Ehrenamt braucht stärkere Unterstützung
Johanniter fordern bessere Rahmenbedingungen und nachhaltige Finanzierung.
Die Organisation weist darauf hin, dass Ehrenamtliche in zahlreichen Bereichen unverzichtbare Aufgaben übernehmen. Um diese Strukturen langfristig zu erhalten, seien moderne Ausstattung, klare politische Rahmenbedingungen und ausreichende Finanzierung erforderlich.
HANNOVER (redu). Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. hebt zum Internationalen Tag des Ehrenamts die Bedeutung freiwilliger Hilfe hervor und mahnt eine verlässliche Finanzierung zur Sicherung gesellschaftlicher Leistungen an.
Bedeutung des Ehrenamts
Zum Internationalen Tag des Ehrenamts betont die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. die zentrale Rolle freiwilliger Helfer in Deutschland. Das Ehrenamt gilt als wesentlicher Bestandteil zahlreicher Dienste, vom Bevölkerungsschutz bis zur sozialen Unterstützung. Uwe Beyes aus dem Landesvorstand hebt hervor, dass ein Ausfall dieser Strukturen weitreichende Folgen hätte. Die Aufgaben reichten von Rettungs- und Sanitätsdiensten bis zu Hospizbegleitung, Kältehilfe und Erster-Hilfe-Ausbildung.
Forderungen an die Politik
Beyes erläutert, dass die Organisation viel in die Gewinnung und Bindung freiwilliger Kräfte investiere. Dennoch müsse auch die Politik Beiträge leisten, um das Engagement attraktiv zu halten. Kosten für Ausbildung, Verpflegung, Versicherung und zeitgemäße Ausstattung trügen derzeit überwiegend die Hilfsorganisationen selbst. Nach Angaben des Landesvorstands sei dies ein hoher Aufwand, der künftig stärker unterstützt werden müsse. Beyes fordert eine auskömmliche Finanzierung, um die Aufgaben dauerhaft abzusichern und eine Gleichbehandlung aller Helfenden zu erreichen.
Wertschätzung der Helfenden
Der Landesvorstand betont, dass die Ehrenamtlichen täglich erheblichen Einsatz leisten. Dieser Einsatz verdiene Dank und Anerkennung. Die Gleichstellung aller ehrenamtlich Tätigen sei ein notwendiger Schritt, um die Anerkennung ihrer Arbeit zu stärken. Ziel sei es, gleiche Rahmenbedingungen für alle Engagierten sicherzustellen.
Nachwuchs und Jugendverbandsarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung. Viele Engagierte finden über die Familie, den Freiwilligendienst oder die Jugendangebote der Organisation den Weg ins Ehrenamt. Die Johanniter-Jugend leiste aus Sicht von Beyes einen wichtigen Beitrag zur Verbandsarbeit und bringe sich bei vielen Themen ein. In Niedersachsen und Bremen engagieren sich derzeit mehr als 1.900 junge Menschen in Jugendgruppen, Projekten und Schulsanitätsdiensten.
Politische Beteiligung junger Menschen
Julius Richter aus der Landesjugendleitung betont, dass Jugendliche nicht nur früh praktische Fähigkeiten erwerben, sondern sich auch weiterqualifizieren können. Neben fachlicher Entwicklung seien politische Mitgestaltung und Meinungsbildung wichtig. Richter verweist darauf, dass die Jugend sich zu Fragen wie Finanzierung des Freiwilligendienstes, Bevölkerungsschutz oder einem möglichen verpflichtenden Gesellschaftsjahr positionieren wolle. Ergänzende Beteiligungsformate über die Organisation hinaus seien aus seiner Sicht sinnvoll, um Interessen junger Menschen sichtbarer zu machen und demokratische Prozesse zu stärken.




