Krisenvorsorge für jedermann: BBK schärft Leitlinien
Neue Empfehlungen setzen auf Vorräte, Information und Selbstschutz. Auch kriegsnahe Szenarien werden sachlich einbezogen.
BONN – Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat 2025 seine Empfehlungen zur Krisenvorsorge für jedermann umfassend aktualisiert. Vorgestellt wurden sie am Regierungssitz in Bonn. Bürgerinnen und Bürger sollen sich auf Notlagen, Infrastrukturausfälle und mögliche bewaffnete Konflikte vorbereiten.
Die Hinweise richten sich an alle Haushalte. Ziel ist es, im Ernstfall mehrere Tage eigenständig handlungsfähig zu bleiben und staatliche Einsatzkräfte gezielt zu entlasten.
Die überarbeitete Krisenvorsorge für jedermann benennt klare Zielgrößen. Haushalte sollen mindestens drei Tage ohne externe Versorgung auskommen können. Als optimale Vorsorge nennt das BBK nun ausdrücklich einen Vorrat für zehn Tage.
Hintergrund sind veränderte Risikolagen. Genannt werden unter anderem Stromausfälle, Störungen der Telekommunikation, Cybervorfälle sowie Extremwetterlagen. Die Empfehlungen bleiben dabei sachlich und verzichten auf Alarmismus.
Wasser als zentrale Ressource
Im Mittelpunkt steht die Versorgung mit Trinkwasser. Empfohlen werden zwei Liter pro Person und Tag. Für zehn Tage ergibt sich daraus eine Zielgröße von 20 Litern je Person.
Gelagert werden sollte Wasser in geschlossenen, lichtgeschützten Behältern. Eine regelmäßige Kontrolle der Vorräte gehört zur empfohlenen Routine.
Haltbare Lebensmittel und individuelle Bedarfe
Lebensmittel sollen ohne Kühlung haltbar sein und möglichst ohne großen Energieaufwand zubereitet werden können. Geeignet sind etwa Konserven, Knäckebrot, Nüsse oder Trockenprodukte.
Das BBK rät, Alltagsgewohnheiten zu berücksichtigen. Auch besondere Bedarfe von Kindern, älteren Menschen oder Haustieren sollten eingeplant werden.
Gesundheit und Grundausstattung
Zur empfohlenen Basisausstattung zählen eine gut bestückte Hausapotheke, persönliche Medikamente in ausreichender Menge sowie Hygieneartikel. Auch Müllbeutel werden als Bestandteil der Vorsorge genannt.
Für den Fall eines Stromausfalls empfiehlt das BBK batteriebetriebene, solarbetriebene oder kurbelbetriebene Radios. Taschenlampen, Ersatzbatterien und Powerbanks ergänzen die Ausstattung.
Wichtige Telefonnummern sollten zusätzlich auf Papier notiert werden. So bleiben Informationen zugänglich, wenn digitale Systeme ausfallen.
Verhalten bei besonderen Gefahrenlagen
Erstmals spricht der Ratgeber ausdrücklich auch bewaffnete Konflikte an. Dabei stehen Schutzprinzipien im Vordergrund, nicht spezielle Ausrüstung.
Empfohlen wird der Aufenthalt in innenliegenden Räumen ohne Fenster, etwa Kellern oder Fluren. Dachgeschosse gelten als weniger geeignet. Ziel ist ein besserer Schutz vor Druckwellen und Splittern.
Notgepäck für den Ernstfall
Für den Fall einer kurzfristigen Evakuierung rät das BBK zu einem vorbereiteten Notgepäck. Es soll leicht transportierbar sein und Wasser, haltbare Snacks, Dokumentenkopien, Medikamente, Bargeld sowie wetterfeste Kleidung enthalten.
Der Aufbau der Vorsorge kann schrittweise erfolgen. Empfohlen wird, bei jedem Einkauf einzelne Artikel zu ergänzen und Vorräte regelmäßig zu überprüfen.
Der vollständige Ratgeber und weitere Tipps des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist online abrufbar unter: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/vorsorge_node.html




