Gesundheitsministerkonferenz in Hannover fordert weniger Bürokratie im Gesundheitswesen
Die 99. Gesundheitsministerkonferenz beschließt Maßnahmen für eine effizientere Gesundheitsversorgung.
HANNOVER (redu) – Die 99. Gesundheitsministerkonferenz hat in Hannover zahlreiche Beschlüsse zur Zukunft des Gesundheitswesens gefasst. Im Mittelpunkt standen Bürokratieabbau, Digitalisierung, Prävention sowie die langfristige Sicherung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung.
Die Länder sehen Reformbedarf bei der Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens. Ziel ist eine moderne Versorgung mit weniger Verwaltungsaufwand und besserer Steuerung der Patientenströme.
Reformen und digitale Lösungen
Zwei Tage lang haben die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder in Hannover über zentrale Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens beraten. Unter Vorsitz des niedersächsischen Gesundheitsministers Dr. Andreas Philippi wurden mehr als 50 Anträge behandelt und entsprechende Beschlüsse gefasst.
Ein Schwerpunkt der Konferenz war der Bürokratieabbau im Gesundheitswesen. Niedersachsen hatte dazu mehrere Initiativen eingebracht. Dazu zählen Maßnahmen zur Entlastung von Arztpraxen, die Einführung eines Primärversorgungssystems für eine gezieltere Terminvergabe sowie die Einführung eines elektronischen Impfpasses.
Nach Ansicht der Länder müssen bestehende Strukturen effizienter gestaltet und digitale Instrumente stärker genutzt werden. Philippi betonte, dass das Gesundheitswesen bedarfsgerecht, nachhaltig und finanzierbar aufgestellt werden müsse. Gleichzeitig gelte es, die Versorgungsqualität zu sichern und die Sorgen der Bevölkerung vor möglichen Einschnitten ernst zu nehmen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nahm als Gast an den Beratungen teil. Sie sprach sich für umfassende Reformen zur Stabilisierung der Finanzierung sowie für strukturelle Veränderungen aus, um die vorhandenen personellen Ressourcen effizienter einzusetzen.
Auch die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung spielte eine zentrale Rolle. Die Hamburger Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer forderte eine stärkere Finanzierung versicherungsfremder Leistungen durch den Bund und sprach sich für grundlegende Strukturreformen vor weiteren Sparmaßnahmen aus.
Prävention stärker in den Fokus rücken
Ein weiteres wichtiges Thema war die Gesundheitsförderung und Prävention. Die Länder sehen Handlungsbedarf, da Deutschland trotz hoher Gesundheitsausgaben bei wichtigen Gesundheitsindikatoren hinter vergleichbaren europäischen Staaten zurückliegt.
Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sprach sich für mehr Aufklärung und einen leichteren Zugang zu Präventionsangeboten aus. Ziel sei es, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.
Zum Abschluss der Konferenz wurde der Blick bereits auf die Jubiläumsveranstaltung im kommenden Jahr gerichtet. Den Vorsitz der 100. Gesundheitsministerkonferenz übernimmt das Land Hessen. Gastgeberin wird die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz sein. Die Konferenz ist für den 2. und 3. Juni 2027 geplant.




