Polizeikontrollen Hannover: Flucht endet an Tankstelle
Elf Blutproben und 16 untersagte Weiterfahrten bei sechsstündigem Schwerpunkteinsatz.
HANNOVER (redu) – Bei mobilen Polizeikontrollen Hannover hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag zahlreiche Verkehrsverstöße festgestellt. Elf Blutproben wurden angeordnet und 16 Weiterfahrten untersagt. Besondere Aufmerksamkeit erforderte eine Verfolgungsfahrt, bei der ein 35-Jähriger laut Polizei mehrfach versuchte, einen Streifenwagen zu rammen.
Die sechsstündigen Schwerpunktkontrollen dienten der Verkehrssicherheit und konzentrierten sich insbesondere auf die Fahrtüchtigkeit. Neben Verkehrsdelikten stellte die Polizei auch mutmaßliche Betäubungsmittel und mehrere Waffen sicher.
Die Polizeikontrollen Hannover begannen am Samstagabend unter Federführung des Zentralen Verkehrsdienstes. Gegen 20:30 Uhr versuchte zunächst ein 15-jähriger E-Scooter-Fahrer an der Stadtbahnhaltestelle Messe/Ost, einer Kontrolle zu entkommen. Die Polizei stoppte ihn nach kurzer Verfolgung in der Brüsseler Straße.
Nach Angaben der Polizei war der E-Scooter technisch verändert und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h. Gegen den Jugendlichen wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet.
Verfolgungsfahrt führt durch mehrere Stadtteile
Gegen 21:35 Uhr bemerkten Einsatzkräfte in der Südstadt einen VW Polo, der laut Polizei in Schlangenlinien fuhr und mehrere rote Ampeln missachtete. Am Fahrzeug befanden sich Kennzeichen, die am 5. September von einem geparkten Pkw in Linden-Mitte entwendet worden waren.
Als die Polizei den Wagen kontrollieren wollte, flüchteten die beiden Insassen. Der 35-jährige Fahrer soll mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch das südliche und östliche Stadtgebiet gefahren sein und mehrfach versucht haben, einen Streifenwagen seitlich zu rammen.
Die Verfolgung führte unter anderem über den Bischofsholer Damm, die Bemeroder Straße und die August-Madsack-Straße. Während der Fahrt wurden laut Polizei mutmaßliche Betäubungsmittel aus dem Fahrzeug geworfen und anschließend von Einsatzkräften sichergestellt.
Auf dem Gelände einer Tankstelle an der Lehrter Straße blockierten mehrere Funkstreifenwagen schließlich die Zufahrtswege und beendeten die Flucht.
Messer und Betäubungsmittel sichergestellt
Nach Polizeiangaben standen sowohl der Fahrer als auch seine 33-jährige Beifahrerin unter dem Einfluss von Amphetamin. Der VW war nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen, zudem besaß der 35-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis.
Im Fahrzeug fanden die Einsatzkräfte vier zum Teil griffbereite Messer, darunter eine Machete und ein Einhandmesser, sowie Betäubungsmittel. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt. Dem Fahrer wurde eine Blutprobe entnommen. Die Ergebnisse standen zum Zeitpunkt der Polizeimeldung noch aus.
Die Polizei leitete gegen das Duo mehrere Ermittlungsverfahren ein. Die schwangere 33-Jährige befand sich laut Polizei in einem psychischen Ausnahmezustand und wurde zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.
Elf Blutproben und 16 untersagte Weiterfahrten
Auch bei weiteren Kontrollen stellten die Einsatzkräfte Alkohol- und Drogeneinfluss fest. Bei einem Autofahrer ergab die Atemalkoholkontrolle mehr als 1,7 Promille. Ein weiterer Fahrer stand laut Polizei unter Kokain-Einfluss.
Bei einem 35-jährigen E-Scooter-Fahrer bestand der Verdacht auf THC-Einfluss. In einem weiteren Fall beschlagnahmte die Polizei zwei Reizstoffsprühgeräte ohne entsprechende Kennzeichnung sowie einen Teleskopschlagstock mit Sprungfeder.
Insgesamt ordneten die Einsatzkräfte elf Blutproben an und untersagten 16-mal die Weiterfahrt. Die Bilanz umfasst unter anderem fünf Ermittlungsverfahren wegen Fahrten unter Kokain- oder THC-Einfluss sowie sechs Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr.
Die Kontrolle war zugleich Teil eines Fahrtüchtigkeitslehrgangs. Neben Kräften verschiedener Dienststellen der Polizeidirektion Hannover nahmen auch Polizeikräfte aus Brandenburg an der theoretischen und praktischen Schulung teil.









