Internationale Konferenz zur Bekämpfung von Geldautomatensprengungen
Niedersachsen richtet internationale Konferenz zur Kriminalitätsbekämpfung aus.
OSNABRÜCK (redu). In Osnabrück haben sich Experten aus 14 Bundesländern und sieben europäischen Ländern getroffen, um Maßnahmen gegen Geldautomatensprengungen zu beraten. Die dreitägige Konferenz diente dem Austausch über neue Fahndungsstrategien und technische Entwicklungen im Kampf gegen diese Form der Kriminalität.
Die Sprengung von Geldautomaten bleibt eine ernsthafte Bedrohung. Trotz eines Rückgangs der Fallzahlen in Deutschland bleibt die Gefahr hoch, insbesondere durch den verstärkten Einsatz fester Explosivstoffe. Diese Sprengungen können erhebliche Schäden verursachen, die mit kleinen Erdbeben vergleichbar sind. Zudem nutzen Tätergruppen dieselbe Technik zunehmend für Raubüberfälle auf Museen und Kunstgalerien in anderen europäischen Ländern.
Europäische Zusammenarbeit verstärkt
Angesichts dieser Entwicklung verstärken Polizei und Justiz ihre Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Vom 25. bis 27. Februar 2025 trafen sich rund 120 Fachleute in Osnabrück zu einer Konferenz, die vom Landeskriminalamt Niedersachsen und der Polizeidirektion Osnabrück organisiert wurde. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das EU-Projekt „ISF LUMEN“, das unter der Federführung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg steht.
Zu den Teilnehmern gehörten Vertreter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Belgien, Frankreich und den Niederlanden sowie Experten von Europol, Eurojust und dem Bundeskriminalamt. Die Konferenz umfasste Fachvorträge und Workshops zu Fahndungsmethoden, Tatortanalysen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Ermittlungen. Ziel ist es, grenzüberschreitende Ermittlungsansätze weiterzuentwickeln und Täter effektiver zu verfolgen.
Politische Unterstützung und klare Botschaften
Michael Maßmann, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück und Verantwortlicher für das EU-Projekt „LUMEN“, eröffnete die Konferenz. Er betonte die Fortschritte, die durch internationale Zusammenarbeit erzielt wurden: „Wir verbessern die Strafverfolgung, nehmen Täter fest und schützen die Bevölkerung vor dieser gefährlichen Kriminalitätsform. Unser EU-Projekt bringt Experten zusammen, organisiert Konferenzen und unterstützt Ermittlungen. Die Täter sollen sich nirgendwo mehr sicher fühlen.“
Auch Friedo de Vries, Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen, machte deutlich, dass trotz sinkender Fallzahlen keine Entwarnung gegeben werden kann. Er verwies auf die hohe Sprengkraft der verwendeten Explosivstoffe sowie die Rücksichtslosigkeit der Täter auf ihren Fluchtfahrten. „Wir setzen auf technische Aufrüstung der Geldautomaten und verstärkte Ermittlungsstrategien. Die Bündelung der Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück hat sich als Erfolgsfaktor erwiesen.“
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens hob die Erfolge der bisherigen Maßnahmen hervor, betonte jedoch die Notwendigkeit weiterer internationaler Kooperation: „Kriminelle achten nicht auf Grenzen. Deshalb ist die länderübergreifende Zusammenarbeit entscheidend. Diese Konferenz hilft uns, neue Strategien zu entwickeln und bestehende Konzepte weiter auszubauen.“
Fazit der Konferenz
Die Teilnehmer der Konferenz waren sich einig: Eine nachhaltige Bekämpfung von Geldautomatensprengungen erfordert enge internationale Zusammenarbeit. Polizei und Justiz werden ihre Anstrengungen weiter intensivieren, um den Tätern das Handwerk zu legen. Die Ergebnisse der Konferenz sollen in zukünftige Ermittlungs- und Fahndungsstrategien einfließen, um das Vorgehen gegen organisierte Kriminalität weiter zu verbessern.