Geflüchtete in Hannover Stadt verdoppelt Personal für Koordinierungsstelle und richtet Sondereinsatzstab ein

HANNOVER (PM). Die Hilfsbereitschaft in Hannover für Geflüchtete aus der Ukraine ist immens und gleichzeitig haben auch die Geflüchteten selbst viele Fragen: Um dem Anrufaufkommen über die am vergangenen Montag (14. März) geschaltete Telefon-Hotline 33333 der Koordinierungsstelle der Landeshauptstadt Hannover gerecht zu werden, hat die Stadt das Team der Mitarbeitenden kurzfristig personell von fünf auf zehn Personen erweitert.

Die Stadt hat zudem einen Sondereinsatzstab unter Leitung der Feuerwehr Hannover eingerichtet, der aktuelle Lagen koordiniert und eng vernetzt mit allen beteiligten Fachbereichen der Stadtverwaltung arbeitet.

„Wir sind für die Menschen und ihre Anliegen da und versuchen so schnell wie möglich die richtigen Informationen bereitzustellen. Die Koordinierungsstelle funktioniert dabei wie eine Drehscheibe: Sie erhält Informationen aus der Stadtverwaltung und gibt diese auf verschiedenen Informationskanälen an die Menschen – per Telefon, Webseite oder über die Social Media Kanäle“, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.

„Die Unterbringung tausender Menschen kurzfristig zu organisieren ist eine enorme Herausforderung. Darauf stellen wir uns mit dem Sondereinsatzstab ein. Gefragt sind jetzt kurze Wege, direkte Entscheidungen und ein Maximum an Kooperation zwischen allen Beteiligten. Das starke Engagement und der Teamgeist, um diese Lage zu meistern, sind dabei bei allen Beteiligten deutlich zu spüren. Ganz herzlichen Dank dafür“, sagte Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Feuerwehrdezernent.

Gestern (Dienstag, 15. März) gingen 150 Anrufe ein. Heute (Mittwoch, 16. März) waren es knapp 300 – rund 40 bis 45 Anrufe in der Stunde. Im von der Stadt eingerichteten Postfach fluechtlinge@hannover-stadt.de  gehen durchschnittlich 120 Mails pro Tag ein. Die Fragen lassen sich in zwei Themenblöcke aufteilen: Fragen von Bürger*innen zu Hilfsangeboten und Fragen von oder für ukrainische Bürger*innen zu ihrem Aufenthalt in Deutschland. Das betrifft den Aufenthaltsstatus und ganz konkret: Wo können Ukrainer*innen sich zu Fragen zum Asylrecht und generell zur Unterbringung hinwenden? Welche Möglichkeiten der medizinischen und psychologischen Versorgung gibt es? Können bereits begonnene medizinische Behandlungen weitergeführt werden? Welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung werden bereitgestellt? Im Bereich Bildung und Beruf gibt es ebenfalls sehr viel Informationsbedarf: Beispielsweise, wie sieht es mit der Anerkennung von Abschlüssen, dem Ausüben des bisherigen Berufes und einer Arbeitserlaubnis aus? Gibt es die Möglichkeit für Integrations- und Sprachkurse?

Ein sehr wichtiges Thema ist die Betreuung von Kindern und Jugendlichen und der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Hier wird gefragt, welche Betreuungsangebote und Anlaufstellen es gibt und ob und in welcher Form die Kinder Sprachförderung erhalten. Regelungen zur Mitnahme und Betreuung von Haustieren sind ebenfalls von großer Bedeutung für die Menschen aus der Ukraine.

Zur Beantwortung von Fragen vor Ort bietet die Stadt in zwei Bürokomplexen in Halle 27 auf dem Messegelände Beratung zu unterbringungs-, sozialleistungs- und ausländerbehördlichen Themen an. So können die Menschen behördliche Formalitäten vor Ort erledigen und müssen dazu nicht in die Stadt fahren.

Der Fokus der Bürger*innen liegt unter anderem auf Fragen zur Koordinierung privater Unterkünfte, zu Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Es werden Dolmetscherdienste angeboten, Sach- Transport und Geldspenden. Lokale Hotels fragen nach Anlaufstellen, um Zimmer anzubieten. Die Stadt stellt zu all diesen Fragen fortlaufend Informationen oder weiterführende Links zu Anlaufstellen auf ihrer Webseite: www.hannover.de/fluechtlinge  zur Verfügung. Die Informationen werden auch in ukrainischer Sprache bereitgestellt.