Großbrand in Godshorn: 600 Strohballen betroffen
Nächtlicher Einsatz mit Drohne und Spezialtechnik – Feuerwehr kontrolliert Abbrennen.
LANGENHAGEN (redu) – Beim Strohballenbrand Godshorn sind am Dienstagabend rund 600 Stroh- und Heuballen auf etwa 3.000 Quadratmetern in Flammen aufgegangen. Der nächtliche Großeinsatz dauerte bis Mittwochmorgen, die Feuerwehr ruft die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf.
Der langwierige Einsatz verdeutlicht die Gefahren großer Stroh- und Heulager sowie die Bedeutung schneller Hilfe aus der Landwirtschaft und Aufmerksamkeit aus der Bevölkerung.
Beim Strohballenbrand Godshorn stand die betroffene Miete bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte nahezu vollständig in Flammen. Innerhalb kurzer Zeit griff das Feuer auf angrenzende Ballen über und weitete sich auf eine Fläche von rund 3.000 Quadratmetern aus. Ein Landwirt reagierte schnell und zog mit Maschinen weitere Bestände aus dem Gefahrenbereich. Dadurch konnte verhindert werden, dass sich der Brand noch weiter ausbreitete.
Die Einsatzleitung entschied angesichts der Lage, die brennenden Mieten kontrolliert abbrennen zu lassen. Parallel wurden die Ballen mit Bau- und Landmaschinen auseinandergezogen, um das Feuer gezielt zu reduzieren. Einsatzkräfte kühlten fortlaufend die eingesetzten Maschinen und verhinderten durch gezielte Maßnahmen den Funkenflug.
Spezielle Technik im Einsatz
Zur Unterstützung setzte die Feuerwehr eine Drohne mit Wärmebildkamera ein. Damit konnten besonders heiße Bereiche präzise lokalisiert und gezielt überwacht werden.
Zusätzlich kam ein spezielles Löschunterstützungsfahrzeug (LUV) der Feuerwehr Hannover zum Einsatz. Dieses sollte das Feuer durch Luftlenkung schneller abbrennen lassen. Der gewünschte Effekt blieb jedoch aus, sodass das Fahrzeug den Einsatz frühzeitig beendete.

Ein spezielles Löschunterstützungsfahrzeug (LUV) aus Hannover kam zum Einsatz – © Carl-Marcus Müller
Appell an Bevölkerung
Rund 50 Einsatzkräfte aus mehreren Ortsfeuerwehren waren über Stunden im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Polizei, Rettungsdienst und örtlichen Landwirten.
Die Feuerwehr betont in diesem Zusammenhang die hohe Belastung für ehrenamtliche Einsatzkräfte. Einsätze dieser Dauer fordern nicht nur die Kräfte vor Ort, sondern wirken sich auch auf deren privates und berufliches Umfeld aus.
Vor diesem Hintergrund richtet die Feuerwehr einen klaren Appell an die Bevölkerung: Auffällige Beobachtungen im Umfeld von Stroh- und Heulagern sollten frühzeitig gemeldet werden. Dazu zählen insbesondere Rauchentwicklungen oder verdächtige Aktivitäten.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Hinweise nimmt das Polizeikommissariat Langenhagen entgegen. Der entstandene Schaden kann derzeit noch nicht beziffert werden. Da große Mengen Stroh und Heu zerstört wurden, müssen betroffene Tiere nun früher als geplant auf die Weiden gebracht werden.
Die Brandstelle bleibt weiterhin unter Kontrolle der Feuerwehr. Eine leichte Rauchentwicklung ist möglich und stellt laut Einsatzkräften keinen Grund für einen Notruf dar.
Polizei ermittelt
Nach bisherigen Erkenntnissen des Zentralen Kriminaldienstes Hannover entdeckte eine 36-jährige Zeugin den Brand gegen 18:10 Uhr auf einem Acker an der Straße „Schulenburger Mühle“ und alarmierte umgehend Feuerwehr und Polizei.
Die Einsatzkräfte konnten das Feuer unter Kontrolle bringen und anschließend löschen. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen mindestens 30.000 Euro. Hinweise auf einen Brandverursacher liegen derzeit nicht vor. Da es in der näheren Umgebung bereits mehrere ähnliche Brände gegeben hat, prüfen die Ermittler mögliche Zusammenhänge.
Zeugen, die verdächtige Personen oder Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-5555 zu melden.



