Hannover rüstet sich mit Maßnahmen gegen Sommerhitze
Die Stadt schützt besonders gefährdete Gruppen und Mitarbeitende mit gezielten Hitzeschutzmaßnahmen.
HANNOVER (redu). Angesichts steigender Temperaturen trifft die Landeshauptstadt Hannover umfangreiche Vorkehrungen für besonders hitzegefährdete Gruppen und setzt dabei auf Prävention, Aufklärung sowie langfristige Klimaanpassung.
Hannover reagiert mit umfassenden Schutzmaßnahmen auf zunehmende Sommerhitze
Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) begegnet der zunehmenden Hitzeentwicklung im Stadtgebiet mit einer Vielzahl an Maßnahmen, die auf den Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen sowie städtischer Mitarbeitender abzielen. Aktuelle Wetterdaten und Prognosen weisen auf eine Häufung von Hitzeperioden hin. Bereits das Frühjahr war von überdurchschnittlicher Trockenheit und heißen Tagen geprägt.
Information und Aufklärung für alle Bürger*innen
Unter www.hannover.de/hitze stellt die Stadt eine zentrale Informationsplattform zur Verfügung. Hier erhalten Bürgerinnen praktische Verhaltenstipps zu Flüssigkeitsaufnahme, Ernährung, Lüftungsverhalten und Kleidung. Zusätzlich werden Empfehlungen zur Nutzung von Wetter-Apps und Newslettern gegeben. Der mehrsprachige Flyer „Große Hitze – was tun?“ bietet einen kompakten Überblick mit besonderem Fokus auf Seniorinnen.
Gezielte Maßnahmen für gefährdete Gruppen
Für ältere Menschen hat die Heimaufsicht die Pflegeeinrichtungen verstärkt im Blick. Sie kontrolliert regelmäßig die Trinkversorgung in den Einrichtungen. In Stadtteilen wie Ricklingen werden zusätzlich Flyer verteilt, die Trinkmöglichkeiten, öffentliche Toiletten und kühle Orte aufzeigen. In Mittelfeld verteilt die Gemeinwesenarbeit gemeinsam mit Ehrenamtlichen Fächer an Senior*innen und informiert zum Umgang mit Hitze.
Wohnungslose Menschen werden im Rahmen der „Sommerhilfe“ durch ein Netzwerk unterstützt. Die Stadt ermöglicht den Aufenthalt in kühlen Orten wie Tunnelstationen der ÜSTRA oder der Marktkirche. Edelstahl-Trinkflaschen werden ausgegeben. Zudem informiert die Stadt über die Standorte von derzeit 20 öffentlichen Trinkwasserbrunnen und schafft zusätzliche Angebote.
In Kitas und Schulen steht der Schutz der Kinder im Vordergrund. Betreuungspersonen sorgen dafür, dass Kinder ausreichend trinken, Sonnenschutzmittel verwenden und Kopfbedeckungen tragen. Technische Maßnahmen wie Fensterbeschattung, Außensonnenschutz und der Einsatz von Ventilatoren werden je nach Bedarf ergänzt.
Arbeitsschutz und betriebliche Vorsorge
Alle Fachbereiche der Stadtverwaltung haben Hitzeschutzkonzepte im Rahmen des Arbeitsschutzes entwickelt. Diese basieren auf Handlungsempfehlungen des betrieblichen Gesundheitsschutzes. Für Beschäftigte im Außendienst gelten Empfehlungen zu Kleidung und Sonnenschutz. In Innenräumen werden Maßnahmen wie gesteuerte Jalousien und kontrollierte Luftzufuhr umgesetzt. Zudem besteht die Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten zur Vermeidung von Belastungsspitzen während der Mittagsstunden.
Feuerwehr und Rettungsdienste vorbereitet
Auch die Feuerwehr Hannover ist auf erhöhte Einsatzzahlen bei Hitzeperioden vorbereitet. Bestehende Rettungskonzepte werden angepasst, um lageabhängig reagieren zu können. Bei Großveranstaltungen wird das Thema Hitze standardmäßig in die Sicherheitskonzepte integriert. Diese werden jeweils individuell auf die Veranstaltung zugeschnitten.
Klimaanpassung als langfristige Strategie
Seit 2012 verfolgt die LHH eine Klimaanpassungsstrategie. Diese enthält Maßnahmen zur Reduzierung der städtischen Überwärmung. Dazu gehören die Begrünung von Flachdächern bei Neubauten, grüne Dächer auf Bushaltestellen und das Ersetzen von Asphalt- und Pflasterflächen durch Grünflächen. Neue Bäume werden regelmäßig gepflanzt und standortgerecht ausgewählt. Auch Baumscheiben werden saniert, um die Vitalität der Stadtbäume zu erhalten. Bei der Neugestaltung von Plätzen wird die Einrichtung weiterer Trinkwasserbrunnen geprüft.
Hitzeschutz in der Stadtplanung
Ein zentrales Element der Anpassungsstrategie ist die klimaangepasste Stadtplanung. Neue Bauvorhaben berücksichtigen bestehende Kaltluftentstehungsgebiete und -leitbahnen. Helle Materialien für Straßenbeläge und Fassaden sollen die Wärmeentwicklung verringern. Die Planung wird durch Daten aus einer regelmäßig aktualisierten Klimaanalyse sowie einem Messnetz mit 38 Sensorstationen in der Innenstadt unterstützt. Im Sommer 2025 plant die Stadt eine Umfrage, um heiße und kühle Orte im Stadtgebiet zu kartieren.
Beteiligung privater Eigentümer*innen
Die Stadt ruft auch Eigentümer*innen privater Grundstücke dazu auf, selbst aktiv zu werden. Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünung oder die Entsiegelung von Flächen können zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.
Weitere Informationen sind auf den städtischen Webseiten zu Hitzeschutz und Klimaanpassung abrufbar: