück. Kommen Sie an den Verhandlungstisch und stellen Sie sich Ihrer Verantwortung.

Aus Hannover setzen wir uns seit jeher für den Erhalt von Frieden ein, gerade auch als Lead City der Mayors for Peace. Das ist auch jetzt so.  Es sind die Beziehungen zwischen den Menschen, die helfen.

Meine Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine. Wir stehen solidarisch zu euch. Wir haben Verständnis für euren Widerstand gegen diese Invasion. Wir wissen um die Sorgen, Nöte und Ängste. Und wir sind offenen Herzens, euch zu helfen. Und wir erleben, dass dieser Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft das gesamte friedliche Europa einen.

Viele Menschen werden sich auf den Weg nach Westen machen. Viele aus Sorge vor Tod und Willkür fliehen. Wer bei uns in Hannover strandet, kann sich auf unsere Solidarität verlassen. Wir helfen. Wir sind da und weichen nicht zurück.

Ich setze darauf, dass die demokratischen Staaten ihre Geschlossenheit unter Beweis stellen und entschiedene Antworten finden, um Putin wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Militärische Aggression darf sich nicht lohnen. Russland wird spüren müssen, dass es einen sehr hohen Preis für seine kriegerische Aggression zu zahlen hat. Ich setze aber auch darauf, die Gesprächsfäden nicht abreißen zu lassen. Es geht nicht darum, der Diplomatie keinen Raum mehr zu geben.

Das Gegenteil ist notwendig. Das Gegenteil ist geboten. Alles, wirklich alles, was dazu dient, diesen Krieg zu beenden, ist richtig. Wir brauchen eine politische und keine militärische Lösung der Krise im Osten Europas. Aus Hannover heraus unterstützen wir alle internationalen Anstrengungen, um Frieden zu stiften.“