Polizei zieht ruhige Silvesterbilanz trotz einzelner Vorfälle
Containerbrände, Angriffe auf Einsatzkräfte und zahlreiche Maßnahmen.
HANNOVER (redu) – Die Silvestereinsätze der Polizei in Hannover und Laatzen verliefen aus Sicht der Einsatzkräfte überwiegend ruhig. Zwar kam es punktuell zu Störungen, insgesamt bestätigte die Polizei jedoch eine entspannte Gesamtlage. Ein Schwerpunkt lag wie in den Vorjahren auf dem Umgang mit Bränden, Verstößen gegen Feuerwerksregelungen und dem Schutz der Einsatzkräfte.
Bereits am frühen Abend führten der Ordnungsdienst der Landeshauptstadt Hannover und die Polizei präventive Kontrollen in Gaststätten der Innenstadt durch. Kontrolliert wurden unter anderem Betriebe in der Georgstraße, der Goethestraße und der Münzstraße. Nach Angaben der Polizei zeigten sich die Betreiberinnen und Betreiber durchweg kooperativ.
Containerbrände und Angriffe
Ein wiederkehrender Einsatzschwerpunkt waren Sachbeschädigungen durch brennende Abfallcontainer, insbesondere im Bereich Sahlkamp und Vahrenheide. Die ersten Brände wurden gegen 21.10 Uhr gemeldet. Im weiteren Verlauf der Nacht nahm die Zahl der Brandmeldungen zu, unter anderem auch im Bereich des Mühlenberger Marktes. Die Feuerwehr Hannover war mehrfach im Einsatz und konnte durch schnelles Eingreifen in einem Fall eine mögliche Gefährdung angrenzender Wohnhäuser verhindern. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung durch Feuer ein.
Vereinzelt kam es auch zu Angriffen auf Einsatzkräfte mit Pyrotechnik. Gegen 21.40 Uhr wurden Polizeibeamte auf der Georgstraße mit einem Böller beworfen, verletzt wurde niemand. Auch bei einem Beschuss mit einer Rakete gegen 23.25 Uhr blieb es ohne Verletzte. In der Schwarzwaldstraße in Hannover-Sahlkamp/Vahrenheide wurden Polizeikräfte bei einem Containerbrand gegen 0.40 Uhr von mehreren Personen mit Böllern beworfen. Drei Männer wurden in Gewahrsam genommen, vier Beamte erlitten leichte Verletzungen.
Weitere Vorfälle in der Silvesternacht im Stadtgebiet
Kurz nach Mitternacht kippte eine Personengruppe im Bereich der Gronostraße in Ricklingen ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug um. Dabei wurden Böller auf das Fahrzeug geworfen, zudem schoss ein Mann mit einer vermeintlichen Maschinenpistole in die Luft, die sich später als Spielzeugwaffe herausstellte. Der Mann leistete bei der Ingewahrsamnahme Widerstand.
Am Steintorplatz versammelten sich gegen Mitternacht rund 1000 Menschen. Es kam kurzzeitig zu vermehrtem Zünden von Feuerwerkskörpern, teilweise auch in Richtung von Personen oder Fahrzeugen. Die Lage beruhigte sich jedoch rasch. In den frühen Morgenstunden wurde zudem ein schwerer Sachschaden an einer Tankstelle im Stadtteil Marienwerder gemeldet, nachdem ein offenbar selbstgebauter Böller die Verglasung und Fassade beschädigt hatte. Die Täter konnten trotz intensiver Fahndung nicht festgestellt werden.
Insgesamt führten die Einsatzkräfte umfangreiche Maßnahmen durch, darunter Identitätsfeststellungen, Platzverweise und Ingewahrsamnahmen. Die Polizei leitete zahlreiche Ordnungswidrigkeiten- und Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Verstößen gegen Feuerwerks- und Waffenverbotszonen sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.
Polizeioberrat Maik Zilien zog dennoch eine überwiegend positive Bilanz. Die präventiven Einsatzkonzepte hätten sich bewährt, die Präsenz der Polizei sei akzeptiert worden und die Sicherheit im öffentlichen Raum sei durchgehend gewährleistet gewesen.




