Aufziehen von Impfstoff

Corona-Sommer-Welle in Niedersachsen gebrochen Für einen guten Herbst sind Auffrischungsimpfungen wichtig

HANNOVER (PM). Die Corona-Sommer-Welle ist auch in Niedersachsen gebrochen: Die Inzidenzwerte sinken, der Anteil der Menschen, die mit Corona im Krankenhaus behandelt werden müssen, aber auch die Auslastung im Intensivbereich nehmen kontinuierlich ab.

„Unsere derzeitigen Daten sind gut. Mit Blick auf die kältere Jahreszeit jedoch ist jeder und jede aufgerufen, mit Covid-19 Schutzimpfungen vorzusorgen. Alle können dem steigenden Infektionsrisiko im kommenden Herbst und Winter die Stirn bieten. Eine Impfung ist und bleibt das wirksamste Mittel. Wichtig ist dabei auch der Impfschutz bei Kindern und Jugendlichen“, betonte Gesundheitsministerin Behrens.

Die vergangenen Wochen haben eine hohe Zahl von Infizierten und damit von Genesenen ergeben, die laut Expertinnen und Experten noch ungefähr 6 -8 Wochen lang vor einer Neuinfektion geschützt sind. Dieser Schutz baue sich aber schnell wieder ab, so dass diese Menschen genau in der kälter werdenden Jahreszeit einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind. „Hier entstehen Immunitätslücken und diese gilt es durch Impfung zu schließen. Die STIKO hat mit ihrer ausführlichen Empfehlung noch einmal deutlich gemacht, dass Auffrischungsimpfungen nicht nur für ältere Menschen und Menschen mit chronischen Grunderkrankungen ein wichtiges und aktuelles Thema sind. Auch Schwangere oder Menschen, die berufsbedingt viele oder enge Kontakte haben, sollten sich impfen lassen. Beschäftigte z.B. im Gesundheitswesen, in der Pflege, in Kita und Schule sowie Einzelhandel sind ausdrücklich von der STIKO angesprochen. Fragen Sie Ihren Hausarzt oder wenden Sie sich an die Mobilen Impfteams in Ihrer Kommune“, appelliert Ministerin Behrens.

Das Bundesgesundheitsministerium hat den Ländern einen an Omikron angepassten Impfstoff ab Herbst (voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober) in Aussicht gestellt. Dieser Impfstoff soll wie bisher sehr sicher einen schweren Krankheitsverlauf verhindern und zusätzlich die Abwehr gegen eine Infektion noch einmal deutlich verbessern. Gesundheitsministerin Behrens bittet allerdings insbesondere die Älteren, sich schon jetzt um eine weitere Impfung zu bemühen. Der Anteil der Über-80-Jährigen, die mit Corona im Krankenhaus behandelt werden, bleibt konstant. 77 Prozent aller Corona-Patientinnen und Patienten, die intensiv-medizinisch behandelt werden müssen, sind älter als 60 Jahre. „Eine vierte Impfung verhindert gerade bei den besonders gefährdeten Personengruppen zuverlässig schwere Krankheitsverläufe und kann Leben retten. Alle, die älter sind als 60 Jahre, sollten sich deshalb schon jetzt um eine zweite Auffrischungsimpfung kümmern und nicht auf die Zulassung der für den Herbst angekündigten Omikron-Impfstoffe warten“, so Behrens.

Bis heute wurden in Niedersachsen über 18,6 Millionen Impfungen durchgeführt. 77,7 Prozent der in Niedersachsen lebenden Menschen sind vollständig grundimmunisiert, 66,7 Prozent habe eine und 11,6 Prozent haben zwei Auffrischungsimpfungen erhalten. Damit liegt Niedersachsen über dem Bundesdurchschnitt. Ministerin Behrens: „Gleichwohl gilt es, die Impfquote weiter zu steigern und die vorhandene Impflücke bei den Auffrischungsimpfungen zu schließen. „Deswegen appelliere ich an alle Niedersächsinnen und Niedersachsen: Lassen Sie sich bitte impfen! Die Impfung ist der Weg aus der Pandemie!“

Aktuelle Empfehlung der STIKO vom 18.08.2022:

  1. Die STIKO ruft alle Ärztinnen und Ärzte auf, den COVID-19_Impfstatus ihrer Patientinnen und Patienten zu prüfen und Impflücken zu schließen.
  2. Die STIKO empfiehlt eine 2. Auffrischungsimpfung (4. Impfung) für:·
    • Personen, die 60 Jahre und älter sind
    • Personen ab 5 Jahren, die ein erhöhtes Risiko schwerer Verläufe aufgrund von Grunderkrankungen oder einer Immundefizienz haben. Dazu zählen insbesondere:
      • Chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, der Nieren, der Leber, des Darms
      • Chronische Stoffwechselerkrankungen, insbesondere Diabetes
      • Chronische neurologische Erkrankungen und geistige Behinderungen
      • Tumorerkrankungen und
      • HIV Infektionen.
    • Bewohnerinnen und Betreute in Gemeinschaftseinrichtungen, insbesondere ältere und pflegebedürftige Personen
    • Schwangere, Stillende sowie deren Kontaktpersonen und Frauen im gebärfähigen Alter
    • Beschäftigte, die berufsbedingt enge oder zahlreiche Kontakte haben, insbesondere in:
      • Einrichtungen der Pflege, des Gesundheitswesens, der Eingliederungshilfe
      • Gemeinschaftsunterkünften
      • Schule, KiTa, Einzelhandel
      • Unternehmen der KRITIS sowie in Schlüsselpositionen.

Daten zur Corona-Sommer-Welle in Niedersachsen

Juni 2022: Inzidenz in NI am 01.06.2022: 259,1 
Hospitalisierung 4,1
Intensivbetten 2,2
Juli 2022:  Inzidenz in NI am 01.07.2022 980,3
Hospitalisierung 10,8
Intensivbetten 3,4
August 2022: Inzidenz in NI am 01.08.2022: 586,8
Hospitalisierung 12,3
Intensivbetten 4,4%
Stand Heute: Inzidenz in NI am 24.08.2022: 316,8
Hospitalisierung 7,7
Intensivbetten 3,3%