Blow-ups auf Autobahnen: Hitze kann Beton aufbrechen
Ältere Betonplatten können sich bei anhaltender Hitze plötzlich aufwölben oder an Fugen aufplatzen.
MÜNCHEN (redu) – Blow-ups auf Autobahnen können bei länger anhaltenden hohen Temperaturen plötzlich entstehen. Dabei wölben sich ältere Betonfahrbahnen auf oder brechen an Fugen und Nahtstellen auf. Besonders für Motorradfahrende stellen solche schwer vorhersehbaren Schäden eine erhebliche Gefahr dar.
Betroffen sind nach Angaben des ADAC ausschließlich ältere Autobahnabschnitte mit Betonfahrbahn. Moderne Betondecken und Asphaltfahrbahnen gelten als deutlich weniger anfällig.
Betonplatten dehnen sich bei Hitze aus
Blow-ups auf Autobahnen entstehen vor allem, wenn die Temperaturen rasch auf mehr als 30 Grad steigen und die Hitze mehrere Tage anhält. Die Fahrbahndecke erwärmt sich stark und dehnt sich aus.
Ältere Betonplatten können dem entstehenden Druck teilweise nicht standhalten. Sie platzen dann an Fugen oder Nahtstellen auf. Die Schäden treten häufig plötzlich auf und sind für Verkehrsteilnehmende nur schwer vorherzusehen.
Nach Angaben des ADAC sind ausschließlich ältere Autobahnabschnitte mit einer Fahrbahndecke aus Beton betroffen. Asphalt kann stärker nachgeben und gilt deshalb nicht als gefährdet.
Ein erhöhtes Risiko besteht bei alten, bereits mehrfach reparierten Betonstrecken. Auch Übergänge zwischen Betonplatten und Reparaturstellen aus Asphalt können besonders anfällig sein.
Moderne Fahrbahnen sind widerstandsfähiger
Die Bundesanstalt für Straßenwesen verweist auf Unterschiede bei der Dicke der Betonplatten. Schäden traten demnach vor allem bei älteren Fahrbahndecken mit einer Betondicke von etwa 24 Zentimetern oder weniger auf.
Bei heutigen Fahrbahnen sind dagegen Betondicken von 26 bis 29 Zentimetern üblich. Einzelne gefährdete Abschnitte befinden sich laut ADAC unter anderem auf den Autobahnen A7, A92 und A93. Dort können während der Sommermonate besondere Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten.
Autofahrerinnen und Autofahrer sollten bei großer Hitze auf Betonautobahnen aufmerksam fahren. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug sollte vergrößert werden. Angeordnete Tempolimits sind unbedingt zu beachten.
Für Motorradfahrende können bereits geringe Verformungen der Fahrbahn besonders gefährlich sein. Sie können dazu führen, dass die Kontrolle über das Fahrzeug verloren geht.
Wer eine beschädigte oder aufgewölbte Fahrbahn bemerkt, sollte die Gefahrenstelle unverzüglich der Polizei oder der zuständigen Autobahnmeisterei melden. Der betroffene Abschnitt kann anschließend abgesichert oder gesperrt werden.
Bei Schäden am eigenen Fahrzeug übernimmt nach Angaben des ADAC grundsätzlich die Vollkaskoversicherung die Reparaturkosten. Glasschäden können über die Teilkaskoversicherung abgedeckt sein.
Eine Haftung des Staates kommt nur infrage, wenn nachgewiesen werden kann, dass die zuständigen Stellen ihre Kontroll- oder Sicherungspflichten verletzt haben.



