ICAO Flugunfallübung 2026 am Hannover Airport mit 250 Kräften
Feuerwehr, Rettungsdienst und Flughafen proben bei laufendem Flugbetrieb die Rettung und Versorgung von Verletzten.
HANNOVER / LANGENHAGEN (redu) – Rund 250 Kräfte von Flughafen, Feuerwehr und Rettungsdienst haben am Dienstagabend bei der Flugunfallübung 2026 am Hannover Airport den Ernstfall trainiert. Im Mittelpunkt standen Menschenrettung, Brandbekämpfung sowie die medizinische Versorgung und der Transport von Verletzten.
Die turnusmäßige Übung sollte insbesondere die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen und Behörden bei einem größeren Flugunfall auf dem Flughafengelände trainieren.
Bei der Flugunfallübung 2026 arbeiteten die Flughafenfeuerwehr, kommunale Feuerwehren, der erweiterte Rettungsdienst der Region Hannover sowie weitere beteiligte Behörden und Abteilungen der Flughafengesellschaft zusammen. Grundlage sind die Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), die entsprechende Notfallübungen im Abstand von zwei Jahren vorsehen.
Boeing 737 kollidiert im Übungsszenario mit Tankwagen
Als Szenario wurde ein Flugunfall im Vorfeldbereich des Hannover Airport angenommen. Eine Passagiermaschine vom Typ Boeing 737 kollidierte dabei mit einem Flugfeldtankwagen. Flugzeug und Tankwagen wurden im angenommenen Szenario schwer beschädigt. Durch auslaufendes Kerosin kam es zu einem Folgebrand.
Um 19:09 Uhr löste der Tower der Deutschen Flugsicherung den Aircraft Accident Alarm aus und alarmierte die Flughafenfeuerwehr des Hannover Airport. Wegen der angenommenen Einsatzlage forderte deren Einsatzleiter zusätzlich Kräfte der kommunalen Feuerwehren und den Rettungsdienst an.

Alle zwei Jahre findet eine große verpflichtende Feuwehr- und Rettungsdienstübung nach ICAO-Standard am Airport Hannover statt. © Bernd Günther
Für den Rettungsdienst galt das Stichwort MANV 20, also ein Massenanfall von Verletzten mit 20 Personen.
An der gemeinsamen Bewältigung der angenommenen Schadenlage beteiligten sich die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Langenhagen, Kräfte der Landeshauptstadt Hannover und der erweiterte Rettungsdienst der Region Hannover. Dazu gehörte unter anderem die örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst der Feuerwehr Hannover.
Rettungsmittel stellten die Johanniter, das Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund.
70 Statisten stellen Passagiere dar
Das Team der realistischen Unfalldarstellung der Johanniter Akademie Niedersachsen/Bremen betreute 70 Statisten, die verletzte und unverletzte Passagiere darstellten. Die Statisten wurden von den Feuerwehren aus Isernhagen, Burgwedel und der Wedemark sowie von der Landeshauptstadt Hannover gestellt.
Während der Übung brachten sich Darsteller über Notrutschen aus der Flugzeugbrandsimulationsanlage in Sicherheit oder wurden durch Feuerwehrkräfte gerettet. Gleichzeitig lief nach Angaben des Flughafens nur rund 100 Meter entfernt der normale Flugbetrieb weiter.
Ein eigenes Team der RUD-Leitung überwachte dabei die Sicherheit der Beteiligten. Leiter Lars Meier erklärte: „Solche interdisziplinären Einsatzübungen stellen immer eine besondere Herausforderung für uns dar, gilt es doch gerade im Hinblick auf die Sicherheit der Rollenspielenden vieles zu beachten.
Während sich die Darsteller über Notrutschen aus der Flugzeugbrandsimulationsanlage in Sicherheit bringen oder durch die Feuerwehr gerettet werden, läuft nur 100 Meter weiter der normale Flugbetrieb. Ein eigenes Team der RUD-Leitung achtet dabei stets auf die Sicherheit aller Beteiligten“.
Meier betonte zudem die Bedeutung der realistischen Darstellung: „Bei allen tollen Möglichkeiten, die Simulationspuppen, KI und virtuelle Realität bieten, ist das Training mit Rollenspielenden nicht zu ersetzen. Empathie, Kommunikation und auch echtes Sozialverhalten bringen neben Kunstblut und Schminke die nötige Realität mit in eine Übung.“

Übungsszenario bei der ICAO Großübung am Flughafen Hannover © Carl-Marcus Müller
Flughafen will Übungsziele detailliert auswerten
Flughafengeschäftsführer Maik Blötz bedankte sich nach Abschluss der Übung bei den Beteiligten. „Für uns als Flughafen ist es von großer Bedeutung, unterschiedliche Krisenszenarien regelmäßig unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren. Die Planung und Durchführung einer Übung dieser Größenordnung bei laufendem Flugbetrieb zu planen und durchzuführen ist für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Wir möchten uns für das große Engagement während der Vorbereitung und für die Teilnahme aller Beteiligten an diesem Abend ganz herzlich bedanken. In den kommenden Wochen werden detaillierte Auswertungen der verschiedenen Übungsziele vorgenommen“.
Stefan Martens, Leiter der Flughafenfeuerwehr, zog ein erstes positives Fazit: „Wir sind mit dem Übungsergebnis wirklich zufrieden. Nach zwei Jahren konnten wir wieder das Zusammenspiel mit den verschiedenen Organisationen der Gefahrenabwehr auf unserem Flughafengelände trainieren. Verschiedene Übungsziele wurden in dem Szenario vereint.“
Der reguläre Flugbetrieb am Hannover Airport wurde durch die Übung nicht beeinträchtigt.



