Bundesgartenschau Jubiläum in Hannover: Stadtpark feiert 75 Jahre
Erste Gartenschau 1951 prägt Hannovers Stadtentwicklung bis heute.
HANNOVER (redu) – Mit dem Bundesgartenschau Jubiläum blickt Hannover auf die erste Gartenschau von 1951 im Stadtpark zurück, die in der Nachkriegszeit neue Impulse setzte. Zum 75. Jahrestag startet ein umfangreiches Programm mit Veranstaltungen und Führungen.
Die erste Bundesgartenschau gilt als Ausgangspunkt moderner Gartenschauen und stärkte die Bedeutung von Grünflächen für Stadtentwicklung und Lebensqualität nachhaltig.
Das Bundesgartenschau Jubiläum rückt einen zentralen Moment der Stadtgeschichte Hannovers in den Fokus. Am 28. April 1951 wurde im Stadtpark die erste Bundesgartenschau eröffnet – ein Ereignis, das weit über die Stadt hinaus Bedeutung erlangte. Bundespräsident Theodor Heuss und seine Frau Elly Heuss-Knapp begleiteten die Eröffnung persönlich.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs stand Hannover noch im Zeichen des Wiederaufbaus. Bereits 1947 entstand die Idee, dem deutschen Gartenbau eine Plattform zu geben. Erst mit der Gründung eines Fördervereins im Jahr 1950 konnten die Planungen konkret umgesetzt werden. Das städtische Gartenamt übernahm schließlich die Gesamtleitung und entwickelte gemeinsam mit Fachplanern ein umfassendes Konzept.
Planung und Vielfalt der Anlagen
Auf rund 21 Hektar Fläche entstand eine vielseitige Ausstellung mit zentralen Wiesenflächen, Mustergärten und thematischen Bereichen. Neben klassischen Gartenanlagen wurden auch spezielle Konzepte wie ein Bienengarten, ein Bauerngarten, Kleingartenanlagen oder ein Heil- und Gewürzgarten präsentiert.
Im temporären Ausstellungsbereich zeigten Baumschulen, Zierpflanzenbetriebe und Gemüsebau ihre Arbeit sowie neue Pflanzensortimente. Ergänzt wurde das Angebot durch Hallenschauen, ein Tropenhaus sowie Beiträge internationaler Teilnehmer, darunter Gärten aus der Schweiz und Schweden.
Dauerhafte Gestaltung im Stadtpark
Ein Teil der Anlagen war von Beginn an für den langfristigen Erhalt vorgesehen. Dazu gehörten unter anderem die Teichachse, der Rosengarten mit Pavillon sowie die ausgedehnten Staudenpflanzungen. Auch architektonische Elemente wie Pergolen oder Wasseranlagen prägen den Stadtpark bis heute.
Die Planung legte großen Wert auf gestalterische Qualität und nachhaltige Nutzung. Bäume wie Eichen, Platanen oder Tulpenbäume sowie charakteristische Pflanzungen haben sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt und bilden heute das Bild des Parks.
Mit der ersten Bundesgartenschau setzte Hannover Maßstäbe für spätere Veranstaltungen in Deutschland. Gleichzeitig wurde der Gartenbau als wirtschaftlicher Faktor gestärkt und die Bedeutung von Grünflächen für urbane Lebensräume neu definiert.
Heute gilt der rund sechs Hektar große Kernbereich des Stadtparks als bedeutendes Gartendenkmal. Zum 75. Bundesgartenschau Jubiläum wird die Anlage erneut zum Veranstaltungsort mit einem vielfältigen Programm aus Kultur, Musik, Führungen und Mitmachaktionen.
Der Stadtpark knüpft damit an seine historische Rolle an und verbindet Erinnerung mit aktuellen Impulsen für die Nutzung urbaner Grünflächen. Weitere Informationen zum Jubiläum sind online abrufbar.



© Bernd Günther





