Trinkwassernotversorgung

Soforthilfe nach Trinkwasserverunreinigung in der Stadt Laatzen Land Niedersachsen unterstützt mit der Zentralen Landeseinheit für die Trinkwassernotversorgung

LAATZEN (PM). Bereits seit dem vergangenen Wochenende dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner des Laatzener Ortsteils Gleidingen in der Region Hannover nach einer Verunreinigung kein Trinkwasser trinken. Durch das Gesundheitsamt der Region Hannover wurde für hunderte Haushalte eine umfängliche Nutzungseinschränkung ausgesprochen, so dass die Menschen in dem betroffenen Gebiet seit mehreren Tagen ohne Trinkwasserversorgung sind.

Um die Versorgung der Haushalte und auch der Kindergärten und Schulen in dem Bereich mit trinkbarem Frischwasser zu gewährleisten, unterstützt das Land über das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) die Stadt Laatzen jetzt mit einer Zentralen Landeseinheit des Katastrophenschutzes für die Trinkwassernotversorgung. Zu dieser Einheit gehören mehrere Tankauflieger von je 28 Kubikmetern Wasservolumen. Die Technik ist für verschiedene Einsatzszenarien vorgesehen und wird in dieser Form erstmals in der Geschichte des Landes zum Einsatz gebracht – ihr Einsatz wird damit erstmals im Realeinsatz erprobt. Die Bedienung der Technik der Landeseinheit erfolgt nach Übergabe durch die einsatzführende Stelle in Laatzen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NLBK begleiten den Einsatz und die Kameradinnen und Kameraden in Laatzen. Wie lange die Landeseinheit im Einsatz ist, kann aktuell nicht eingeschätzt werden.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Nachdem die Bitte um Unterstützung das Land erreicht hat, haben wir sofort gehandelt. Ausgerechnet bei annähernd tropischen Temperaturen können hunderte Menschen in Laatzen kein frisches Wasser trinken. Darum war schnelle Hilfe geboten und die Katastrophenschützerinnen und Katastrophenschützer des NLBK haben sofort alles dafür getan, dass die angeforderte Technik für die Stadt Laatzen zur Verfügung gestellt wird. Ich wünsche allen Einsatzkräften und auch den betroffenen Laatzenerinnen und Laatzenern, dass sich die Situation schnell zum Positiven wendet und die Landeseinheit sich schnell auf den Heimweg machen kann.“

Der Präsident des NLBK, Mirko Temmler, war zur Übergabe der Technik selbst mit vor Ort im Einsatz und sagt dazu: „Es ist gut, dass wir auf diese Technik kurzfristig zugreifen und der betroffenen Stadt zur Verfügung stellen können. Dieser Einsatz zeigt einmal mehr wie wichtig der weitere Auf- und Ausbau der Einheiten zur Versorgung der Bevölkerung bei Ausfall kritischer Infrastrukturen ist.


Enercity teilte dazu den Sachstand vom 24.08. 2022 17:30 mit:

Seit Samstag, 20. August 2022 gilt im Laatzener Ortsteil Gleidingen (Region Hannover) eine Nutzungseinschränkung des Trinkwassers aufgrund einer aufgetretenen Wasserverunreinigung. Enercity hat betroffene Abschnitte des Wassernetzes abgeriegelt, nimmt seither umfassend Wasserproben und spült das Wassernetz umfangreich an verschiedenen Stellen in Gleidingen. Wichtigstes Ziel von enercity und den Behörden ist es, die Versorgung betroffener Menschen mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser schnellstmöglich wiederherzustellen.

Die jüngst vom Gesundheitsamt bewerteten Proben haben ergeben, dass die Konzentration der bakteriellen Belastung des Trinkwassers weiter deutlich abgenommen hat, aber noch besteht. Die mit dem Gesundheitsamt anfänglich ausgesprochene umfängliche Nutzungseinschränkung bleibt bestehen. Es gilt weiterhin: Trinkwasser darf nicht zum Verzehr und nicht zur Körperhygiene oder zum Wäsche waschen verwendet werden. Die Wassernutzung zur Toilettenspülung ist möglich.

Laut Gesundheitsamt gilt ebenfalls weiterhin: Wenn es an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unbedenkliche Ergebnisse bei den Wasserproben gibt, kann das Trinkwasser wieder freigegeben werden. Die konkrete Ursachenforschung dauert an, die bisherigen Erkenntnisse deuten auf einen Fremdeintrag hin.

Enercity hat Wasserwagen und ein Standrohr im betroffenen Gebiet bereitgestellt. Zusätzlich unterstützt das Technische Hilfswerk (THW) bei der Versorgung. Die Standorte sind:

  1. Bereich Ringstr. (vor Haus Nr. 20)
  2. Bereich Gänsewiese (vor Haus Nr. 10)
  3. Bereich Seikengarten (vor Haus Nr. 13)
  4. Bereich Nordstr. (vor Haus Nr. 2)
  5. Hildesheimer Str. Ecke Ritterstr.
  6. Enzianweg, Ecke Hildesheimer Str. (Standrohr)
  7. Lavendelweg (vor Haus Nr. 2)
  8. Schützenstr. (vor Haus Nr. 2)
  9. Hanno-Ring/Ecke In der Welle

Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die nicht in der Lage sind, sich eigenständig Wasser zu besorgen, können das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kontaktieren. Die Rufnummer lautet: 0800 123-2232

Die Wassernotversorgung wird auch in der Nacht fortgesetzt werden. Die Anwohner:innen werden gebeten, weiterhin einen Trinkwasservorrat vorzuhalten, da eine kurzfristige Aufhebung der Störung nicht zu erwarten ist. Auch werden die Anwohner:innen gebeten, auf Personen in der Nachbarschaft zu achten und diese gegebenenfalls bei der Trinkwasserversorgung zu unterstüzen. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werden wir wieder informieren.

Betroffen sind rund 700 Wasseranschlüsse, dazu zählen folgende Straßen bzw. Gebäude:

Am Hang, Am Heesekamp, Am Springborn, Am Steinacker, Anemonenweg, Bienenweide, Gänsewiese, Hanno-Ring, Hildesheimer Str. (ungerade: 501 bis 565, auch Hausnr. a, b,c…, 569, 569a, 569b und gerade: 410 bis 546, auch Hausnr. a, b, c…), Honigbienenweg, Hummelweg, Im Winkel, Immengarten, In der Welle, Langhusveien, Lavendelweg, Libellenweg, Maschstr., Masurenweg, Nordstr., Oesselser Str., Osterstr. (ungerade: 1 bis 25, auch Hausnr. a, b, c… und gerade: 2 bis 20, auch Hausnr. a, b, c…), Ringstr., Ritterstr., Schützenstr., Seikengarten, Thorstr., Tordenskioldstr., Triftstr., Zeppelinweg

Anwohner:innen können sich bis auf Weiteres telefonisch an die  enercity-Störungsannahme wenden:  Rufnummer  0511 430-5111

Bitte beachten: Die Rufnummern 110 und 112 bitte nicht bzgl. der Wasserstörung kontaktieren, da sie für dringende Notfälle zur Verfügung stehen sollen.

Weitere Infos:  www.laatzen.de