Pflegebericht Region Hannover zeigt stark steigende Kosten
/in Region HannoverNeuer Pflegebericht macht Belastung für Betroffene und Kommunen sichtbar.
REGION HANNOVER (redu) – Der neue Pflegebericht Region zeigt deutlich steigende Kosten in der Pflege. Immer mehr Menschen sind betroffen, während Eigenanteile sowie Belastungen für Angehörige und Kommunen weiter zunehmen, wie die Region Hannover am Dienstag mitteilte.
Der Bericht verdeutlicht den wachsenden Druck auf das Pflegesystem in der Region Hannover – ausgelöst durch steigende Kosten, Fachkräftemangel und eine alternde Bevölkerung.
Der aktuelle Pflegebericht Region zeigt, dass die Pflegekosten in der Region Hannover weiter deutlich ansteigen. Neben höheren Personal- und Sachkosten treiben auch Inflation und strukturelle Veränderungen die Entwicklung voran.
Besonders deutlich wird die Dynamik bei der Zahl der Pflegebedürftigen. Im Jahr 2023 waren 76.833 Menschen in der Region auf Unterstützung angewiesen. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Parallel dazu wächst auch die Bedeutung der häuslichen Pflege durch Angehörige. Schätzungsweise rund 108.000 Menschen sind in der Region in Pflegeaufgaben eingebunden. Viele reduzieren dafür ihre Arbeitszeit oder verlassen den Beruf vollständig.
Steigende Eigenanteile in der Pflege
Für Pflegebedürftige führt diese Entwicklung zu spürbaren finanziellen Belastungen. In stationären Einrichtungen müssen Betroffene aktuell im Durchschnitt rund 2.500 Euro pro Monat aus eigener Tasche zahlen. Diese Summe fällt trotz Leistungen der Pflegeversicherung und zusätzlicher Zuschüsse an.
Die steigenden Kosten erschweren für viele Familien die Organisation der Pflege. Gleichzeitig geraten auch Pflegeeinrichtungen unter Druck. Fachkräftemangel sowie steigende Betriebs- und Sachkosten erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf die Anbieter.
Kommunen und Beratung stärker gefordert
Auch die Kommunen in der Region Hannover sind zunehmend betroffen. Immer mehr Menschen sind auf Leistungen der Hilfe zur Pflege angewiesen. Zwar übernimmt das Land einen Großteil der Ausgaben, dennoch verbleiben etwa zehn Prozent der Kosten sowie erhebliche Personalaufwände bei den Städten und Gemeinden.
Zudem steigt die Nachfrage nach Beratung kontinuierlich an. Die Senioren- und Pflegestützpunkte in Burgdorf, Langenhagen, Ronnenberg und Wunstorf verzeichnen eine zunehmende Inanspruchnahme. Die Zahl der Beratungen stieg von 3.149 im Jahr 2023 auf 3.404 im Jahr 2025.
Die Region Hannover stellte den Pflegebericht am 28. April im Sozialausschuss vor. Der Bericht ist online abrufbar und soll als Grundlage für weitere politische und strukturelle Entscheidungen dienen.



