Gesundheitsministerkonferenz in Hannover von Großprotest begleitet
Mehr als 7.000 Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen kritisieren geplante Sparmaßnahmen der Bundesregierung.
HANNOVER (redu) – Mit einer Großkundgebung vor dem Neuen Rathaus haben am Mittwoch mehrere Tausend Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen gegen geplante Spar- und Reformmaßnahmen der Bundesregierung protestiert. Der Protest gegen Gesundheitsreform begleitete die zeitgleich stattfindende 99. Gesundheitsministerkonferenz der Länder in Hannover.
Die Demonstration machte die wachsende Sorge vieler Beschäftigter über die Zukunft von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sozialen Diensten deutlich. Die Teilnehmenden fordern langfristige finanzielle Sicherheit für das Gesundheitswesen.
Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am Mittwoch auf dem Platz der Menschenrechte vor dem Neuen Rathaus. Der Protest gegen Gesundheitsreform richtete sich gegen die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.
Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich mehr als 8.000 Menschen an der Kundgebung. Die Polizei sprach von über 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Aufgerufen hatten unter anderem die Gewerkschaft ver.di, Pflegeverbände, Sozialorganisationen sowie weitere Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Kritik an Sparmaßnahmen
Im Mittelpunkt der Kundgebung standen die geplanten Einsparungen im Gesundheitsbereich. Gewerkschaften und Verbände befürchten, dass die Reformen zu einer weiteren Belastung des bereits angespannten Systems führen könnten.
Kritisiert werden vor allem mögliche Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und die finanzielle Belastung der Versicherten. Nach Ansicht der Organisationen drohen zusätzliche Herausforderungen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste, die bereits seit Jahren unter Fachkräftemangel und steigenden Kosten leiden.
Viele Demonstrierende trugen Fahnen, Transparente und Plakate. Unter dem Motto „Warken stoppen“ richtete sich die Kritik auch gegen die gesundheitspolitischen Pläne der Bundesregierung. Die Kundgebung verlief friedlich.

Sylvia Bühler, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft im ver.di Bundesvorstand © Bernd Günther
Unterstützung aus Niedersachsen
Zu den Rednerinnen und Rednern gehörte die ver.di-Bundesvorständin Sylvia Bühler. Sie warnte vor einer Verschärfung der bestehenden Probleme im Gesundheitswesen und sprach sich für eine nachhaltige Finanzierung der Versorgungseinrichtungen aus. Nach ihrer Einschätzung könnten weitere Einschnitte die Situation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zusätzlich verschärfen.
Unterstützung erhielt die Demonstration auch von Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). Der Vorsitzende der 99. Gesundheitsministerkonferenz betonte die Bedeutung einer verlässlichen und sozial ausgewogenen Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig hob er hervor, dass öffentliche Proteste ein wichtiger Bestandteil demokratischer Meinungsbildung seien.

Niedersächsicher Gesaundheitsminister Dr. Andreas Philippi sprach auf der Kundgebung vor dem Neuen Rathaus in Hannover zu den Teilnehmenden © Bernd Günther
Gesundheitsminister beraten in Hannover
Parallel zur Großkundgebung fanden im Umfeld der Gesundheitsministerkonferenz weitere Aktionen statt. Verschiedene Initiativen machten auf Herausforderungen in der Geburtshilfe, die Finanzierung von Kliniken sowie die Zukunft der Pflege aufmerksam.
Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder beraten in Hannover gemeinsam mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken über aktuelle Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Finanzierung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, die Krankenhauslandschaft sowie die langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung.
Die Ergebnisse der zweitägigen Konferenz werden in den kommenden Tagen erwartet. Sie könnten maßgeblich dafür sein, wie die weitere Entwicklung des Gesundheitswesens in Deutschland gestaltet wird.




















