Politisch motivierte Kriminalität in Niedersachsen bleibt auf hohem Niveau
Innenministerin Daniela Behrens warnt vor zunehmender Radikalisierung und wachsender Gewaltbereitschaft.
HANNOVER (redu) – Die politisch motivierte Kriminalität in Niedersachsen bleibt auch 2025 auf hohem Niveau. Insgesamt registrierten die Sicherheitsbehörden 8.309 Straftaten. Besonders die Bundestagswahl sowie internationale Konflikte beeinflussten die Entwicklung deutlich.
Die Statistik zeigt deutliche Veränderungen innerhalb einzelner Phänomenbereiche. Während rechte Straftaten leicht zurückgingen, nahmen linksmotivierte sowie religiös und ausländisch motivierte Delikte spürbar zu.
Die politisch motivierte Kriminalität blieb in Niedersachsen im Jahr 2025 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden 8.309 Fälle registriert. Einen erheblichen Einfluss auf das Gesamtgeschehen hatte die Bundestagswahl mit 1.644 erfassten Straftaten. Damit lag die Zahl deutlich über den registrierten Delikten rund um die Europawahl 2024.
Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität „rechts“ registrierten die Behörden 3.758 Straftaten. Trotz eines leichten Rückgangs entfiel damit weiterhin nahezu jede zweite Tat auf diesen Phänomenbereich. Schwerpunkt waren Propagandadelikte wie das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Gleichzeitig stieg die Zahl rechtsmotivierter Gewaltdelikte auf 110 Fälle an.
Wahlkampf und Gewalt
Deutlich angestiegen sind die Straftaten im Bereich „links“. Die Zahl erhöhte sich um mehr als 30 Prozent auf 1.589 Fälle und erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der standardisierten Erfassung. Ein Großteil der Delikte stand im Zusammenhang mit der Bundestagswahl und richtete sich überwiegend gegen die AfD. Häufig handelte es sich um Sachbeschädigungen an Wahlplakaten.
Die linksmotivierte Gewaltkriminalität blieb mit 97 Taten ebenfalls auf hohem Niveau. Besonders hervorgehoben wurden Brandanschläge auf eine Polizeistation und ein Fahrzeug nach einem tödlichen Polizeischuss in Oldenburg. Zudem registrierte die Polizei 158 Straftaten gegen Einsatzkräfte.
Hybride Bedrohungen
Auch im Bereich „ausländische Ideologie“ und „religiöse Ideologie“ verzeichnete Niedersachsen deutliche Anstiege. Hintergrund waren unter anderem der Nahost-Konflikt sowie islamistisch motivierte Straftaten. Besonders auffällig waren zahlreiche Bombendrohungen gegen Schulen per E-Mail.
Zudem nahm die Zahl mutmaßlicher hybrider Bedrohungen deutlich zu. Vor allem Drohnensichtungen über militärischen Standorten und kritischer Infrastruktur führten zu einem starken Anstieg im Bereich Spionage. Die Polizei Niedersachsen baut deshalb ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr und Cyberabwehr weiter aus.
Innenministerin Daniela Behrens erklärte, die Sicherheitsbehörden würden politisch motivierte Straftaten „entschlossen“ verfolgen – unabhängig vom jeweiligen politischen Spektrum. Gleichzeitig warnte sie vor einer zunehmenden Verrohung politischer Debatten und wachsender Radikalisierung.









