Die Fahrzeuge transportieren Einsatzkräfte und technische Ausrüstung gemeinsam. Insgesamt sind 750 Mannschaftslastwagen vorgesehen.
BONN (redu) – Das Technische Hilfswerk hat vergangene Woche 20 neue Mannschaftslastwagen mit Doppelkabine übernommen. Die Fahrzeuge kombinieren den Transport von Einsatzkräften und Material, sollen den Bevölkerungsschutz stärken und die Einsatzfähigkeit des THW im Zivilschutz verbessern, wie die Organisation mitteilte.
Perspektivisch sollen alle THW-Dienststellen mit einem solchen Fahrzeug ausgestattet werden. Insgesamt umfasst die geplante Beschaffung 750 Mannschaftslastwagen.
Die ersten Fahrzeuge nahmen THW-Einsatzkräfte am 31. Juli beim Unternehmen Binz in Ilmenau in Thüringen entgegen. Mit der Beschaffung will der Bund den Bevölkerungsschutz stärken. Die weiteren Mannschaftslastwagen sollen zeitnah ausgeliefert werden.
Beim THW werden die Fahrzeuge als MLW Plane/Spriegel bezeichnet. Sie verfügen über eine Doppelkabine für Einsatzkräfte sowie eine Ladefläche mit Plane-Spriegel-Verdeck für technische Geräte und weiteres Material.
Dadurch lassen sich Personal und Ausstattung gemeinsam transportieren. Nach Angaben des THW können die Fahrzeuge unter anderem bei Hochwasserlagen, bei der logistischen Versorgung von Einsatzstellen sowie bei Zivilschutz- und großangelegten Einsatzübungen eingesetzt werden.
Beschaffung aus dem Pakt für Bevölkerungsschutz
Finanziert werden die Mannschaftslastwagen aus Mitteln des Pakts für Bevölkerungsschutz der Bundesregierung. Der Bund will damit die Ausstattung, Ausbildung und Infrastruktur der Organisationen im Zivil- und Katastrophenschutz schrittweise ausbauen.
Für das THW umfasst das Programm neben den neuen Mannschaftslastwagen weitere Fahrzeuge für verschiedene Fachgruppen. Hinzu kommen Spezialfahrzeuge für den Materialtransport sowie Investitionen in den Neu- und Ausbau von Liegenschaften.
„Eine moderne Ausstattung ist eine wichtige Voraussetzung für eine schnelle und wirkungsvolle Hilfe. Die Mannschaftslastwagen stärken somit die Einsatzfähigkeit des THW im Zivilschutz“, erklärte THW-Präsidentin Sabine Lackner.
Rund 88.000 Freiwillige im Einsatz
Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Rund 88.000 Freiwillige engagieren sich bundesweit im Bevölkerungsschutz.
Mit Fachleuten, Technik und Einsatzerfahrung übernimmt das THW im Auftrag der Bundesregierung auch internationale Aufgaben. Dazu gehören bilaterale Hilfen sowie technische und logistische Einsätze im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union und im Auftrag von Organisationen der Vereinten Nationen.
Praktische Ausbildung bereitet Einsatzkräfte auf Hochwasserlagen und Deichsicherung vor.
HANNOVER – Eine THW-Ausbildung zum Hochwasserschutz und zur Deichverteidigung hat am Samstag die Einsatzkräfte des Ortsverbandes Hannover/Langenhagen auf mögliche Hochwasserlagen vorbereitet. Im Mittelpunkt standen praktische Übungen zur Deichsicherung, zum Erkennen von Schäden sowie zum fachgerechten Umgang mit Sandsäcken.
Die Ausbildung vermittelte theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten, um Einsatzkräfte auf Hochwasserlagen und Einsätze an Deichen vorzubereiten.
Schäden frühzeitig erkennen
Zu Beginn der Ausbildung erläuterten die Technischen Berater für Hochwasserschutz und Deichverteidigung, Sven Quintel und Manuel Klinnert, die Gefahren bei Arbeiten am und im Wasser sowie die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen. Ein Schwerpunkt lag auf der Erkennung typischer Deichschäden wie Sickerstellen, Erosionen oder Rissen, um im Einsatzfall frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die THW-Ausbildung vermittelte dazu die erforderlichen Grundlagen.
Praktische Übungen zur Deichsicherung
Im praktischen Teil errichteten die Helferinnen und Helfer eine Aufkadung aus Sandsäcken sowie eine Auflast zur Sicherung des Deichfußes. Zudem wurden verschiedene Methoden zum Befüllen von Sandsäcken vorgestellt, darunter Verfahren für den Einsatz von Spontanhelfenden. Auch die richtige Befüllung unterschiedlicher Sandsacktypen sowie deren Verpackung und Transport wurden geübt.
Im Rotationsverfahren durchliefen die Teilnehmenden alle Ausbildungsstationen. Die gefüllten Sandsäcke wurden anschließend über eine Menschenkette an die jeweilige Einsatzstelle weitergegeben – ein Verfahren, das im Einsatz wertvolle Zeit sparen kann. Die Ausbilder ergänzten die Übungen mit zahlreichen Hinweisen aus ihrer praktischen Erfahrung.
Zum Abschluss zogen die Beteiligten eine positive Bilanz. Die Helferinnen und Helfer vertieften ihr Fachwissen und sammelten praktische Erfahrungen für künftige Hochwasserlagen und Deicheinsätze. Für die Unterstützung dankte der Ortsverband der Firma Lehmann Mörtel-, Sand- und Kieswerke GmbH in Burgdorf für die Bereitstellung des Geländes sowie dem THW-Ortsverband Burgdorf für die Unterstützung der Ausbildung.
Nach rund einer Woche sind 48 THW-Einsatzkräfte nach Deutschland zurückgekehrt. Die SEEBA unterstützte die internationale Hilfe nach den schweren Erdbeben rund um Caracas.
WUNSTORF – Nach rund einwöchigem Einsatz in Venezuela sind 48 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks nach Deutschland zurückgekehrt. Beim THW Erdbebeneinsatz unterstützten sie nach den schweren Erdbeben rund um Caracas die internationale Suche nach Verschütteten sowie weitere Hilfsmaßnahmen.
Die Einsatzkräfte suchten nach Vermissten, koordinierten internationale Rettungsarbeiten und unterstützten die deutsche Botschaft sowie lokale Hilfseinrichtungen mit Material und logistischer Hilfe.
Suche unter schwierigen Bedingungen
Nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft begann die Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) mit der Suche nach verschütteten Menschen. In der Küstenstadt Caraballeda in der Region La Guaira kamen Rettungshunde und technische Ortungsgeräte zum Einsatz. Zahlreiche Einsatzstellen wurden systematisch überprüft.
Lebende Verschüttete konnten trotz intensiver Suche nicht gefunden werden. Nach Angaben des THW verschaffte die Gewissheit, dass keine Lebenszeichen mehr festgestellt wurden, vielen Angehörigen Klarheit über das Schicksal Vermisster. Aufgrund der seit dem Erdbeben verstrichenen Zeit und der hohen Temperaturen wurde der Sucheinsatz am Mittwoch in Abstimmung mit den venezolanischen Partnern beendet.
Unterstützung über die Suche hinaus
Parallel zu den Sucharbeiten koordinierten THW-Kräfte gemeinsam mit spanischen Einsatzkräften die Arbeit internationaler Rettungsteams in einem Einsatzabschnitt. Insgesamt arbeiteten dort zehn Einheiten die identifizierten Einsatzstellen systematisch ab.
Ein Teil der Ausrüstung blieb in Venezuela. Zelte, Stromerzeuger und weiteres Material mit einem Gesamtgewicht von fünf Tonnen wurden dem venezolanischen Roten Kreuz für ein Feldhospital übergeben. Zudem erhielt ein lokales Krankenhaus Medikamente.
Zwei weitere THW-Kräfte unterstützten die deutsche Botschaft in Caracas unter anderem bei der Beurteilung beschädigter Gebäude und bei der Koordination deutscher Hilfsmaßnahmen. Außerdem begleiteten sie die logistische Unterstützung weiterer deutscher Einsatzkräfte, darunter der Johanniter-Unfall-Hilfe.
THW-Präsidentin Sabine Lackner dankte den ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren Einsatz unter schwierigen Bedingungen und wünschte ihnen nach ihrer Rückkehr eine gute Erholung. Die eingesetzten Ehrenamtlichen stammten aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Finanziert wurde der Einsatz durch das Auswärtige Amt, den strategischen Lufttransport übernahm die Bundeswehr.
Nach dem Start vom Fliegerhorst Wunstorf bereiten die Einsatzkräfte gemeinsam mit internationalen Partnern die Suche nach Vermissten vor.
BONN / CARACAS / WUNSTORF (redu) – Der THW Auslandseinsatz in Venezuela hat begonnen. Das 48-köpfige Team der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) ist in Caracas eingetroffen und bereitet die Suche nach Vermissten vor. Unterstützung erhielt die Mission bereits beim Abflug durch den THW-Ortsverband Wunstorf.
Neben der internationalen Rettungsmission zeigt der Einsatz auch die Bedeutung regionaler THW-Ortsverbände. Wunstorf unterstützte den Abflug mit Personal, Dokumentation und logistischer Hilfe.
Der THW Auslandseinsatz begann am Nachmittag des 25. Juni mit der Alarmierung der SEEBA. Am Abend wurden die Einsatzkräfte in Köln zusammengezogen. Nach dem strategischen Lufttransport durch die Bundeswehr traf das 48-köpfige Team in den frühen Morgenstunden des 27. Juni in Caracas ein. Dort starteten die ersten Lageerkundungen gemeinsam mit internationalen Koordinierungsstellen sowie den örtlichen Behörden.
Suche nach Vermissten vorbereitet
Zunächst prüfen die Einsatzkräfte mögliche Einsatzorte und richten ihre sogenannte „Base of Operation“ ein. Von diesem Basislager aus werden die Suchmaßnahmen koordiniert und die Versorgung der Einsatzkräfte sichergestellt.
Sobald die Bergungsarbeiten beginnen, arbeitet die SEEBA im Zwei-Schicht-System rund um die Uhr. Unterstützt werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer durch moderne Ortungstechnik sowie speziell ausgebildete Such- und Rettungshunde, die Überlebende unter Trümmern aufspüren können.
Für den geplanten Abflug am 26. Juni vom Fliegerhorst des Lufttransportgeschwaders 62 (LTG 62) in Wunstorf wurde das Media Team des THW-Landesverbandes Bremen, Niedersachsen alarmiert. Zu diesem Team gehört auch ein ehrenamtlicher Helfer des THW-Ortsverbandes Wunstorf. Das Team dokumentierte das Entladen der Einsatzfahrzeuge, die Passagierabfertigung, das Beladen der A400M-Transportflugzeuge sowie den Abflug nach Caracas.
Parallel erreichte den Ortsverband Wunstorf eine Anfrage der privaten Hilfsorganisation @fire, ein weiteres Rettungsteam kurzfristig unterzubringen. Der Ortsverband stellte umgehend einen Bereitstellungsraum und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese Unterstützung wurde letztlich nicht benötigt, da die Einsatzkräfte noch in der Nacht direkt zum Fliegerhorst Wunstorf verlegt wurden.
Kurz vor dem Abflug wurde zusätzliches Einsatzmaterial benötigt. Auf Anforderung der THW-Leitung stellte die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung des Ortsverbandes Wunstorf die benötigte Ausrüstung innerhalb kurzer Zeit bereit. Einschließlich der Luftfrachtabfertigung gelangten die Materialien rechtzeitig an Bord der A400M-Transportmaschinen der Luftwaffe.
Ehrenamtliche Spezialkräfte für internationale Hilfe
Die SEEBA ist die internationale Schnelleinsatzeinheit des Technischen Hilfswerks zur Ortung und Rettung verschütteter Menschen, insbesondere nach Erdbeben. Sie besteht ausschließlich aus ehrenamtlichen THW-Helferinnen und THW-Helfern, ist nach internationalen Standards zertifiziert und kann bis zu zwei Wochen autark im Einsatzgebiet arbeiten.
Der Auslandseinsatz wird vom Auswärtigen Amt finanziert. Den strategischen Lufttransport stellte die Bundeswehr bereit. Das Technische Hilfswerk verfügt bundesweit über rund 88.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte und unterstützt im Auftrag der Bundesregierung regelmäßig internationale Katastropheneinsätze.
Feuerwehr, THW und Spezialkräfte waren seit Sonntagabend auf dem ehemaligen Vion-Gelände im Großeinsatz.
WUNSTORF (redu) – Ein Großbrand Vion-Gelände hat seit Sonntagabend einen der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre in Wunstorf ausgelöst. Rund 300 Einsatzkräfte bekämpften die Flammen in einer Lagerhalle. Erst nach etwa 19 Stunden konnte die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle bringen.
Der umfangreiche Einsatz erforderte die Zusammenarbeit zahlreicher Feuerwehren, Spezialkräfte, des THW sowie weiterer Hilfsorganisationen. Die Nachlöscharbeiten und Ermittlungen zur Brandursache dauern an.
Bereits gegen 23:15 Uhr gingen zahlreiche Notrufe bei der Feuerwehr ein. Auch mehrere Lokführer meldeten eine starke Rauchentwicklung auf dem ehemaligen Vion-Gelände. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand eine Lagerhalle bereits in weiten Teilen in Flammen.
Umfangreiche Löschmaßnahmen
Wegen der Ausdehnung des Feuers erhöhte die Feuerwehr die Alarmstufe frühzeitig. Neben den Ortsfeuerwehren aus Wunstorf kamen zahlreiche überörtliche Einheiten zur Unterstützung hinzu. Insgesamt waren zeitweise rund 300 Einsatzkräfte vor Ort.
Für die Brandbekämpfung wurden drei Drehleitern aus Wunstorf, Neustadt und Garbsen eingesetzt. Zudem verlegten die Einsatzkräfte rund sechs Kilometer Schlauchleitungen, um die Wasserversorgung aus mehreren Richtungen sicherzustellen. Unterstützung kam außerdem durch den Wasserförderzug der Stadtfeuerwehr Wunstorf.
Zur Lageerkundung setzte die Regionsfeuerwehr Hannover ihre Drohneneinheit ein. Die Luftbilder halfen der Einsatzleitung bei der Beurteilung der Brandentwicklung und der Koordinierung der Löschmaßnahmen.
Unterstützung durch THW und Spezialtechnik
Im Verlauf des Einsatzes wurden mehrere Fachberater des THW hinzugezogen. Baufachberater empfahlen, Gebäudeteile kontrolliert niederzulegen, um Gefahren durch die beschädigte Bausubstanz zu minimieren. Teile der Dachkonstruktion ließ die Einsatzleitung gezielt abbrennen, um einen sicheren Löschangriff im Inneren des Gebäudes zu ermöglichen.
Erstmals unter realen Einsatzbedingungen kam bei der Ortsfeuerwehr Großenheidorn das Hochdruck-Schneid- und Löschsystem „Cobra“ zum Einsatz. Zusätzlich unterstützte ein Großfahrzeug der Flughafenfeuerwehr des Fliegerhorstes Wunstorf die Löscharbeiten.
Messungen des Gefahrgutzuges der Feuerwehr Neustadt ergaben keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffwerte. Trotz deutlich wahrnehmbarer Rauch- und Geruchsentwicklung bestand nach Angaben der Feuerwehr keine Gefahr für die Bevölkerung. Vorsorglich wurden Warnmeldungen herausgegeben und Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Ein Feuerwehrmann verletzte sich während des Einsatzes leicht und wurde durch den Rettungsdienst versorgt.
Am Montagnachmittag waren noch rund 100 Kräfte mit Nachlöscharbeiten und der Kontrolle von Glutnestern beschäftigt. Um 18:10 Uhr meldete die Feuerwehr schließlich „Feuer aus“. Am Abend erfolgte eine weitere Brandnachschau mit einer Wärmebildkamera.
Zur Ursache des Großbrandes und zur Höhe des entstandenen Schadens liegen derzeit keine Angaben vor. Die zuständigen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen.
Mehr als 740 Quadratmeter Ausstellungsfläche, innovative Fahrzeuge, Forschung und internationale Begegnungen prägten den Messeauftritt des THW.
HANNOVER (redu) – Mit einer positiven THW Interschutz Bilanz blickt das Technische Hilfswerk auf die INTERSCHUTZ 2026 zurück. Vor rund 140.000 Besuchern aus aller Welt präsentierte die Bundesanstalt moderne Technik, neue Ausrüstung und ihre Kompetenzen im Bevölkerungsschutz auf mehr als 740 Quadratmetern Ausstellungsfläche.
Von moderner Einsatztechnik über Forschung und Digitalisierung bis hin zur Nachwuchsarbeit zeigte das THW in Hannover die gesamte Bandbreite seiner Aufgaben im nationalen und internationalen Bevölkerungsschutz.
Für das Technische Hilfswerk war die INTERSCHUTZ 2026 weit mehr als eine reine Leistungsschau. Sechs Tage lang nutzten Expertinnen und Experten, Ehrenamtliche sowie Führungskräfte die Weltleitmesse in Hannover, um aktuelle Entwicklungen vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für den Bevölkerungsschutz zu setzen. Zahlreiche Fachgespräche mit internationalen Delegationen, politischen Entscheidungsträgern und Vertretern anderer Hilfsorganisationen machten deutlich, welche Bedeutung das THW innerhalb der nationalen und internationalen Sicherheitsarchitektur einnimmt.
THW-Vizepräsident Dierk Hansen zog zum Abschluss eine positive Bilanz. Die Messe habe gezeigt, wie konsequent das THW Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen in Innovationen, moderne Technik und neue Konzepte übertrage. Gerade der Austausch mit internationalen Gästen habe verdeutlicht, dass die Herausforderungen im Bevölkerungsschutz weltweit vergleichbar seien und gemeinsame Lösungen erforderten.
Zu den größten Publikumsmagneten auf dem Hauptstand gehörte die Präsentation neuer Einsatztechnik. Besonders großes Interesse zog die Mobile Atemschutzübungsstrecke, kurz MOBAS, auf sich. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, die Anlage aus nächster Nähe zu betrachten und sich die Arbeit der Atemschutzgeräteträger erläutern zu lassen.
Regelmäßig bildeten sich lange Warteschlangen vor den Vorführungen. Einsatzkräfte demonstrierten dort unter realitätsnahen Bedingungen die Nutzung der Technik in vollständiger Schutzkleidung. Die Präsentationen vermittelten eindrucksvoll, welche körperlichen und technischen Anforderungen moderne Einsatzlagen an die Helferinnen und Helfer stellen.
Große Aufmerksamkeit erhielt zudem ein fabrikneuer Unimog mit Ladekran. Das Fahrzeug gehört zu einer Serie von insgesamt 66 Fahrzeugen, die das THW mit Mitteln aus dem „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ beschafft. Die Investition steht beispielhaft für die umfassende Modernisierung der Ausstattung, die in den vergangenen Jahren angestoßen wurde.
Einen spannenden Kontrast dazu bildete ein historischer Unimog aus der Sammlung der THW-Bundesvereinigung. Das Fahrzeug erinnerte an die Anfänge der Organisation und verdeutlichte gleichzeitig die technische Entwicklung des THW über mehrere Jahrzehnte.
Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts lag auf Forschung und Innovation. Vertreterinnen und Vertreter der THW-Forschung stellten aktuelle Projekte vor, die künftig Einsatzkräfte unterstützen und die Einsatzbewältigung verbessern sollen.
Besonders großes Interesse weckte der Transportroboter ROMATRIS. Die innovative Entwicklung zeigt, wie Robotik künftig bei komplexen Einsatzlagen eingesetzt werden kann. Ziel solcher Systeme ist es, Einsatzkräfte zu entlasten und Risiken in gefährlichen Bereichen zu reduzieren.
Auch virtuelle Anwendungen spielten eine wichtige Rolle. Besucher konnten mithilfe von Virtual-Reality-Technik ein digitales Einsatz-Gerüst-System errichten und so moderne Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten kennenlernen. Die Kombination aus praktischer Ausbildung und digitaler Unterstützung gilt als wichtiger Baustein für die Zukunft der Gefahrenabwehr.
Die THW-Jugend setzte ebenfalls auf moderne Technologien. Junge Messegäste konnten mithilfe von VR-Brillen unterschiedliche Krisenszenarien erleben und spielerisch lernen, wie sie sich beispielsweise bei einem großflächigen Stromausfall richtig verhalten sollten.
Internationale Zusammenarbeit im Fokus
Die INTERSCHUTZ bot dem THW zudem eine wichtige Plattform für den internationalen Austausch. Delegationen aus zahlreichen Ländern informierten sich über die Strukturen und Fähigkeiten der Bundesanstalt.
Besonderes Interesse galt den internationalen Einsätzen des THW. In mehreren Fachvorträgen erläuterten Experten die Unterstützung der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Jahr 2022. Zwei Vertreter des ukrainischen Zivilschutzes berichteten dabei aus erster Hand über die Lage in ihrem Heimatland und die Bedeutung internationaler Hilfeleistungen.
Parallel dazu präsentierte das THW in einer zweiten Messehalle die Ausstattung der Fachgruppe Infrastruktur. Gezeigt wurde unter anderem ein mobiler Werkstattcontainer mit Montagekran, wie er bereits an die Ukraine geliefert wurde. Die Besucher erhielten so einen direkten Einblick in die praktische internationale Hilfe des THW.
Ehrenamt bleibt das Fundament des THW
Neben Technik und Innovation rückte das THW auf der INTERSCHUTZ auch die Menschen hinter den Einsätzen in den Mittelpunkt. Bundesweit engagieren sich rund 88.000 Freiwillige ehrenamtlich in der Organisation. Ohne dieses Engagement wären die vielfältigen Aufgaben des THW nicht zu bewältigen.
Mehrere Vorträge beschäftigten sich daher mit der Zukunft des Ehrenamtes und der Nachwuchsgewinnung. Besonders die THW-Jugend nutzte die Messe, um auf die wichtige Rolle junger Menschen im Bevölkerungsschutz aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit anderen Jugendverbänden organisierte sie eine Podiumsdiskussion über die Bedeutung des Nachwuchses für die Gefahrenabwehr.
Darüber hinaus stellte das Virtual Operations Support Team (VOST) seine Arbeit vor. Die vergleichsweise junge Einheit unterstützt Einsätze im digitalen Raum und zeigt, wie sich klassische Gefahrenabwehr und moderne Informationsarbeit miteinander verbinden lassen.
Die INTERSCHUTZ 2026 machte deutlich, dass das THW nicht nur in moderne Fahrzeuge und Technik investiert, sondern zugleich Forschung, Digitalisierung und Ehrenamt gleichermaßen fördert. Mit seinem umfassenden Messeauftritt unterstrich die Bundesanstalt ihre Rolle als tragende Säule des Bevölkerungsschutzes in Deutschland und als verlässlicher Partner bei nationalen und internationalen Hilfseinsätzen.
Köln/Bonn. Heute unterzeichneten die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und die Flughafen Köln/Bonn GmbH eine Kooperationsvereinbarung für künftige THW-Einsätze. Damit baut das THW seine Kapazitäten im Logistikbereich weiter aus. „Die Kooperation mit dem Flughafen Köln/Bonn ist ein logischer Brückenschlag, nachdem das THW im Juni 2021 sein neues Logistikzentrum in Hilden (Nordrhein-Westfalen) eröffnet hat, um seine Logistikkompetenz für In- und Auslandseinsätze zu bündeln“, so Präsident Gerd Friedsam bei der Vertragsunterzeichnung.
Wenn die Bundesregierung beim nächsten internationalen Hilfeersuchen das THW mit einer seiner Schnell-Einsatz-Einheiten ins Ausland entsendet – wie etwa im August 2020 die SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland) nach Beirut – dann kommt das Material künftig von Hilden über den Flughafen Köln/Bonn ins jeweilige Einsatzgebiet. „Als bedeutendes Luftverkehrs-Drehkreuz in NRW mit herausragender Stellung im Bereich der Luftfracht in Europa ist der Flughafen dafür prädestiniert, das THW in Zukunft bei seinen Einsätzen schnell und effizient zu unterstützen. Wir freuen uns, dem THW künftig bei seinen wichtigen Aufgaben partnerschaftlich zur Seite zu stehen“, sagt Flughafenchef Johan Vanneste. „Damit im Einsatzfall alles möglichst reibungslos klappt, sind Kooperationen, wie mit dem Flughafen Köln/Bonn, vorab bis ins Detail geregelt“, so THW-Präsident Gerd Friedsam heute bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit der Flughafen Köln/Bonn GmbH.
Nach dem Umzug von Heiligenhaus (und sukzessive auch vom Zentrallager für Auslandslogistik/Mainz) in das moderne, brandneue Logistikzentrum Hilden sowie durch die Kooperation mit dem Flughafen Köln/Bonn ist das THW im Bereich Logistik künftig noch besser aufgestellt. Hilden bietet Platz für 8.500 Euro-Paletten Einsatzausstattung, Geräte und Werkzeuge auf einem 42.000 m2 großen Gelände. Ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Logistikspezialisten und -spezialistinnen steht bereit, um benötigte Technik zusammenzustellen, zu verpacken und mit Zoll-Papieren zu versehen. Künftig geht es dann von Hilden über Köln/Bonn zu allen möglichen Einsatzorten der Welt. Das zugehörige THW-Team wird ebenfalls über den Flughafen Köln/Bonn, aber auch weiterhin über den Flughafen Frankfurt/Main entsendet.
Zusätzlich genehmigte der Deutsche Bundestag dem THW kürzlich den Aufbau von vier weiteren, über Deutschland verteilten Logistikzentren (LogZ) als Konsequenz aus den Engpässen zu Beginn der Corona-Pandemie. Deren Aufbau wird zwar noch Zeit in Anspruch nehmen, doch dann lagern auch hier Hilfsgüter sowie Material für THW-Notfalleinsätze.
Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Ehrenamtlichen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.
Bonn/Ahrweiler (PM). Zwölf Wochen Einsatz in den Flutgebieten liegen hinter den Helferinnen und Helfern der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). In dieser Zeit haben sie Menschen und Sachwerte gerettet, Häuser und Straßen geräumt und wichtige Infrastruktur wiederaufgebaut. THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner ist stolz auf die Ehrenamtlichen: „Ich danke allen 14.849 THW-Kräften, die aus ganz Deutschland gekommen sind, um wochenlang zu helfen. Ihr langfristiges und professionelles Engagement macht diesen Einsatz zum größten in der 71-jährigen THW-Geschichte.“
Der THW-Einsatz nach Sturmtief Bernd umfasst mittlerweile circa 2,2 Millionen Einsatzstunden und übersteigt damit die der vergangenen Großeinsätze nach den Hochwassern 2002 und 2013. Er bildet das umfangreiche und vielseitige Leistungsspektrum des THW ab. Vom Räumen bis zur Trinkwasserversorgung – alle 25 Fachgebiete des THW waren im Einsatz gefragt. In den ersten Tagen der Katastrophe lag der Fokus vor allem auf Rettung und Pumparbeiten. Als die Pegel sanken, waren die Helferinnen und Helfer bei kräftezehrenden Räum- und Infrastrukturarbeiten gefragt.
Die Strom- und Wasserversorgung wiederherzustellen, hatte an vielen Orten oberste Priorität. THW-Kräfte bereiteten an vier Orten im Ahrtal Trinkwasser auf und versorgten die Bevölkerung. Gleichzeitig arbeiteten sie eng mit örtlichen Stromversorgern zusammen, um das Netz schnellstmöglich zumindest provisorisch wiederaufzubauen. Seit einigen Wochen liegt ein besonderer Fokus des THW darauf, Verkehrswege und Infrastruktur wiederherzustellen.
„Kleine und große Brücken geben der Bevölkerung und auch den Helfenden vor Ort ein Stück Normalität zurück, die diese dringend brauchen“, erklärt THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner. Sechs Fußgehenden- und vier Fahrzeugbrücken des THW sind bereits eröffnet. Weitere 12 Brücken sind im Ahrtal für die nächsten Wochen geplant. Auch nach rund 2,2 Millionen Einsatzstunden ist der Einsatz für das THW noch nicht vorbei.
Großeinsätze misst das THW mit drei Parametern: Anzahl der Einsatzstunden, der Einsatzkräfte und der eingesetzten Ortsverbände. Bis zu diesem Einsatz forderte die Elbflut 2002 die meisten Einsatzstunden und -kräfte in der THW-Geschichte, das Hochwasser an Donau und Elbe 2013 die meisten Ortsverbände. Nach der aktuellen Flutkatastrophe überstieg der Einsatz sowohl die Rekordwerte der Einsatzstunden als auch die der Ortsverbände. Dass die Anzahl der Einsatzkräfte geringer ist als bei beiden Großeinsätzen zuvor, zeigt, dass viele Ehrenamtliche langfristig, zum Teil über Wochen vor Ort halfen.
Bonn (PM). Bald ist es soweit: Das Technische Hilfswerk (THW) stellt noch in dieser Woche in Bad Neuenahr eine Behelfsbrücke über die Ahr fertig. Auch vorher verbindet die Fähre „Ahrida“ schon die beiden Seiten des Flusses Ahr. Einsatzkräfte des THW hatten sie ursprünglich für den Aufbau der Brücke installiert. Mittlerweile ist sie aber zum wichtigen Überweg für die Menschen vor Ort geworden.
Es ist eigentlich nur ein kleines Boot, das derzeit zum wichtigen Rückgrat des Personenverkehrs in der Stadt an der Ahr geworden ist. Ursprünglich hatten es die Einsatzkräfte des THW benutzt, um Material für den Brückenbau zu transportieren. Schnell erkannten sie jedoch, dass es für Fußgängerinnen und Fußgänger nicht genügend Möglichkeiten gibt, den Fluss zu überqueren. Kurzerhand funktionierten sie ihre Einsatz-Fähre um und tauften sie „Ahrida“. Bis zu 300 Personen transportiert das Wasserfahrzeug täglich. Hinzu kommen unzählige Haustiere und Fahrräder. An den improvisierten Haltestellen können sich die Fahrgäste niederlassen, Kaffee trinken und auf ihre Überfahrt warten. Die Zugänge zu diesen Haltestellen wurden auch vom THW errichtet. „Uns geht es darum, die nötigste Infrastruktur wiederaufzubauen. Unsere Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck daran. In der Zwischenzeit sind sie kreativ und finden flexible Lösungen vor Ort. Die Fähre ist ein gutes Beispiel dafür“, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam.
In den nächsten Tagen wird die kleine Fähre Ahrida einen großen Nachbarn bekommen. Die Brücke über die Ahr ist fast fertiggestellt und wird auch für Fahrzeuge wieder einen Weg über den Fluss bieten. Stück für Stück entstehen wieder mehr Verkehrswege im betroffenen Gebiet. „Ich möchte an dieser Stelle unseren ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräften noch einmal sehr herzlich danken. Für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre Hilfsbereitschaft“, so Friedsam abschließend.
BONN (PM). Die Spezialisten und Spezialistinnen des Technischen Hilfswerks (THW) bauen unermüdlich weiter an der Brücke in Bad Neuenahr. „Wir wollen gemeinsam mit den Betroffenen eine sinnbildliche Brücke in Richtung Wiederaufbau errichten. Ich bin stolz und dankbar, dass die Einsatzkräfte vor Ort weiterhin alles geben und mit einem solchen Engagement ans Werk gehen“, berichtet THW-Präsident Gerd Friedsam über den Fortschritt der Fachgruppe Brückenbau. Seit Samstag errichtet diese die Stahlkonstruktion für eine Behelfsbrücke über die Ahr in Bad Neuenahr.
Die Experten und Expertinnen der Fachgruppe Brückenbau bauen aktuelle eine so genannte Krupp-D-Brücke auf. Dabei handelt es sich um eine Brücke, die sogar von Schwerlastverkehr befahren werden darf. Die Einsatzkräfte werden insgesamt 6.000 Schrauben verbauen. „Die Brücke ist ein echtes Schwergewicht. Im fertigen Zustand hat sie ein Gewicht von 150 Tonnen“, erklärt Friedsam. Die Arbeiten schreiten dabei gut voran. „Wir liegen bei unserem Einsatz im Zeitplan. Jeden Tag wächst die Brücke ein Stückchen mehr – am Ende wird sie eine Länge von mehr als 50 Metern haben“, führt Friedsam weiter aus. Insgesamt dauert der Aufbau der Brücke etwa eine Woche. Die Helfenden hatten im Ahrtal intensive Erkundungen durchgeführt, um auch einen langfristigen Beitrag zum Wiederaufbau der Region zu leisten.
Die Brücke in Bad Neuenahr bildet jedoch erst den Anfang. Mindestens vier weitere Brücken im Landkreis Ahrweiler sind geplant. Sie sollen zerstörte und weggeschwemmte Brücken ersetzen. Dies kommt der Bevölkerung gleich mehrfach zugute: Einerseits erhalten die Anwohnerinnen und Anwohner wieder eine Verbindung zur jeweils anderen Seite, andererseits kann so schweres Gerät, dass für die Aufräum- und Aufbauarbeiten benötigt wird, in die betroffenen Ortschaften gebracht werden. Darüber hinaus hat das THW dadurch die Möglichkeit, noch einfacher eine vorübergehende Infrastruktur einzurichten. So werden künftig unter anderem Leitungen für Kommunikation oder Strom über die Brücke geführt.
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