Digitale Teilhabe Senioren: Hannover legt Plan bis 2030 vor
Senior*innenplan zeigt Chancen digitaler Angebote für Alltag, Pflege und soziale Vernetzung.
HANNOVER (redu) – Die Landeshauptstadt Hannover will die digitale Teilhabe Senioren weiter fördern. Der neue Senior*innenplan 2030 zeigt, wie digitale Angebote Selbstbestimmung und soziale Vernetzung unterstützen, Pflege erleichtern und älteren Menschen den Zugang zu verschiedenen Lebensbereichen vereinfachen können.
Die Fachplanung des Fachbereichs Senioren beschreibt Handlungsfelder für die kommenden vier Jahre und bündelt bestehende sowie geplante Ansätze der Stadt.
Digitale Angebote sollen Teilhabe erleichtern
Die digitale Teilhabe Senioren steht im Mittelpunkt des neuen Plans mit dem Titel „Gut eingeloggt, für ein selbstbestimmtes Leben“. Er wurde am 17. August den politischen Gremien vorgestellt.
Sozialdezernentin Sylvia Bruns erklärte, ältere Menschen sollten beim Umgang mit digitalen Angeboten unterstützt werden. Diese könnten soziale Vernetzung ermöglichen, Selbstbestimmung fördern und Versorgungslücken schließen.
Viele ältere Menschen nutzen nach Angaben der Stadt bereits Smartphones, Messenger oder das Internet. Der Bericht beschreibt jedoch deutliche Unterschiede bei Nutzung und digitalen Kompetenzen, unter anderem abhängig von Alter, Bildung und Einkommen.
Als Gründe für Verunsicherung nennt der Plan unter anderem Fake-News in sozialen Netzwerken sowie Zweifel an Datenschutz und Sicherheit, beispielsweise beim Online-Banking.
Technik kann Alltag und Pflege unterstützen
Digitale Anwendungen könnten nach Darstellung des Berichts die Gesundheits- und Pflegeversorgung ergänzen. In städtischen Alten- und Pflegezentren könnten sie etwa bei der Pflegedokumentation oder bei Erinnerungen an Medikamentenstellung und -einnahme helfen.
Auch Smart-Home-Technik, Wearables und Notfallalarme werden als mögliche Unterstützung genannt. Sie könnten Sicherheit und Selbstständigkeit erhöhen und pflegende Angehörige entlasten.
App-gestützte Mobilitätsdienste und digitale Orientierungshilfen sollen zudem die Mobilität ohne eigenes Auto verbessern. Digitale Plattformen könnten nach Einschätzung des Berichts auch Nachbarschaften stärken, etwa durch Informationen über Veranstaltungen oder gemeinsame Freizeitangebote.
Stadt setzt bereits mehrere Angebote um
Der Fachbereich Senioren bietet bereits Unterstützung beim Umgang mit digitaler Technik an. Dazu gehören kostenfreie Endgeräte zum Ausprobieren, WLAN-Zugangspunkte sowie Beratung in Stadtteilen und Quartieren.
Ehrenamtliche Medien- und Techniklots*innen besuchen Senior*innen bei Bedarf auch zu Hause. Weitere Angebote sind der „digital.Kiosk“ im Zentrum Hannovers und eine Musterwohnung im Roderbruch, in der Smart-Home-Technologien und sensorbasierte Assistenzsysteme gezeigt werden.
Bruns kündigte an, bestehende Angebote weiterzuentwickeln und stärker an den Bedürfnissen älterer Menschen auszurichten. Der Senior*innenplan 2030 soll dafür die Grundlage bilden.
Ende 2025 lebten laut Plan 558.767 Menschen in Hannover. Davon waren 144.411 Personen mindestens 60 Jahre alt, entsprechend 25,8 Prozent der Bevölkerung.
Der Anteil dieser Altersgruppe stieg dem Bericht zufolge von 24,1 Prozent im Jahr 2015 auf 25,8 Prozent im Jahr 2025. Eine Bevölkerungsprognose von Stadt und Region Hannover rechnet bis 2049 mit rund 18.000 zusätzlichen Senior*innen.
In 83.958 Haushalten leben ausschließlich Menschen ab 60 Jahren. Davon sind fast 56.800 Einpersonenhaushalte.









