Verkehrstote in Niedersachsen steigen: Unfallstatistik 2025 vorgestellt
Zahl der Unfälle bleibt stabil – deutlich mehr Todesopfer auf Straßen.
HANNOVER (redu) – Die Unfallstatistik 2025 zeigt in Niedersachsen ein nahezu konstantes Unfallniveau, jedoch deutlich mehr Verkehrstote. Insgesamt 372 Menschen verloren ihr Leben – ein Anstieg um rund sieben Prozent, besonders in Städten und auf Autobahnen.
Während die Gesamtzahl der Unfälle kaum verändert ist, rücken steigende Todeszahlen und Risikogruppen stärker in den Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit.
Die Unfallstatistik 2025 weist für Niedersachsen insgesamt 208.720 polizeilich registrierte Verkehrsunfälle aus. Damit bleibt das Niveau nahezu unverändert, lediglich 281 Unfälle weniger wurden im Vergleich zum Vorjahr erfasst. Trotz dieser stabilen Entwicklung sorgt vor allem die gestiegene Zahl der Verkehrstote für Besorgnis.
Mit 372 Todesopfern im Straßenverkehr ist die Zahl gegenüber 2024 deutlich gestiegen. Besonders auffällig ist die Entwicklung im innerstädtischen Bereich sowie auf Autobahnen, wo ein deutlicher Zuwachs an tödlichen Unfällen verzeichnet wurde. Parallel dazu nahm auch die Zahl der Leichtverletzten leicht zu, während die Zahl der Schwerverletzten zurückging.
Hauptursachen: Geschwindigkeit und Fahrfehler
Als zentrale Ursache für tödliche Verkehrsunfälle bleibt überhöhte Geschwindigkeit weiterhin an erster Stelle. Hinzu kommen klassische Fehler im Straßenverkehr wie Missachtung der Vorfahrt, fehlerhaftes Überholen oder Abbiegen sowie ein zu geringer Sicherheitsabstand zwischen Fahrzeugen.
Die Statistik zeigt damit erneut bekannte Risikofaktoren, die maßgeblich zur Entstehung schwerer Unfälle beitragen. Die Sicherheitsbehörden sehen hier weiterhin einen klaren Handlungsbedarf. Neben verstärkten Kontrollen setzen sie vor allem auf Aufklärung und Prävention, um das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden nachhaltig zu beeinflussen.
Auch die Fahrtüchtigkeit bleibt ein zentrales Thema. Alkohol, Drogen oder Medikamente spielen weiterhin eine Rolle bei Verkehrsunfällen. Zwar ist die Zahl der tödlichen Unfälle unter Einfluss solcher Substanzen gesunken, dennoch bleibt das Risiko hoch. Besonders im Zusammenhang mit Cannabis wurden erstmals belastbare Zahlen erhoben, die auf eine relevante Gefährdung im Straßenverkehr hinweisen.
Besonders gefährdete Gruppen im Blick
Die Analyse der Risikogruppen zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Während die Zahl der tödlich verunglückten jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren gesunken ist, stieg sie bei Kindern und insbesondere bei älteren Menschen an.
In der Altersgruppe der über 65-Jährigen ist der Anteil der Verkehrstoten besonders hoch. Mit 144 Todesopfern stellt diese Gruppe rund 39 Prozent aller Getöteten, obwohl ihr Bevölkerungsanteil deutlich niedriger ist. Viele von ihnen waren als ungeschützte Verkehrsteilnehmende unterwegs, also zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Auch bei den Fußgängerinnen und Fußgängern ist ein Anstieg der Todeszahlen zu verzeichnen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, die einen Großteil der Opfer ausmachen. Gleichzeitig bleibt die Zahl der getöteten Kinder ein sensibles Thema, da hier ebenfalls ein Anstieg festgestellt wurde.
Zweiradfahrende und Radverkehr im Fokus
Ein deutlicher Anstieg zeigt sich bei den Radfahrenden. Insgesamt 63 Menschen kamen 2025 mit dem Fahrrad ums Leben, ein Plus von rund 28 Prozent. Besonders häufig waren Pedelec-Nutzende betroffen. Auffällig ist zudem, dass ein Großteil der Getöteten keinen Helm trug.
Auch bei den motorisierten Zweiradfahrenden ist ein Anstieg zu verzeichnen. Insgesamt 67 Menschen verloren hier ihr Leben, wobei insbesondere Fahrerinnen und Fahrer leistungsstarker Motorräder betroffen waren. Diese Entwicklung rückt die Zweiradsicherheit stärker in den Fokus der Präventionsarbeit.
Die Behörden planen daher gezielte Maßnahmen, um insbesondere diese Gruppen besser zu schützen. Neben verstärkten Kontrollen sollen auch Informationskampagnen dazu beitragen, das Bewusstsein für Risiken zu schärfen.
Landstraßen, Autobahnen und Baumunfälle
Ein Großteil der tödlichen Verkehrsunfälle ereignete sich weiterhin auf Landstraßen. Rund zwei Drittel aller tödlichen Unfälle wurden dort registriert. Gleichzeitig zeigt die Statistik bei sogenannten Baumunfällen eine leicht rückläufige Entwicklung.
Die Zahl der Todesopfer bei Baumunfällen ist deutlich gesunken. Dennoch bleibt diese Unfallart eine der gefährlichsten im Straßenverkehr. Auffällig ist hingegen der starke Anstieg der Todesfälle auf Autobahnen, wo 2025 deutlich mehr Menschen ums Leben kamen als im Jahr zuvor.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass unterschiedliche Straßenarten spezifische Risiken bergen. Entsprechend werden auch die Maßnahmen zur Verkehrssicherheit differenziert ausgerichtet.
Polizei setzt auf Kontrollen und Prävention
Die Sicherheitsbehörden wollen die Verkehrssicherheitsarbeit weiter intensivieren. Schwerpunkte bleiben die Kontrolle von Geschwindigkeit sowie die Überprüfung der Fahrtüchtigkeit. Landesweite Aktionen und koordinierte Kontrolltage sind bereits geplant.
Ziel ist es, das Unfallgeschehen nachhaltig zu reduzieren und insbesondere schwere und tödliche Unfälle zu verhindern. Neben der Überwachung aller Verkehrsteilnehmenden sollen auch gezielte Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen umgesetzt werden.
Die Statistik macht deutlich, dass trotz stabiler Unfallzahlen weiterhin erhebliche Herausforderungen bestehen. Insbesondere die steigende Zahl der Verkehrstoten zeigt, dass konsequente Maßnahmen notwendig bleiben, um die Sicherheit auf Niedersachsens Straßen zu verbessern.




