Stadtbahn erfasst Fußgänger – Feuerwehr befreit Eingeklemmten
59-Jähriger wird in Hannover-Vahrenwald unter Bahn eingeklemmt.
HANNOVER (redu) In Hannover-Vahrenwald ist in der Nacht zu Samstag ein Fußgänger von einer stadtauswärts fahrenden Stadtbahn erfasst und schwer verletzt worden. Der 59-Jährige wurde unter dem Wagen eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden.
In der Nacht von Freitag auf Samstag ist in Hannover-Vahrenwald ein 59-jähriger Fußgänger bei einer Kollision mit einer Stadtbahn schwer verletzt worden. Der Unfall ereignete sich gegen 00:55 Uhr auf der Vahrenwalder Straße zwischen den Haltestellen Niedersachsenring und Büttnerstraße. Nach Angaben der Einsatzkräfte war der Mann aus bislang ungeklärter Ursache auf freier Strecke mit einer stadtauswärts fahrenden Bahn der Linie 1 in Richtung Langenhagen zusammengestoßen.
Der Fußgänger geriet unter den Stadtbahnwagen und wurde dort eingeklemmt. Kräfte der Feuerwehr hoben den Drehkranz des betroffenen Wagens mit hydraulischen Rettungsgeräten an, um den Mann unter größter Vorsicht zu befreien. Während der gesamten Rettungsaktion war der Verletzte ansprechbar. Nach der Befreiung übergaben die Einsatzkräfte ihn an den bereitstehenden Notarzt. Anschließend wurde der Mann mit schweren Verletzungen in eine Klinik in Hannover transportiert.
Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich rund 50 Fahrgäste in der Bahn. Trotz der eingeleiteten Gefahrenbremsung kam es zu keinen weiteren Verletzten. Der 42-jährige Fahrer der Stadtbahn blieb ebenfalls unverletzt. Mitarbeitende der ÜSTRA übernahmen vor Ort die Betreuung des Fahrpersonals. Die Fahrgäste konnten die Bahn nach dem Stillstand selbstständig verlassen und wurden an der Unfallstelle durch Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe und Einsatzkräfte begleitet.
Die Feuerwehr war mit 14 Fahrzeugen und insgesamt 40 Einsatzkräften im Einsatz. Sie sicherten die Unfallstelle ab, unterstützten den Rettungsdienst und stellten den Brandschutz sicher. Neben der technischen Rettung koordinierte die Feuerwehr auch die Logistik an der Einsatzstelle, da sich der Unfall auf einem Abschnitt zwischen zwei Haltestellen ereignete und die Bereichsabsicherung angepasst werden musste. Die Arbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden an, bevor der betroffene Streckenabschnitt wieder freigegeben werden konnte.

Unfallaufnahme durch die Polizei © Bernd Günther
Parallel zur Rettung und Betreuung der Beteiligten nahm die Polizei Ermittlungen zur Unfallursache auf. Dabei dokumentierten die Beamtinnen und Beamten die Spurenlage an der Stadtbahn und am Gleisbereich. Sie führten Befragungen durch, darunter die Anhörung des Bahnfahrers sowie die Erfassung von Fahrgastangaben. Da sich der Zusammenstoß auf offener Strecke ereignete, gehört zur weiteren Klärung auch die Überprüfung der technischen Systeme der Bahn sowie der Signal- und Sichtverhältnisse im betroffenen Streckenabschnitt. Hinweise auf ein Fremdverschulden oder ein bestimmtes Verhalten des Fußgängers liegen aktuell nicht vor. Die Polizei teilte mit, dass die Auswertung der Angaben und Daten mehrere Tage in Anspruch nehmen kann.
Für die Dauer des Einsatzes wurde der Stadtbahnverkehr auf der Linie 1 in diesem Bereich unterbrochen. Die ÜSTRA richtete Ersatzmaßnahmen ein und informierte Fahrgäste über Umleitungen. Erst nachdem die Bergungs- und Sicherungsarbeiten beendet waren, konnte der reguläre Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden. Am Stadtbahnwagen selbst entstanden sichtbare Schäden im Bereich des Unterbaus, die später durch Techniker der Verkehrsbetriebe geprüft wurden.
Rettungsdienst und Feuerwehr wiesen darauf hin, dass die Befreiung eingeklemmter Personen unter Schienenfahrzeugen besondere Anforderungen an Personal und Gerät stellt. Die koordinierte Arbeit der verschiedenen Einheiten ermöglichte es, den Mann zeitnah zu erreichen und medizinisch zu versorgen. Das Vorgehen unterstreicht die eingespielten Abläufe bei technischen Hilfeleistungen dieser Art.
Der Gesundheitszustand des verletzten Mannes wurde nicht näher erläutert. Nach derzeitigem Stand war sein Zustand zwar schwer, aber stabil genug, um während der gesamten Rettungsmaßnahmen ansprechbar zu bleiben. Weitere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.



