INTERSCHUTZ 2026 vor Rekordstart in Hannover
1.525 Aussteller aus 51 Nationen setzen auf Bevölkerungsschutz und KI.
HANNOVER – Der Countdown für die INTERSCHUTZ 2026 läuft. Vom 1. bis 6. Juni präsentieren 1.525 Aussteller aus 51 Nationen auf dem Messegelände in Hannover Innovationen für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz. Eröffnet wird die Weltleitmesse von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.
Mit deutlich gewachsener Ausstellungsfläche und internationaler Beteiligung rückt die Messe strategische Fragen der Sicherheitspolitik stärker in den Mittelpunkt und unterstreicht Hannovers Rolle als globaler Branchentreffpunkt.
Die INTERSCHUTZ 2026 steht wenige Wochen vor Beginn im Zeichen eines deutlichen Wachstums. Auf 112.463 Quadratmetern präsentieren 1.525 Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen. Im Vergleich zur Corona-geprägten Ausgabe 2022 mit 1.296 Ausstellern und 84.052 Quadratmetern Fläche bedeutet das eine spürbare Steigerung. Auch das bisherige Rekordjahr 2015 mit 1.453 Ausstellern rückt in greifbare Nähe.
Dr. Jochen Köckler, CEO der Deutschen Messe AG, sprach bei einem Pressetermin am Flughafen Hannover von einem internationalen Treffpunkt in „zunehmend unsicheren Zeiten“. Dort demonstrierte die Flughafenfeuerwehr die Leistungsfähigkeit moderner Großlöschfahrzeuge. Die INTERSCHUTZ sei mehr als eine Produktschau, sie bilde die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen ab.
Zivil-Militärische Zusammenarbeit
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit. Köckler betonte, dass diese nicht mehr nur auf ad-hoc-Unterstützung bei Katastrophen beschränkt sei. Vielmehr werde sie zu einem strategisch eingebetteten und institutionell verankerten Bestandteil nationaler und europäischer Sicherheitspolitik. Oberst i.G. Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr unterstrich die Notwendigkeit eines engen Zusammenwirkens von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
Internationale Delegationen
Rund 30 nationale und internationale Delegationen haben sich zur Messe angemeldet. Erwartet werden unter anderem Vertreter europäischer Feuerwehrverbände sowie internationale Entscheider aus Singapur, Taiwan, Südamerika, Schweden und Dänemark. Auch der Weltfeuerwehrverband CTIF zählt zu den angekündigten Gästen. Die weitesten Delegationen reisen nach bisherigem Stand aus Australien an.
Das Deutsche Rote Kreuz kündigte an, erstmals ein großes mobiles Krankenhaus zu präsentieren. Damit soll gezeigt werden, wie unter Krisenbedingungen ein funktionsfähiger Klinikbetrieb aufgebaut werden kann. DRK-Vizepräsident Jürgen Christmann verwies auf geopolitische Bedrohungslagen und die Notwendigkeit, Resilienz und Vorsorge weiter auszubauen.
Neben klassischen Einsatzfahrzeugen und Ausrüstung gewinnt die Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung. Köckler betonte, KI verstehe sich nicht als Ersatz für Einsatzkräfte, sondern als Verstärker ihrer Fähigkeiten. Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit könnten im Ernstfall erhöht werden.
Auch das Rahmenprogramm fällt umfangreich aus. Wettbewerbe wie die FireFit European Championships oder die HOLMATRO Rescue Challenge bringen Einsatzkräfte aus aller Welt zusammen. Neu sind ein Höhenretter-Pavillon unter dem EXPO-Dach sowie ein Smart Public Safety Hub, der die Zukunft der Einsatzleitung thematisiert. Im INTERSCHUTZ-Forum diskutieren Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Praxis aktuelle Entwicklungen, darunter auch eine Leadership-Konferenz der European Fire Officers.
Christoph Bahlmann, Direktor der Feuerwehr Hannover, hob die Bedeutung der kommunalen Ebene hervor. Städte und Gemeinden seien zentrale Ansprechpartner im Bevölkerungsschutz und müssten konzeptionell wie finanziell gestärkt werden. Die INTERSCHUTZ 2026 versteht sich damit als Plattform für Vernetzung, Innovation und strategische Weiterentwicklung in einer Phase tiefgreifender Veränderungen.
















