Zu warm, zu trocken: Stadtwald weiter unter Druck
Stadt setzt auf langfristige Pflege und Klimaanpassung.
HANNOVER (redu) – Der Waldzustandsbericht 2025 der Stadt Hannover zeigt einen weiterhin belasteten Stadtwald. Überdurchschnittliche Temperaturen und zunehmende Trockenheit haben die Vitalität vieler Bäume beeinträchtigt. Gleichzeitig gibt es Anzeichen für eine Erholung einzelner Baumarten.
Der Zustand des Stadtwaldes ist für Hannover von besonderer Bedeutung, da große, alte Waldbestände das Stadtklima prägen und wichtige Erholungsräume für die Bevölkerung darstellen.
Der aktuelle Bericht der Landeshauptstadt Hannover zeichnet insgesamt ein differenziertes Bild. Das Jahr 2025 war erneut deutlich zu warm und – anders als die beiden Vorjahre – zu trocken. Zwar profitierten die Bäume noch von niederschlagsreichen Wintern, die anhaltende Frühjahrstrockenheit wirkte sich jedoch spürbar auf ihre Vitalität aus. Die durchschnittliche Kronenverlichtung aller Baumarten stieg leicht um 0,7 Prozentpunkte auf 37,7 Prozent.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei einzelnen Laubbaumarten wie der Hainbuche. Eine außergewöhnlich starke Fruchtbildung führte dazu, dass viele Bäume weniger Blattmasse ausbildeten. Dieses natürliche Phänomen ließ die Kronen sichtbar lichter erscheinen und trug zum Anstieg des Anteils stark geschädigter Bäume auf 7,9 Prozent bei.
Erholung bei der Buche
Positiv fällt hingegen die Entwicklung der Buche aus. Trotz weiterhin hoher Belastungen älterer Bestände trugen die untersuchten Buchen im Durchschnitt rund sechs Prozent mehr Laub als im Vorjahr. Der Anteil stark geschädigter Bäume sank deutlich von 16,9 auf 10,2 Prozent. Dies zeigt, dass sich einzelne Arten bei günstigeren Wasserverhältnissen zumindest teilweise erholen können.
Alter Stadtwald als Herausforderung
Ein wesentlicher Faktor bleibt die Altersstruktur des Stadtwaldes: Rund 96 Prozent der untersuchten Bäume sind älter als 60 Jahre. Gerade alte Buchen und Eichen prägen das Bild, reagieren jedoch empfindlicher auf Hitze und Trockenheit. Seit 2021 erhebt der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün systematisch den Zustand des Waldes und leitet daraus langfristige Maßnahmen ab, etwa die Förderung klimaangepasster Arten, die Unterstützung der Naturverjüngung und den Rückbau von Wegen in der Eilenriede. „Wir werden das Klima nicht auf lokaler Ebene verändern können“, sagt Fachbereichsleiter Justin Kirchhoff, „aber wir können unseren Stadtwald widerstandsfähiger machen.“




