Land will Drohnenschutz am Flughafen Hannover-Langenhagen stärken
Behrens und Tonne sehen Bund bei Schutz des Flughafens Hannover-Langenhagen in der Pflicht.
HANNOVER / LANGENHAGEN (redu) – Nach dem aktuellen Vorfall im Zusammenhang mit Drohnenaktivitäten am Flughafen Hannover-Langenhagen fordert die Landesregierung eine stärkere Drohnenabwehr Hannover. Der Bund soll den Verkehrsflughafen in sein bundesweites Schutzprogramm aufnehmen und mit moderner Detektions- und Abwehrtechnik ausstatten.
Niedersachsen ist bereit, bis zu 50 Prozent der Investitionskosten zu übernehmen. Die Landesregierung sieht den Bund und die weiteren Gesellschafter des Flughafens bei der übrigen Finanzierung in der Verantwortung.
Die Drohnenabwehr Hannover soll nach dem Willen der Landesregierung deutlich ausgebaut werden. Innenministerin Daniela Behrens und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne fordern sowohl stärkere Detektionsmöglichkeiten als auch eine leistungsfähige Abwehr am Flughafen Hannover-Langenhagen.
Land bietet Beteiligung bis 4,88 Millionen Euro an
Niedersachsen ist grundsätzlich bereit, bis zu 50 Prozent der Investitionskosten zu tragen. Die Beteiligung des Landes soll dabei höchstens 4,88 Millionen Euro betragen. Für die verbleibenden Finanzierungsanteile sieht die Landesregierung den Bund und die weiteren Gesellschafter des Flughafens in der Pflicht.
Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne bezeichnet den Flughafen als „das logistische und luftverkehrliche Herz unseres Flächenlandes“ und verweist auf dessen verkehrliche und wirtschaftliche Bedeutung. Das Hannover-Langenhagen in der vorgesehenen Ausbaustufe des bisherigen Bundesprogramms nicht berücksichtigt werde, sei nicht nachvollziehbar.
„Der aktuelle Vorfall ist ein weiterer Weckruf. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass diese Lücke unverzüglich geschlossen wird“, erklärt Tonne.
Der Minister betont zugleich die Bereitschaft des Landes, einen erheblichen finanziellen Beitrag zu leisten. Der Schutz kritischer Verkehrsinfrastruktur, der Passagiere und der Beschäftigten müsse nach seiner Auffassung bundesweit auf einem einheitlich hohen Niveau gewährleistet werden.
Behrens verweist auf Drohnensichtungen
Innenministerin Daniela Behrens verweist auf den Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle in der vergangenen Woche. Dieser habe nach ihrer Einschätzung die neue Dimension der Bedrohung durch den feindlichen Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme für die öffentliche Sicherheit und Kritische Infrastrukturen verdeutlicht.
Behrens begrüßt die Pläne des Bundesinnenministers, deutsche Verkehrsflughäfen mit moderner Drohnenabwehrtechnik auszustatten. Zugleich kritisiert sie, dass Hannover-Langenhagen bislang unberücksichtigt bleibe.
Der Flughafen habe als bedeutender Verkehrsflughafen mit überregionaler und internationaler Relevanz sowie als einziger Nachtflughafen im norddeutschen Raum eine besondere Stellung. Zudem sei der Standort bereits mehrfach von Drohnensichtungen betroffen gewesen.
Die Landesregierung will sich deshalb beim Bund für die finanziellen und konzeptionellen Voraussetzungen eines umfassenden Schutzes einsetzen. Ziel ist eine dauerhaft tragfähige Drohnendetektion und -abwehr für den Flughafen mit seinem uneingeschränkten 24-Stunden-Betrieb.



