Polizei löst unfriedliche Versammlung in Innenstadt auf
Pyrotechnik, Vermummung und Angriffe auf Einsatzkräfte.
HANNOVER (redu) – Die Polizei hat am Dienstagabend eine unfriedliche Versammlung in der Innenstadt aufgelöst. Rund 3000 Menschen hatten sich am Ernst-August-Platz versammelt und waren in Richtung Goseriede gezogen. Nachdem Teilnehmende Pyrotechnik einsetzten und Einsatzkräfte angriffen, griff die Polizei ein.
Der Einsatz führte zu umfangreichen Polizeimaßnahmen im Zentrum Hannovers und wirkte sich über mehrere Stunden auf den Innenstadtverkehr aus.
Auslöser der Maßnahmen war eine Versammlung im Zusammenhang mit den politischen Entwicklungen in Nord- und Ostsyrien. Bereits am Montag hatten sich rund 600 Personen zu einer unangemeldeten Eilversammlung am Ernst-August-Platz getroffen. Dabei wurden nach Polizeiangaben Pyrotechnik gezündet und verbotene Symbole gezeigt. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.
Am Dienstag zeigte die Polizei aufgrund von Hinweisen auf eine erneute Zusammenkunft verstärkte Präsenz in der Innenstadt. Ab 16.10 Uhr sammelten sich erneut mehrere hundert Personen im Bereich des Ernst-August-Platzes. Gegen 16.30 Uhr deklarierte die Polizei die anwachsende Gruppe als Versammlung.
Eskalation während des Aufzuges
Im Verlauf eines Aufzuges in Richtung Goseriede-Platz missachteten zahlreiche Teilnehmende polizeiliche Auflagen. In der Schillerstraße versuchten mehrere hundert Personen, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Unbekannte vermummten sich und bewarfen Einsatzkräfte mit Böllern. Zudem wurden verbotene Fahnen und Symbole gezeigt. Nach polizeilicher Einschätzung hatte die Versammlungsleitung keinen Einfluss mehr auf die Teilnehmenden.
Polizeieinsatz und Festnahmen
Gegen 18.20 Uhr entschied die Polizei, die unfriedliche Versammlung aufzulösen. Kräfte der Polizeidirektion Hannover und der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen setzten die Maßnahme mit Polizeiketten und körperlichem Zwang durch. Verletzte wurden nach aktuellem Stand nicht gemeldet. Gegen 19.40 Uhr nahmen Einsatzkräfte zwei Personen nach tätlichen Angriffen vorläufig fest. Unter anderem soll ein Tatverdächtiger einen Polizeireiter mit einer Fahnenstange angegriffen haben. Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.




