Krisenmanagement Niedersachsen übt Hitze- und Dürrelage
Mehr als 180 Organisationen trainieren im Herbst die Zusammenarbeit bei einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage.
HANNOVER (redu) – Das Krisenmanagement Niedersachsen beteiligt sich im Herbst an der bundesweiten LÜKEX 2026. Mehr als 180 Organisationen üben anhand einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage, wie Bund, Länder und weitere Stellen ihre Entscheidungen und Maßnahmen koordinieren.
Die Übung soll Abläufe verbessern, Zuständigkeiten festigen und die Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz stärken. Niedersachsen begleitet sie mit Informationen zur Vorsorge im landeseigenen Notfall-Monitor.
Das Krisenmanagement Niedersachsen richtet den Blick bei der LÜKEX 2026 auf die weitreichenden Folgen langanhaltender Hitze und Trockenheit. Neben dem Gesundheitswesen können unter anderem Energieversorgung, Verkehr, Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und Einsatzkräfte betroffen sein.
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts starben in Deutschland bis Ende Juni dieses Jahres bereits mehr als 5.000 Menschen an den Folgen von Hitze. Hohe Temperaturen führten zugleich zu Einschränkungen im Bahnverkehr, Straßenschäden, erhöhter Waldbrandgefahr und außergewöhnlich niedrigen Wasserständen.
Ministerien üben gemeinsame Entscheidungen
Die Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe koordiniert. Aus Niedersachsen nehmen alle für das Szenario zuständigen Ministerien teil. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Inneres, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr.
Im Mittelpunkt steht das strategische Krisenmanagement. Bund, Länder und weitere beteiligte Stellen trainieren den Informationsaustausch, koordinierte Entscheidungen und aufeinander abgestimmte Maßnahmen.
Ziel ist es, das nationale Krisenmanagement weiterzuentwickeln und die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge zu stärken. Erkenntnisse aus dem anspruchsvollen Übungsszenario sollen auch bei der Bewältigung anderer Krisenlagen helfen.
Innenministerin Daniela Behrens betont, außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen beträfen nahezu alle Bereiche des Gemeinwesens. „Regelmäßige Übungen wie die LÜKEX stärken unsere Krisenresilienz“, erklärte die Ministerin. Die Zusammenarbeit der verantwortlichen Stellen solle weiter verbessert und der Schutz der Bevölkerung gestärkt werden.
Unterschiedliche Belastungen für die Ressorts
Das Sozial- und Gesundheitsministerium will mit der Übung interne Abläufe und Entscheidungsprozesse erproben. Langanhaltende Hitzeperioden können zu mehr hitzebedingten Erkrankungen führen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke und weitere vulnerable Gruppen.
Zugleich können Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen an ihre Belastungsgrenzen geraten. Das Ministerium trainiert deshalb auch das ressort- und behördenübergreifende Zusammenwirken unter realitätsnahen Bedingungen.
Für das Landwirtschaftsministerium stehen unter anderem Auswirkungen auf Tierhaltung und Ackerbau im Mittelpunkt. Hinzu kommt eine erhöhte Waldbrandgefahr, besonders in den waldreichen Regionen Nordostniedersachsens.
Gemeinsam mit Behörden, Institutionen und Unternehmen sollen Kommunikations- und Abstimmungswege für den Ernstfall erprobt werden. Auch der Dienstbetrieb und das Krisenmanagement müssen unter extremen Wetterbedingungen aufrechterhalten werden.
Notfall-Monitor informiert die Bevölkerung
Niedersachsen begleitet die Übung mit einer Informationsseite im Notfall-Monitor des Landes. Die Plattform bündelt aktuelle Gefahrenmeldungen, Warnungen und Hinweise zur persönlichen Notfallvorsorge.
Bürgerinnen und Bürger finden dort außerdem Verhaltensempfehlungen sowie Hintergrundinformationen zur LÜKEX und zum Bevölkerungsschutz. Damit soll die Bevölkerung nicht erst im Einsatzfall, sondern bereits im Vorfeld verlässlich informiert werden.
Informationsseite im Notfall-Monitor Niedersachsen: https://www.niedersachsen.de/notfallmonitor/luekex.




