Catcalling Hannover: Aktion setzt Zeichen für Zivilcourage
Pinke Stoffbeutel, Gespräche und Kreideaktionen sollen für Belästigung und Zivilcourage sensibilisieren.
HANNOVER (redu) – Mit Informationen, Gesprächen und pinken Stoffbeuteln wollen LimmernLichter, Catcalls of Hannover und der Kommunale Präventionsrat am Samstag, 15. August, auf Catcalling Hannover aufmerksam machen. Ab 19 Uhr sind die Beteiligten in Linden-Nord, im Georgengarten und in der Nordstadt unterwegs.
Die gemeinsame Aktion soll für verbale und nonverbale Belästigung im öffentlichen Raum sensibilisieren und zugleich Möglichkeiten der Zivilcourage stärker in den Mittelpunkt rücken.
Gespräche und Informationen an mehreren Orten
Das Projekt LimmernLichter stellt bereits zum vierten Mal in Folge Catcalling Hannover und Zivilcourage in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Initiative Catcalls of Hannover sind die Beteiligten ab 19 Uhr in Linden-Nord, im Georgengarten und in der Nordstadt unterwegs.
Ziel ist es, über unerwünschte verbale und nonverbale Belästigung im öffentlichen Raum aufzuklären. Dazu zählen beispielsweise anzügliche Kommentare, Pfeifen oder sexualisierte Zurufe.
Der Kommunale Präventionsrat der Landeshauptstadt Hannover unterstützt die Aktion erneut. Erstmals werden pinke Stoffbeutel mit einem Motiv der städtischen Kampagne „Catcalling is OVER in HannOVER“ ausgegeben.
Die Beutel enthalten unter anderem Kampagnen-Sticker, Informationsflyer sowie einen Bottlguard des Projekts @Ausgehkultur.info. Der Flaschenschutz soll sowohl vor dem Einbringen unerwünschter Substanzen schützen als auch für das Thema sensibilisieren.
Ausgabe der Beutel bis Ende September
Auch nach dem Aktionstag wollen die LimmernLichter die Stoffbeutel weiter verteilen. Bis Ende September sollen sie freitag- und samstagnachts im Rahmen ihrer Arbeit ausgegeben werden, solange der Vorrat reicht.
Im Mittelpunkt steht dabei auch der persönliche Austausch über Belästigung, das eigene Sicherheitsgefühl und Zivilcourage. Nach Angaben der Veranstaltenden können wiederholte unerwünschte Zurufe oder Gesten dazu führen, dass Betroffene bestimmte Orte oder Zeiten meiden.
In diesem Jahr soll deshalb neben der Kritik an Belästigungen auch positives Eingreifen stärker sichtbar werden. Gemeint sind Situationen, in denen Menschen Betroffene unterstützen, Haltung zeigen oder anderweitig eingreifen.
„Wir wollen nicht nur aufzeigen, was im öffentlichen Raum in Sachen Catcalling schief läuft, sondern auch sichtbar machen, dass jede Person etwas Positives beitragen kann“, erklärt Sinem Eryurt-Celik, Geschäftsführerin Zentrum für Kommunale Kriminalprävention. „Zivilcourage ist ein wichtiger Beitrag zu einem respektvollen, sicheren und solidarischen Miteinander.“
Kreideaktion macht Erfahrungen sichtbar
Die Aktivist*innen von Catcalls of Hannover wollen zudem zugesandte Erlebnisse anonymisiert mit Kreide auf Straßen und Plätzen sichtbar machen. Die Erfahrungen sollen damit in den öffentlichen Raum getragen und zum Anlass für Gespräche und Diskussionen werden.



