Graffiti-Festival „Urban Nature“ feiert fünfjähriges Jubiläum in Hannover

HANNOVER (PM). Das Urban-Nature-Festival für Graffitikunst wird vom 18. bis 21. August an verschiedenen Orten in Hannover gefeiert. Das mehrtägige Festival ist aus der ehrenamtlichen Tätigkeit des Graffiti-Netzwerks gewachsen. Es bringt die hannoversche Szene mit internationalen Künstler*innen und interessierten Besucher*innen zusammen. Das nicht kommerzielle Festival wird vom Graffitinetz Hannover und dem Kulturbüro der Stadt veranstaltet.

Künstler*innen aus den hannoverschen Partnerstädten sind regelmäßig dabei. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Bristol nehmen zwei Künstler*innen aus der englischen Partnerstadt am Festival teil. Seit Jahren pflegen beide Städte einen intensiven Austausch zwischen Street-Art-Künstler*innen. Dazu gehören gegenseitige Besuche zum Upfest in Bristol und beim Urban-Nature-Festival in Hannover.

Das Jubiläumsprogramm reicht vom Sommerkino im Hof des Künstlerhauses über eine große Jam und eine Podiumsdiskussion mit Gästen aus der Partnerstadt Bristol zum Thema „Urban Art“ bis hin zum Kunstkiosk, bei dem Werke der Künstler*innen erworben werden können.

Programm

Den Auftakt macht am kommenden Donnerstag (18. August) der Film „Martha: A Picture Story“ beim Sommerkino im KoKi Hannover, Sophienstraße 2. Live-Musik mit Shyriiwook (Franzi Natra x Sam Boca), Eintritt: 10 Euro. Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20 Uhr.

Am 19. August (Freitag) gibt es eine Vernissage des Künstlers HNRX in der Galerie Brutal, Ihmeplatz 8H. Egal ob es eine Paprika, Wurst oder Thunforelle ist – mit der Verformung von Lebensmitteln verarbeitet HNRX die Warenwelt unseres Alltags. All dies und weitere Objekte aus dem Leben des HNRX werden in der Galerie Brutal auf dem von ihm bevorzugten Material Beton präsentiert. Eine Huldigung an die Dinge, die uns umgeben – und perfekt im Ambiente der Galerie Brutal.

Zentrales Happening des Festivals ist die Graffiti-Jam, die am 20. August (Sonnabend) ab 10 Uhr der Ihmehall, Spinnereistraße 1, unterhalb der „Drei warmen Brüder“, stattfindet. Mehr als 70 Maler*innen unterschiedlichsten Alters gestalten die gesamte Fläche neu – neben der lokalen Szene werden auch die Gäste aus der hannoverschen Partnerstadt Bristol vor Ort sein. Die Jam dient als Plattform für mehr Austausch und Vernetzung in der Szene.

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Nach einer kurzen Pause besuchte am 20. August die stellvertretende Bürgermeisterin Asher Craig gemeinsam mit den Mitgliedern des Bristol Hannover Council und der Hannover Bristol Gesellschaft das Festival, an dem auch die zwei Künstler*innen Hasan Kamil (The Hass) und Harriet Wood (Miss Hazard) teilnehmen © Matthias Falk

„In diesem Jahr freuen wir uns sehr, Hazard One & The Hass aus Bristol begrüßen zu dürfen und damit den Austausch zwischen den lebendigen Szenen in Bristol und Hannover unterstützen zu können“, sagt Bianca Thomas aus dem Kulturbüro, Sachgebiet Internationale Kultur.

Ebenfalls am 20. August findet um 14 Uhr die Podiumsdiskussion „Urban Art in Bristol und Hannover – eine Standortbestimmung“ mit Teilnehmer*innen aus Hannover in der Faust Warenannahme, Zur Bettfedernfabrik 3, statt. Für Bristol wird unter anderen die stellvertretende Bürgermeisterin Asher Craig gemeinsam mit Bürgermeisterin Monica Plate auf dem Podium sitzen. Bereits ab 13.15 Uhr wird sie begleitet von den Mitgliedern des Bristol Hannover Council und der Hannover Bristol Gesellschaft das Festival an der Ihmehall besuchen. Der Eintritt ist frei. „Mit einem weiblichen Fokus wollen wir auf dem Podium in den Dialog gehen, voneinander lernen, empowern und Zukunftsperspektiven erörtern“, erläutert Sarah Kniep, Koordinatorin in der Jungen Kultur im Kulturbüro.

Ab 22 Uhr am 20. August lädt das UJZ Glocksee, Glockseestraße 35, auf den Hof zu einer Illumination mit Fotos der vergangenen Festivaljahre mit anschließender Party ein.

Am 19., 20. und 21. August gibt es im Bei Chez Heinz, Liepmannstraße 7B, Kunstwerke, Sticker, Postkarten und Merchandising-Artikel der teilnehmenden Künstler*innen zu kaufen: Freitag, 19. August, von 15 bis 20 Uhr, Sonnabend, 20. August, von 12 bis 20 Uhr und
Sonntag, 21. August, von 12 bis 18 Uhr.

Hintergrund

2018 wurde von der Stadt Hannover eine 1000 Quadratmeter große Freifläche für urbane Kunst geschaffen, auf der legal Graffiti als Kunstform gestaltet werden kann. An der sogenannten „Ihmehall“ findet dort einmal im Jahr das Urban Art & Graffiti-Festival „Urban Nature“ statt, das jedes Jahr weiterwächst und auch Künstler*innen aus hannoverschen Partnerstädten mit einbezieht. 2020 und 2021 fand das Festival aufgrund der Pandemie sehr verschlankt statt.

Das Thema Urban Art hat sich seit dem Start des Sachgebiets Junge Kultur im Kulturbüro 2017 schnell als ein Schwerpunkt herauskristallisiert. „Uns ist es wichtig, dass sich junge Menschen in der Stadt wohlfühlen und ihre Interessen verfolgen können“, so Sarah Kniep. „Wir sehen uns als Möglichmacher*innen – in diesem Fall ist ein wunderbares buntes Festival herausgekommen, das wir sehr gerne unterstützen.“

„Es ist schön mitanzusehen, dass sich das Festival im fünften Jahr mehr und mehr internationalisiert und damit dem Ziel des Kulturentwicklungsplans, ein internationales Urban Art Festival in Hannover zu etablieren immer näherkommt“, sagt Bernd Jacobs, Sachgebietsleiter Junge Kultur im Kulturbüro.