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Wichtige Nachrichten aus Niedersachsen: Landespolitik, Behörden, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen. Alle landesweiten Themen auf einen Blick.

Bundesweiter Warntag 2026: Warnsysteme werden am Donnerstag in Niedersachsen getestet – Bundesweiter Warntag BG PRESS 1200

Bundesweiter Warntag 2026: Warnsysteme werden am Donnerstag in Niedersachsen getestet

9. September 2026/in Niedersachsen

Cell Broadcast, Warn-Apps, Sirenen und Rundfunk sollen gemeinsam die Bevölkerung erreichen.

HANNOVER (redu) – Beim Bundesweiten Warntag werden am Donnerstag, 10. September 2026, ab 11 Uhr in Deutschland die Warnsysteme für die Bevölkerung getestet. In Hannover ertönen die Sirenen an 112 Standorten. Bund, Länder und Kommunen erproben gleichzeitig verschiedene weitere Warnwege.

Der Aktionstag soll technische Abläufe überprüfen und zugleich vermitteln, über welche Wege Warnungen im Ernstfall verbreitet werden. Gegen 11.45 Uhr ist die Entwarnung vorgesehen.

Der Bundesweite Warntag findet in der Regel jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) löst die Probewarnung über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) aus. Die Meldung wird von dort an angeschlossene Warnmultiplikatoren weitergeleitet.

Warnungen werden über mehrere Wege verbreitet

Das Warnsystem setzt bewusst auf einen sogenannten Warnmittelmix. Radio- und Fernsehsender, Warn-Apps, digitale Anzeigetafeln und Cell Broadcast können die über MoWaS verbreitete Meldung übermitteln. Je nach örtlicher Ausstattung kommen Sirenen oder Lautsprecherfahrzeuge hinzu. Auch Informationssysteme der Deutschen Bahn und weitere digitale Informationssysteme können Warnmeldungen verbreiten.

Welche Warnmittel tatsächlich ausgelöst werden, unterscheidet sich von Kommune zu Kommune. Die niedersächsischen Kommunen sind zur Beteiligung am Warntag aufgefordert, verpflichtet sind sie dazu jedoch nicht.

Das Land Niedersachsen verweist auf die Bedeutung einer zuverlässigen Warnung insbesondere bei Unwettern, Hochwasser, Bränden sowie anderen größeren Krisen- und Gefahrenlagen. Dabei sollen sich die verschiedenen Systeme ergänzen und nicht gegenseitig ersetzen.

Mehr als 1.500 Sirenenstandorte wurden gefördert

Sirenen übernehmen in diesem System vor allem eine Weckfunktion. Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums konnten in den vergangenen Jahren 1.538 Sirenenstandorte mit jeweils zehn Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln gefördert werden. Für Planung und Errichtung sind die Kommunen zuständig. 2020 hatten die niedersächsischen Kommunen mehr als 5.500 Standorte gemeldet.

Ein Sirenensignal macht auf eine besondere Situation aufmerksam, kann aber keine ausführlichen Informationen zur jeweiligen Gefahr vermitteln. Dafür sind weitere Informationswege wie Warn-Apps, Radio und Fernsehen, Cell Broadcast sowie Internetangebote der Behörden vorgesehen.

Bundesweiter Warntag 2026: Warnsysteme werden am Donnerstag in Niedersachsen getestet – BGPRESS FG 1341959

(v.l.) Auslösung der WarnAPP KATWARN, Cell-Broadcast, NINA beim Bundeswarntag am 11. September 2025 © Bernd Günther

NINA liefert zusätzliche Informationen aufs Smartphone

Zu den digitalen Warnwegen gehört die kostenlose Warn-App NINA. Die Abkürzung steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“. Über sie können Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes direkt auf Smartphones übermittelt und mit weitergehenden Informationen sowie Verhaltensempfehlungen verbunden werden.

Nutzer sollten in der App die für sie wichtigen Orte oder Regionen auswählen und die erforderlichen Benachrichtigungen auf ihrem Smartphone zulassen.

Damit unterscheidet sich die Funktion einer Warn-App teilweise von Cell Broadcast. Während Cell Broadcast schnell eine große Zahl von Mobiltelefonen in einem Warngebiet erreichen und Aufmerksamkeit erzeugen kann, können Apps umfangreichere Informationen zur jeweiligen Gefahrenlage bereitstellen.

KATWARN bildet einen weiteren Warnweg

Auch KATWARN wird in Niedersachsen eingesetzt. Die App wurde vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme im Auftrag der Versicherungswirtschaft entwickelt.

Nach Angaben des Landes Niedersachsen werden über das System neben Meldungen aus NINA auch Warnungen und Informationen teilnehmender Landkreise und Städte verbreitet. KATWARN kann außerdem für weniger zeitkritische Informationen wie Schulschließungen genutzt werden.

Wer Warn-Apps verwendet, sollte die entsprechende Region für den Wohnort auswählen. Wer häufig unterwegs ist, kann zusätzlich die Standortfunktion des Smartphones nutzen, damit Warnungen entsprechend dem jeweiligen Aufenthaltsort angezeigt werden können.

Cell Broadcast benötigt keine zusätzliche Warn-App

Cell Broadcast wird in Deutschland seit Februar 2023 für die Bevölkerungswarnung eingesetzt. Eine zusätzliche App ist für den Empfang nicht erforderlich. Die Meldungen werden über Mobilfunkzellen an geeignete Mobiltelefone innerhalb eines Warngebiets übertragen.

Telefonnummern oder personenbezogene Daten werden dafür nicht benötigt. Nach Angaben des BBK werden bei der Aussendung von Cell-Broadcast-Warnungen keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet.

Das Mobiltelefon muss allerdings eingeschaltet, für Cell Broadcast geeignet und mit einem funktionierenden Mobilfunknetz verbunden sein. Das BBK nennt grundsätzlich ein entsprechend aktualisiertes Android-System ab Version 11 beziehungsweise bei Apple-Geräten iOS ab Version 16.1 als technische Voraussetzung. Ältere Geräte unterstützen Cell Broadcast möglicherweise nicht.

Die Meldungen können mit akustischen, optischen und haptischen Signalen Aufmerksamkeit erzeugen. Der übertragbare Warntext ist allerdings auf maximal 500 Zeichen begrenzt. Umfangreichere Informationen und Verhaltensempfehlungen können deshalb über Warn-Apps, Rundfunk, behördliche Internetangebote und weitere Informationskanäle folgen.

Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums soll am Donnerstag gegen 11.45 Uhr auch die Entwarnung über Cell Broadcast erfolgen.

Warum Sirenen wieder wichtiger geworden sind

Sirenen gehörten über Jahrzehnte zu den bekanntesten Warnmitteln. Nach dem Ende des Kalten Krieges bot der Bund seine für den Zivilschutz vorgehaltenen Sirenen in den 1990er Jahren den Kommunen zur Übernahme an. Einige übernahmen die Anlagen, andere bauten sie ab.

Inzwischen bauen zahlreiche Kommunen wieder Sirenennetze auf oder modernisieren vorhandene Anlagen. Ein Vorteil liegt darin, dass für das Sirenensignal weder eine installierte App noch ein gerade genutztes Radio oder Smartphone erforderlich ist.

Die Sirene allein kann jedoch keine detaillierten Informationen übermitteln. Deshalb wird sie mit anderen Warnwegen kombiniert. In Niedersachsen entscheiden die Kommunen, ob und wie Sirenen zur Warnung eingesetzt werden. Bürger sollten sich bei ihrer Gemeinde oder ihrem Landkreis über die örtlich geltenden Signale informieren.

Hannover löst 112 Sirenen aus

Die Landeshauptstadt Hannover beteiligt sich ebenfalls an der Probewarnung. Nach Angaben der Feuerwehr Hannover werden um 11 Uhr Sirenen an insgesamt 112 Standorten im Stadtgebiet ausgelöst. Damit verfügt die Stadt inzwischen über ein flächendeckendes kommunales Sirenenwarnnetz.

Um 11.45 Uhr sollen die hannoverschen Sirenen Entwarnung geben. Die Anlagen der Landeshauptstadt dienen ausschließlich der Bevölkerungswarnung und nicht der Alarmierung der Feuerwehr.

In verschiedenen Städten und Gemeinden des Umlands können Sirenen dagegen zusätzlich die Freiwilligen Feuerwehren alarmieren. Entsprechende Signale aus Nachbarkommunen können teilweise auch im Stadtgebiet Hannover zu hören sein.

Sirenen können auch Feuerwehren alarmieren

Das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz weist darauf hin, dass Sirenen in vielen Kommunen auch zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine andere Funktion als die Warnung der Bevölkerung.

Feuerwehrangehörige werden heute vielfach über digitale Meldeempfänger und weitere technische Systeme alarmiert. Einige Gemeinden halten dennoch zusätzlich an Sirenen fest oder berücksichtigen sie beim Aufbau neuer Systeme. Dadurch steht ein weiterer Alarmierungsweg zur Verfügung, der gleichzeitig eine größere Zahl von Einsatzkräften innerhalb seines akustischen Bereichs erreichen kann.

Bundesweiter Warntag 2026: Warnsysteme werden am Donnerstag in Niedersachsen getestet – Feuerwehralarmierung ueber Sirene AI

Feuerwehralarmierung über Sirene ist nicht einheitlich geregelt. © AI generated

Moderne Sirenen können zudem in die digitale Infrastruktur der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eingebunden werden. In Niedersachsen können Sirenen über den Digitalfunk BOS angesteuert werden. In entsprechende Steuerungen lassen sich auch Absenderadressen von Land und Bund beziehungsweise BBK/MoWaS integrieren.

Eine landesweit einheitliche Nutzung zur Feuerwehralarmierung mit Sirenen gibt es nicht. Während Hannovers neue Sirenen nicht dafür eingesetzt werden, können entsprechende Feuerwehrsignale in angrenzenden Städten und Gemeinden der Region weiterhin ab bestimmten Einsatzlagen im Alltag ertönen.

Warntag soll technische Schwachstellen aufdecken

Der Warntag dient auch dazu, mögliche Schwachstellen der Systeme und Abläufe zu erkennen. Geprüft wird, ob Warnmeldungen ausgelöst und weitergeleitet werden und ob sie die Bevölkerung tatsächlich erreichen.

Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums wurden beim Warntag 2025 mehr als 97 Prozent der Teilnehmer einer BBK-Befragung über mindestens ein Warnmittel erreicht. 73 Prozent berichteten von Cell Broadcast, 67 Prozent von Warn-Apps und 65 Prozent von Sirenensignalen.

Auch in diesem Jahr bittet das BBK um Rückmeldungen. Die Online-Befragung beginnt am 10. September gegen 11 Uhr und endet am 17. September um Mitternacht. Die Angaben werden anonym erhoben.

Der Test macht zugleich das Prinzip des Warnmittelmixes deutlich: Sirenen können Aufmerksamkeit erzeugen, Cell Broadcast zahlreiche Mobiltelefone erreichen und Apps wie NINA und KATWARN ausführlichere Informationen bereitstellen. Radio, Fernsehen und offizielle Informationsangebote der Behörden ergänzen diese Wege.

Für die Bevölkerung besteht durch die angekündigte Auslösung am Donnerstag keine Gefahr. Es handelt sich um eine Probewarnung.

Fußfessel gegen häusliche Gewalt

Schutz vor häuslicher Gewalt: Niedersachsen stellt Weichen für Fußfessel

8. September 2026/in Niedersachsen

Neue Regelung soll bundesweit einheitlichen Einsatz ermöglichen – Gewaltschutzgesetz tritt am 1. Juli 2027 in Kraft.

HANNOVER (redu) – Niedersachsen stellt weitere Weichen für den Schutz vor häuslicher Gewalt: Die Landesregierung hat am Dienstag dem Entwurf eines Staatsvertrages zugestimmt, der die länderübergreifende Zusammenarbeit bei der elektronischen Aufenthaltsüberwachung und den Einsatz elektronischer Fußfesseln ausbauen soll.

Hintergrund ist die Neufassung des Gewaltschutzgesetzes, die erstmals eine bundeseinheitliche Regelung der elektronischen Fußfessel vorsieht. Das Gesetz soll am 1. Juli 2027 in Kraft treten.

Der Schutz vor häuslicher Gewalt soll durch den geplanten Staatsvertrag und die Zusammenarbeit der Länder bei der elektronischen Aufenthaltsüberwachung weiter gestärkt werden. Nach der Zustimmung der Landesregierung kann nun der Niedersächsische Landtag über den beabsichtigten Staatsvertrag unterrichtet werden.

Ziel ist es, technische und organisatorische Voraussetzungen für einen bundesweit einheitlichen Einsatz der elektronischen Fußfessel zu schaffen. Dabei soll die in Hessen ansässige Gemeinsame elektronische Überwachungsstelle der Länder (GÜL) weitere Aufgaben und Befugnisse erhalten.

Wahlmann setzt auf länderübergreifende Zusammenarbeit

Niedersachsens Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann bezeichnet die Zusammenarbeit als wichtigen Schritt für einen stärkeren Opferschutz. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, sie geht uns alle an. Die eigenen vier Wände müssen für alle – vor allem für Frauen – ein sicherer Ort sein“, erklärte die Ministerin.

Wahlmann verwies zudem auf die Verbindung von Näherungsverboten und elektronischer Überwachung. Mit dem Staatsvertrag solle eine praxistaugliche Umsetzung ermöglicht werden, damit die Fußfessel auch in Gewaltschutzverfahren effektiv eingesetzt werden könne.

Niedersachsen seit 2012 an Staatsvertrag beteiligt

Niedersachsen ist bereits 2012 einem Staatsvertrag zur elektronischen Aufenthaltsüberwachung in Führungsaufsichtssachen beigetreten. Hessen organisiert diese Überwachung seither zentral für die teilnehmenden Länder.

Mit dem neuen Staatsvertrag sollen die vorhandenen Ressourcen ausgebaut und Doppelstrukturen in den einzelnen Bundesländern vermieden werden.

Großbrand Leer: Schrotthaufen auf Betriebsgelände in Flammen – Feuer Leer 1200 1420539

Großbrand Leer: Schrotthaufen auf Betriebsgelände in Flammen

3. September 2026/in Niedersachsen

Feuerwehr bekämpft stundenlang Brand in Schrotthaufen – Bevölkerung soll Fenster und Türen geschlossen halten.

LEER (redu) – Ein Großbrand Leer auf dem Gelände eines Entsorgungsbetriebes hat seit der Nacht zu Donnerstag einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Ein Schrotthaufen mit Fahrzeugen und Containern brannte. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Löscharbeiten dauerten bis weit in den Donnerstag hinein. Schweres Gerät war erforderlich, um Brandstellen innerhalb des aufgeschichteten Materials zu erreichen und abzulöschen.

Der Großbrand Leer war kurz vor Mitternacht ausgebrochen. Nach ersten Angaben geriet ein großer Schrotthaufen in Brand, in dem sich unter anderem Autos und große Container befanden. Nach ersten Schätzungen der Polizei erstreckte sich das Feuer auf rund 100 Quadratmeter.

Rauchwolke zieht über das Stadtgebiet

Bereits in der Nacht entwickelte sich eine große, weithin sichtbare Rauchwolke. Gleichzeitig kam es zu einer erheblichen Geruchsbelästigung. Bei der Polizei gingen deshalb zahlreiche Notrufe aus dem Stadtgebiet ein.

Nach Angaben der Feuerwehr zog der Rauch zeitweise relativ niedrig in Richtung Leer. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Laut Polizei wurde die Geruchsbelästigung auch in Wilhelmshaven und im Landkreis Friesland wahrgenommen.

Auch dort wurde empfohlen, nach Möglichkeit Fenster und Türen geschlossen zu halten. Als Ursache für den intensiven Geruch wurde das brennende Altmetall auf dem Gelände genannt. Nach Berichten ostfriesischer Lokalmedien wurden wegen der Rauchentwicklung zudem Warnungen über die Warn-Apps NINA und Katwarn verbreitet.

Großbrand Leer: Schrotthaufen auf Betriebsgelände in Flammen – Rauch Leer

Nach mehr als 8 Stunden zieht am Morgen immer noch dichter Rauch über die Stadt Leer © Cornelia Günther

Schweres Gerät legt Brandstellen frei

Eine besondere Herausforderung für die Feuerwehr war der Aufbau des Schrotthaufens. Feuer und Glut konnten sich innerhalb des aufgeschichteten Materials weiter ausbreiten. Ein oberflächliches Ablöschen reichte deshalb nicht aus.

Der Haufen musste Stück für Stück mit schwerem Gerät auseinandergezogen werden. Anschließend konnten die freigelegten Bereiche gezielt abgelöscht werden. Noch am Donnerstagvormittag waren Einsatzkräfte mit der Bekämpfung von Glutnestern beschäftigt.

Unterstützung erhielt die Feuerwehr unter anderem von der Werksfeuerwehr der Meyer Werft aus Papenburg. Sie beteiligte sich mit einer Hochleistungspumpe und einer Hubrettungsbühne mit einer Arbeitshöhe von 51 Metern an dem Einsatz.

Brandursache noch ungeklärt

Nach dem bislang veröffentlichten Stand waren der Polizei keine Verletzten im Zusammenhang mit dem Feuer bekannt. Belastbare Angaben zur Höhe des Sachschadens liegen bislang ebenfalls nicht vor.

Ungeklärt ist zudem, wodurch der Brand ausgelöst wurde. Eine Untersuchung der Brandstelle ist erst möglich, wenn die Löscharbeiten abgeschlossen sind und der betroffene Bereich untersucht werden kann. Anschließend soll die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache übernehmen.

Abschließende Angaben zu möglichen Auswirkungen auf die Umwelt oder zur genauen Zusammensetzung des verbrannten Materials liegen bislang nicht vor.

Rettungsdienst-Reform in Niedersachsen

Rettungsdienstgesetz Niedersachsen soll Notfallversorgung modernisieren

26. August 2026/in Niedersachsen

Digitale Fallübergabe, Qualitätssicherung und Telefonreanimation gehören zu den Schwerpunkten des Gesetzentwurfs.

HANNOVER (redu) – Die niedersächsische Landesregierung will mit einer Reform des Rettungsdienstgesetzes Niedersachsen die Notfallversorgung modernisieren. Das Landeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Einbringung in den Landtag freigegeben. Vorgesehen sind unter anderem digitale Fallübergaben, verbindliche Qualitätssicherung, landesweit organisierte Intensivtransporte und verpflichtende Telefonreanimation.

Die geplanten Änderungen sollen die Patientenversorgung verbessern, Abläufe beschleunigen und vorhandene Ressourcen im Rettungsdienst gezielter einsetzen. Zugleich sollen verbindliche rechtliche Grundlagen für mehrere Bereiche der Notfallversorgung geschaffen werden.

Mit der geplanten Novellierung des Rettungsdienstgesetzes Niedersachsen setzt die Landesregierung vor allem auf Digitalisierung und eine stärkere Qualitätssicherung. Patientinnen und Patienten sollen schneller an die für sie geeignete Versorgungsstruktur vermittelt werden können.

Digitale Fallübergabe soll Abläufe beschleunigen

Ein Schwerpunkt ist die Einführung der digitalen Fallübergabe. Sie soll die Informationsqualität verbessern und Medienbrüche reduzieren. Zudem soll die digitale Übermittlung relevanter Patientendaten zwischen Rettungsleitstellen und dem Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung rechtssicher ermöglicht werden.

Patientinnen und Patienten mit weniger akuten Beschwerden könnten dadurch schneller an geeignete Versorgungsstrukturen vermittelt werden. Rettungswagen sollen gleichzeitig häufiger für dringende Notfälle verfügbar bleiben.

Qualitätssicherung und Intensivtransporte

Der Gesetzentwurf sieht außerdem eine Rechtsgrundlage für die Qualitätssicherung vor. Die Träger des Rettungsdienstes sollen verpflichtet werden, dafür erforderliche Daten anonymisiert bereitzustellen. Durch deren systematische Erfassung und Auswertung sollen Qualitätsstandards und Patientensicherheit weiterentwickelt werden.

Die Trägerschaft für Intensivtransporte mit Intensivtransportwagen soll künftig das Land übernehmen. Die hochspezialisierten Transportkapazitäten sollen dadurch landesweit abgestimmt und bedarfsgerecht organisiert werden.

Rettungsdienstgesetz Niedersachsen soll Notfallversorgung modernisieren – BGPress 2134

Telefonreanimation soll für Rettungsleitstellen verpflichtend werden. © Bernd Günther

Telefonreanimation soll verpflichtend werden

Rettungsleitstellen sollen künftig verpflichtet werden, Anrufende bei Bedarf zur Wiederbelebung anzuleiten. Die Telefonreanimation soll bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und die Überlebenschancen verbessern.

Innenministerin Daniela Behrens erklärte, Ziel der Novellierung sei eine schnelle, hochwertige und moderne Notfallversorgung. Die digitale Fallübergabe, Qualitätssicherung, landesweite Steuerung der Intensivtransporte und Telefonreanimation sollen nach ihren Angaben die Versorgung verbessern und vorhandene Ressourcen gezielter einsetzen.

Schüler mit Tablets im Unterricht

96.237 Tablets bereits an Niedersachsens Schulen ausgeliefert

25. August 2026/in Niedersachsen

Land plant bis 2031 rund 800 Millionen Euro für digitale Endgeräte.

HANNOVER (redu) – Beim Projekt Tablets Schulen Niedersachsen sind inzwischen 96.237 der bislang 163.039 bestellten digitalen Endgeräte ausgeliefert. Ministerpräsident Olaf Lies und Kultus-Staatssekretär Stephan Ertner informierten sich am Dienstag an der IGS Büssingweg in Hannover über den Einsatz im Unterricht.

Bis 2031 stellt das Land rund 800 Millionen Euro für die Ausstattung von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern bereit. Im Schuljahr 2026/2027 beginnt die schrittweise Einführung.

Beim Vorhaben Tablets Schulen Niedersachsen sollen digitale Endgeräte schrittweise im Schulalltag etabliert werden. An der IGS Büssingweg informierten sich Ministerpräsident Olaf Lies und Kultus-Staatssekretär Stephan Ertner über erste Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen der Einsatz der Geräte im Unterricht, individuelles Lernen, kollaboratives Arbeiten und die Förderung von Medienkompetenz.

Land plant Ausstattung bis 2031

Niedersachsen hatte im Juni 2025 die flächendeckende Ausstattung von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern mit digitalen Endgeräten auf den Weg gebracht. Bis 2031 stehen dafür nach Angaben des Landes rund 800 Millionen Euro bereit.

Im Schuljahr 2026/2027 sollen zunächst in der Regel Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs sowie Lehrkräfte aller Schulformen ausgestattet werden. Für rund 67.138 Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs und etwa 84.000 Lehrkräfte ist eine Ausstattung vorgesehen. Hinzu kommt ein Ersatzgerätepool von zehn Prozent pro Schule.

Von bislang 163.039 bestellten Geräten waren mit Stand vom 24. August 2026 bereits 96.237 ausgeliefert. Vorrangig erhielten jene Schulen Geräte, die bereits zum Beginn des Schuljahres damit arbeiten wollten.

Bestellungen über zentralen Webshop

Seit Mai 2026 werden die digitalen Endgeräte an die Schulen ausgeliefert. Die Einrichtungen können über einen zentralen Webshop von IT.Niedersachsen Geräte auswählen, die zu ihren technischen Voraussetzungen und Medienbildungskonzepten passen.

Das dritte und letzte Bestellfenster für das Schuljahr 2026/2027 läuft noch bis Ende Oktober 2026. Die Auslieferung erfolgt gestaffelt.

Land und kommunale Spitzenverbände hatten sich im März auf ein Verfahren einschließlich der Finanzierung der dauerhaften Administration im Zuge der Schuldigitalisierung verständigt.

Ministerpräsident Olaf Lies erklärte bei dem Schulbesuch: „Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes. Deshalb sorgen wir dafür, dass digitale Bildung nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängt. Mit den digitalen Endgeräten schaffen wir moderne und faire Lernbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler. Dass die Geräte jetzt im Unterricht ankommen und dort selbstverständlich genutzt werden, zeigt: Niedersachsen liefert. Gemeinsam mit Schulen und Schulträgern gestalten wir die Schule der Zukunft.“

Kultus-Staatssekretär Stephan Ertner verwies auf die Zusammenarbeit von Schulen, Schulträgern, Lehrkräften, Landesbehörden und IT.Niedersachsen. Das Land unterstütze die Schulen zudem mit digitalen Instrumenten wie dem KI-Chatbot AIS.chat. Begleitet wird die Einführung auch durch Angebote des Kultusministeriums, der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung sowie des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung.

Waldbrandtanklöschfahrzeug aus Niedersachsen

Waldbrandhilfe Serbien: Niedersachsen entsendet Kräfte

23. August 2026/in Niedersachsen

Zwei niedersächsische Waldbrandtanklöschfahrzeuge sind für den internationalen Einsatz vorgesehen.

CELLE (redu) – Niedersachsen beteiligt sich an der Waldbrandhilfe Serbien und entsendet acht ehrenamtliche Einsatzkräfte, einen Mitarbeiter des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz sowie zwei spezialisierte Waldbrandtanklöschfahrzeuge. Das deutsche EU-Waldbrandmodul startete am 22. August 2026 in Richtung Serbien.

Die niedersächsischen Kräfte unterstützen das unter Führung Nordrhein-Westfalens stehende deutsche Einsatzmodul GFFF-V DE1. Ziel ist das serbische Waldschutzgebiet Deliblatska Peščaranoch.

Für die Waldbrandhilfe Serbien kommen die niedersächsischen Einsatzkräfte aus den Landkreisen Gifhorn, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg. Hinzu kommt ein Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz als Teilkontingentführer.

Die Gruppe bringt zwei Waldbrandtanklöschfahrzeuge vom Typ CCFM Niedersachsen mit. Dabei handelt es sich um spezialisierte Fahrzeuge für die Vegetationsbrandbekämpfung.

Zusammenschluss mit Kräften aus Nordrhein-Westfalen

Nach der gemeinsamen Abfahrt vom NLBK in Celle steuern die niedersächsischen Kräfte zunächst die staatliche Feuerwehrschule in Regensburg an. Dort schließen sie sich mit den Einsatzkräften aus Nordrhein-Westfalen zusammen.

Die Ankunft in Serbien wird für Montagnachmittag erwartet. Das deutsche EU-Waldbrandmodul GFFF-V DE1 steht unter der Führung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Behrens betont europäische Solidarität

Niedersachsens Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, erklärte: „Die Vegetationsbrände in diesem Sommer erfordern ein hohes Maß an europäischer Solidarität und Niedersachsen leistet dazu gerne einen Beitrag.“

Während die Brände in Deutschland seit einigen Tagen gelöscht seien, sei die Situation im serbischen Waldschutzgebiet von Deliblatska Peščaranoch noch nicht unter Kontrolle. Behrens wünschte den Einsatzkräften „viel Erfolg bei der Bekämpfung dieser verheerenden Brände“ und eine gesunde Rückkehr aus dem Einsatz.

MTFEx 2026: Medizinische Task Forces üben in Celle – BGPress 20260822 1105 BGPRESS 1420442

MTFEx 2026: Medizinische Task Forces üben in Celle

23. August 2026/in Niedersachsen

Großübung bildet Abschluss einer seit 2024 laufenden Übungsreihe mit fünf niedersächsischen Medizinischen Task Forces.

CELLE (redu) – Bei der MTFEx 2026 trainieren Medizinische Task Forces in Niedersachsen die Versorgung und den Transport von Verletzten, wenn Krankenhäuser und Verkehrswege nach einem schweren Naturereignis nur eingeschränkt verfügbar sind. Rund 100 Verletztendarsteller sorgen dabei für realitätsnahe Bedingungen.

Die Übung bildet den Abschluss einer dreiteiligen Reihe, die 2024 begonnen wurde. Beteiligt sind die sechs in Niedersachsen stationierten Medizinischen Task Forces.

Die MTFEx 2026 stellt die Einsatzkräfte vor ein Szenario, in dem ein schweres Naturereignis Krankenhausstrukturen und Teile der Verkehrsinfrastruktur erheblich beeinträchtigt hat. Reguläre medizinische Versorgung und Krankentransporte stehen deshalb nur eingeschränkt zur Verfügung.

Das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz führt die Übung gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzkräften durch. Im Mittelpunkt stehen Fähigkeiten, die bei großflächigen Schadenslagen und eingeschränkter Infrastruktur benötigt werden.

Versorgung außerhalb regulärer Strukturen

Die Medizinische Task Force ist eine standardisierte sanitätsdienstliche taktische Einheit des Bundes. Sie ist für den Spannungs- und Verteidigungsfall sowie für die bundeslandübergreifende Katastrophenhilfe vorgesehen.

MTFEx 2026: Medizinische Task Forces üben in Celle – BGPress 20260822 1232 BGPRESS 1420458

Mehrere Behandlungszelte müssen den Ansturm der Verletzten abarbeiten. © Bernd Günther

Zu ihren Aufgaben gehören die medizinische Versorgung von Verletzten und Erkrankten, der Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes, der weiträumige Patiententransport und die Dekontamination von Verletzten. Die Einheiten sollen bestehende Strukturen des Landeskatastrophenschutzes und des Sanitätsdienstes unterstützen, ergänzen oder ablösen.

Bei der Übung in Celle wird unter anderem der Patiententransport durch unwegsames Gelände trainiert. Zugleich versorgen die Einsatzkräfte Verletzte in eigens aufgebauten Strukturen, wenn reguläre medizinische Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können.

Rund 100 Verletztendarsteller beteiligt

Etwa 100 Verletztendarsteller sind mit unterschiedlichen, realistisch dargestellten Verletzungsmustern in das Szenario eingebunden. Sie durchlaufen im Tagesverlauf mehrfach die vorgesehenen medizinischen Abläufe.

Nach der Erstsichtung folgen Behandlung und Stabilisierung am Behandlungsplatz. Anschließend werden die Patienten entsprechend der angenommenen Lage für den weiteren Transport vorbereitet.

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Helfer kümmern sich um eine Betroffene direkt am ersten Sichtungszelt. © Bernd Günther

Neben der Verlegung auf dem Landweg ist auch der Lufttransport Bestandteil der Übung. Ein Search-and-Rescue-Hubschrauber der Bundeswehr ist dafür in das Szenario eingebunden.

Bei der Bewältigung der angenommenen Schadenslage arbeiten mehrere Teileinheiten zusammen. Dazu zählen unter anderem die Führungsgruppe, die Behandlungsbereitschaft und die Patiententransportgruppe.

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Die Führungsstelle der MTF des Malteser Hilfsdienstes. © Bernd Günther

Entscheidend sind dabei nicht allein einzelne medizinische Maßnahmen. Auch Führung, Kommunikation und Logistik müssen unter Bedingungen funktionieren, die von einem regulären Rettungsdiensteinsatz deutlich abweichen.

Abschluss der Übungsreihe

Die Übung in Celle beendet eine dreiteilige Reihe, die im Jahr 2024 begonnen wurde und alle sechs in Niedersachsen stationierten Medizinischen Task Forces umfasst.

Nach dem aktuellen Übungstag beginnt die Auswertung der gesamten Reihe. Die gewonnenen Erfahrungen sollen analysiert und für die weitere Ausbildung und Einsatzvorbereitung genutzt werden.

Heideblüte

Violette Landschaften: Heide steht vielerorts in voller Blüte

21. August 2026/in Niedersachsen

Am Wacholderwald Schmarbeck und am Wietzer Berg zeigt sich das Heidekraut derzeit in kräftigen Violetttönen.

LÜNEBURGER HEIDE (redu) – Die Heideblüte Lüneburger Heide hat in weiten Teilen der Region ihren Höhepunkt erreicht. Am Freitag, 21. August, zeigten sich die Flächen am Wacholderwald Schmarbeck und am Wietzer Berg bei Müden (Örtze) in kräftigen Violetttönen.

Viele Heideflächen stehen derzeit in voller Blüte. Wie intensiv sich das charakteristische Violett zeigt, fällt regional unterschiedlich aus und hängt unter anderem von Wetterlage und Niederschlägen ab.

Die Heideblüte Lüneburger Heide präsentiert sich derzeit vielerorts besonders farbintensiv. Schmale Sandwege führen durch das blühende Heidekraut, während Wacholder und einzelne Bäume die Landschaft prägen.

Am Freitag zeigte sich dieses Bild unter anderem im Bereich des Wacholderwaldes Schmarbeck und am Wietzer Berg bei Müden (Örtze). Parkmöglichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe der Heideflächen. Von dort führen Wege durch die weitläufige Landschaft und ermöglichen den Blick auf die blühenden Bereiche.

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In der Mitte des August blüht an vielen Stellen in der Südheide das Heidekraut in voller Pracht. © Bernd Günther

Viele Flächen haben den Höhepunkt erreicht

Die Beobachtungen vor Ort decken sich weitgehend mit dem aktuellen Heideblüten-Barometer der Lüneburger Heide GmbH. Zahlreiche Flächen haben inzwischen ihren diesjährigen Höhepunkt erreicht. Die Entwicklung fällt allerdings regional unterschiedlich aus.

Auch Besucher nehmen Unterschiede wahr. Ein älteres Ehepaar, das am Freitag in der Heide unterwegs war, genoss die Landschaft, bemerkte aber zugleich Unterschiede bei der Intensität der Blüte.

Die Frau äußerte den Eindruck, dass Trockenheit und große Hitze der vergangenen Wochen möglicherweise Einfluss auf die diesjährige Blüte genommen hätten. Tatsächlich stehen intensiv violette Bereiche neben Flächen, auf denen die Blüte weniger kräftig erscheint.

Ob und in welchem Umfang Hitze und Trockenheit dafür verantwortlich sind, lässt sich aus dieser Beobachtung jedoch nicht ableiten. Nach Angaben der Lüneburger Heide GmbH wird die Entwicklung grundsätzlich von Wetterlage und Niederschlägen beeinflusst. Zudem entwickeln sich die einzelnen Heideflächen unterschiedlich.

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Weite Flächen taucht die Natur in sattes Violett. © Bernd Günther

Hauptblüte dauert nur wenige Wochen

Für die charakteristische violette Färbung ist vor allem die Besenheide (*Calluna vulgaris*) verantwortlich. Als traditionelle Faustregel für ihre Hauptblüte gilt der Zeitraum vom 8. August bis zum 9. September. Beginn, Verlauf und Ende hängen jedoch von Temperaturen und Niederschlägen ab.

Auf vielen Flächen leuchtet das Heidekraut derzeit intensiv violett. Gemeinsam mit Wacholder, einzelnen Bäumen und den charakteristischen Sandwegen entsteht die Landschaft, für die die Lüneburger Heide weit über Niedersachsen hinaus bekannt ist.

Besucher und Fotografen sollten auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und die Pflanzen nicht betreten. Wie lange die besonders intensive Blüte anhält, hängt vom weiteren Wetterverlauf ab.

Violette Landschaften: Heide steht vielerorts in voller Blüte – BGPress 20260821 1012 BGPRESS 1420411

Über schmale Wanderwege kann man alleine oder mit der gesamten Familien die blühende Heide genießen. © Bernd Günther

 

Neuer Polizeihubschrauber Phoenix H145

Neuer Polizeihubschrauber stärkt Einsätze aus der Luft

12. August 2026/in Niedersachsen

Erster Airbus H145 D3 auf dem Hannover Airport in Dienst gestellt – zweiter Hubschrauber soll im September folgen.

HANNOVER / LANGENHAGEN (redu) – Niedersachsen hat auf dem Hannover Airport den ersten von zwei neuen Hubschraubern des Typs Airbus H145 D3 in Dienst gestellt. Der neue Polizeihubschrauber Niedersachsen erweitert die Einsatzmöglichkeiten bei Fahndungen, Vermisstensuchen, Großschadenslagen und im Bevölkerungsschutz.

Die beiden neuen Maschinen ersetzen schrittweise zwei 26 Jahre alte Hubschrauber vom Typ MD902. Das Land investiert insgesamt 42,7 Millionen Euro in die Beschaffung.

Neuer Polizeihubschrauber stärkt Einsätze aus der Luft – BGPress 20260812 1114 BGPRESS 1420363

Gruppenfoto der Mannschaft der Polizeihubschrauberstaffel mit Innenministerin Daniela Behrens. © Bernd Günther

Neue Technik für Einsätze im ganzen Land

Der Polizeihubschrauber Niedersachsen soll Polizeibehörden im gesamten Land unterstützen. Die Polizeihubschrauberstaffel der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen ist rund um die Uhr im Einsatz und übernimmt unter anderem Vermisstensuchen, Fahndungen sowie Aufgaben bei Verkehrs- und besonderen Einsatzlagen.

Auch bei Großveranstaltungen, Naturkatastrophen und anderen Gefahrenlagen kommen die Maschinen zum Einsatz. Nach Angaben des Landes sollen sie zudem Feuerwehr, Rettungsdienste und Katastrophenschutz unterstützen.

Neuer Polizeihubschrauber stärkt Einsätze aus der Luft – BGPress 20260812 1019 BGPRESS 1410250

Die Innenministerin Daniela Behrens durfte an dem Taufflug teilnehmen. © Bernd Günther

Innenministerin Daniela Behrens verwies bei der Indienststellung auf die Bedeutung moderner Einsatzmittel. Die neuen Hubschrauber erweiterten die Möglichkeiten insbesondere dort, „wo Zeit ein entscheidender Faktor ist“, sagte die Ministerin. Dazu zählte sie Vermisstensuchen, Fahndungen, Hochwasser sowie Wald- und Vegetationsbrände.

Rettungswinde und Löschwasserbehälter

Die beiden H145 D3 ersetzen schrittweise zwei bislang eingesetzte, 26 Jahre alte Hubschrauber des Typs MD902. Mit der neuen Generation stehen der Polizei erstmals unter anderem eine Rettungs- und Bergewinde sowie ein Abgleitbalken für Spezialeinsatzkräfte zur Verfügung.

Für die Unterstützung bei Vegetationsbränden können die Hubschrauber einen Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu 820 Litern einsetzen. Hinzu kommen hochauflösende Wärmebildtechnik, leistungsfähige Suchscheinwerfer, moderne Kommunikations- und Missionssysteme sowie Hinderniswarnsysteme.

Die neuen Maschinen verfügen über eine Reichweite von rund 600 Kilometern. Sie werden von zwei Pilotinnen oder Piloten geflogen und können zusätzlich bis zu acht weitere Personen aufnehmen.

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Der neue PHOENIX vom Typ Airbus Helicopter H145 D3. © Bernd Günther

Zweiter Hubschrauber für September geplant

Insgesamt investiert Niedersachsen 42,7 Millionen Euro in die beiden neuen Luftfahrzeuge. Wartungen, Instandsetzungen und technische Anpassungen übernimmt die Polizeihubschrauberstaffel mit eigenen speziell qualifizierten Fachkräften.

Die Beschaffung erfolgte gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern. Über das Logistik Zentrum Niedersachsen wurde eine europaweite Ausschreibung für insgesamt vier Hubschrauber durchgeführt. Airbus Helicopters Deutschland erhielt im August 2023 den Zuschlag.

Der zweite niedersächsische Hubschrauber soll im September 2026 ausgeliefert werden. Roger Fladung, Präsident der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen, bezeichnete die neue Technik zusammen mit dem qualifizierten Personal als weiteren Beitrag der Polizei für die Menschen im Land.

LKW Fahrverbote

Niedersachsen hebt Sonn- und Feiertagsfahrverbot teilweise auf

10. August 2026/in Niedersachsen

Land reagiert auf anhaltendes Niedrigwasser und mögliche Verlagerungen von den Wasserstraßen auf die Straße.

HANNOVER (redu) – Niedersachsen hebt das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastkraftwagen bis zum 31. August 2026 teilweise auf. Die Ausnahme gilt ab sofort für notwendige Ersatzverkehre, die wegen des anhaltenden Niedrigwassers von den Wasserstraßen auf den Straßengüterverkehr verlagert werden.

Mit der Regelung will das Land notwendige Umverlagerungen erleichtern, weil Einschränkungen der Binnenschifffahrt die Warenströme zunehmend beeinträchtigen.

Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot wird für geschäftsmäßige oder entgeltliche Beförderungen mit Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse sowie für Lastwagen mit Anhängern ausgesetzt, sofern es sich um Ersatzverkehre infolge des Niedrigwassers handelt.

Hintergrund ist nach Angaben des Landes das anhaltende Niedrigwasser auf relevanten Wasserstraßen. Dadurch ist die Binnenschifffahrt erheblich eingeschränkt. Niedersachsen rechnet deshalb mit notwendigen Verlagerungen von Transporten auf den Straßengüterverkehr.

Land will Lieferketten stabilisieren

Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne erklärte, die angespannte Lage auf den Bundeswasserstraßen erfordere pragmatische Lösungen. Wichtig sei, Lieferketten und Warenströme zu stabilisieren und Produktionsstopps zu verhindern.

Tonne kündigte zugleich an, sich in der kommenden Woche mit den Beteiligten darüber auszutauschen, ob weitere Schritte notwendig sind. Das Land hätte nach seinen Angaben ein besser abgestimmtes gemeinsames Verfahren der Bundesländer begrüßt.

Niedersachsen kritisiert kurzfristiges Vorgehen

Der Minister kritisierte, der Bund sei erst sehr spät und kurzfristig mit der Bitte an die Länder herangetreten, die Fahrverbote sofort aufzuheben. Künftig müsse ein solches Vorgehen besser koordiniert werden.

Zudem forderte Tonne zusätzliche Investitionen des Bundes in die Wasserstraßen. Funktionierende Wasserwege seien für einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf von zentraler Bedeutung.

Die Ausnahme gilt ab sofort zunächst bis zum 31. August 2026. Ein entsprechendes Schreiben wurde an die Region Hannover, Landkreise, kreisfreie und große selbständige Städte, selbständige Gemeinden sowie weitere zuständige Straßenverkehrsbehörden versandt.

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